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Sporthalleneröffnung erneut verschoben

Am 1. Oktober soll die Halle eingeweiht werden. Was wird bis dahin mit dem Sportunterricht der Grundschüler?

Fast fertig, doch noch immer nicht nutzbar: die sanierte Sporthalle in Krögis
Fast fertig, doch noch immer nicht nutzbar: die sanierte Sporthalle in Krögis © Claudia Hübschmann

Käbschütztal. Auch wenn es manche nicht so gern hören werden: In zwei Wochen beginnt das neue Schuljahr. Dann sollten auch die Mädchen und Jungen der Ganztagsschule in Krögis die frisch sanierte Sporthalle für den Sportunterricht nutzen können. Wird daraus nichts? Immerhin wurde die offizielle Eröffnung erneut verschoben. Ursprünglich für Mitte Juni geplant, ist jetzt der 1. Oktober der aktuelle Termin. Die Einladungen sind schon raus. Doch was ist der Grund für die Verzögerung?

Die Verzögerungen begannen schon vor einigen Monaten. Die Fassade sollte bis Ende vorigen Jahres fertig sein. Doch die Dämmelemente konnten wegen Materialmangels nicht geliefert werden. Erst im März war die Fassade schließlich fertig.

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Lieferschwierigkeiten und Mängel

Jetzt gibt es ein neues Problem. "Die Vorschaltgeräte der LED-Lampen sind kaputt. Sie wurden schon defekt geliefert. Vor vier Wochen haben wir diese nachbestellt, doch sie sind immer noch nicht da", sagt Frank Müller, Leiter der Bauverwaltung.

Am Freitag wurde nun begonnen, das Spielfeld zu markieren. Auch die Prallwand muss noch ergänzt werden, dann können die Sportgeräte eingeräumt werden. Dann ist alles fertig.

Genutzt werden könne die Halle dann aber noch nicht. Denn es fehlen noch Bauabnahmen. So müssen zum Beispiel Brandschutz, Beleuchtung und Elektrik abgenommen werden. Wegen der Urlaubszeit sei es schwierig, Sachverständige zu bekommen, die diese Abnahmen durchführen, sagt Müller.

Doch er hat auch eine gute Nachricht. Ab dem 6. September, also ab Schuljahresbeginn, soll die Halle im Probebetrieb laufen. Sie könne dann für den Schulsport genutzt werden, Vereine müssen aber noch draußen bleiben. "Wir müssen uns sicher sein können, dass alles funktioniert, damit auf die Gemeinde nicht Regressforderungen zukommen", so Frank Müller.

Ob die Baukosten eingehalten wurden, lässt sich noch nicht mit Sicherheit sagen, zumal noch nicht alle Arbeiten beendet und noch nicht alle Rechnungen gestellt sind. "Es ist aber mit Mehrkosten zu rechnen, möglicherweise mit rund 200.000 Euro. Einem entsprechenden Antrag hat der Gemeinderat schon zugestimmt", sagt der Leiter der Bauverwaltung.

Gründe für die Mehrkosten seien die deutlich längere Standzeit des Gerüstes, aber auch der Umstand, dass die alten Dämmstoffe überprüft und als Sondermüll entsorgt werden mussten. "Die Dämmung war verseucht. Das stellte sich erst beim Ausbau heraus. Im angebauten Zustand ließ sich das nicht feststellen", sagt Frank Müller.

25 Firmen am Bau beteiligt

Die Gemeinde hofft, dass sie auf den Mehrkosten nicht sitzenbleibt, sondern zumindest einen Teil des Geldes aus dem Corona-Sonderfonds und von der Sächsischen Aufbaubank erstattet bekommt.

An dem Bau der Halle waren insgesamt 25 Firmen - zumeist aus der Region - und acht Ingenieurbüros und Architekten beschäftigt. Mit Gesamtkosten von etwa 1,6 Millionen Euro - davon der größte Teil Fördermittel - war die energetische Sanierung der Sporthalle die größte Investition der Gemeinde im vergangenen und in diesem Jahr.

Bereits vor 15 Jahren wurde die Halle schon einmal saniert und behindertengerecht umgebaut. Dach, Dämmung und Fußboden wurden damals aber nicht erneuert. Das wurde jetzt nachgeholt, zudem gab es energiesparende Umbauten. Die sanierte Halle soll nun 15 Jahre ohne weitere größere Sanierungen halten. Mindestens.

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