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Mit Geduld und Akribie zum eigenen Bier

Ein Cunewalder Verein pflegt die Tradition des Hausbrauens. Er lädt dabei auch zum Zuschauen ein.

© Carmen Schumann

Von Katja Schäfer

Cunewalde. „Wenn wir irgendwo – zum Beispiel im Urlaub – davon erzählen, dass wir selbst Bier brauen, sind die Leute immer ganz interessiert“, berichtet Frank Kelichhaus. Seine Frau Katrin nickt bestätigend. Auch Maik Richter kennt das. „Selbst Bier zu brauen, ist was Exotisches“, sagt er. Genau das ist einer der Gründe, warum die drei dem Verein der Haus- und Hobbybrauer Cunewalder Tal angehören. Seit 20 Jahren besteht er und war der Erste seiner Art in den neuen Bundesländern. „Traditionell war Brauen eine Hausfrauen-Aufgabe. Früher galt Bier schließlich als Grundnahrungsmittel. Man aß zum Beispiel Biersuppe mit Brot“, erzählt Katrin Kelichhaus, die zwar im Verein ganz aktiv ist. Aber Bier schmeckt ihr selbst nicht besonders gut. Ohnehin steht bei den Cunewalder Hobbybrauern nicht das Trinken im Vordergrund, sondern der bewusste Biergenuss und die Pflege der Hausbrau-Tradition. „Wir machen alles in Handarbeit, setzen keine Automaten ein“, betont Maik Richter. Zeit, Geduld und Akribie sind deshalb ganz wichtig, wenn sie etwa einmal im Monat in ihren Vereinsräumen im Dreiseitenhof an der Blauen Kugel in Cunewalde einen 60-Liter-Kessel ansetzen. Etwa sechs Stunden dauert der Brauvorgang. Zuerst ist Malz zu schroten. Dann kommt Wasser dazu. Anschließend wird die Temperatur des Gemisches langsam erhöht, zwischendurch eine Weile auf einem bestimmten Stand gehalten und dann weiter erhöht, bis 72 Grad Celsius erreicht sind. Nun gilt es, die Flüssigkeit zu filtern und danach anderthalb Stunden bei 100 Grad zu kochen. Dabei wird Hopfen zugegeben. „Der Sud muss ganz schnell auf 20 Grad abgekühlt werden. Dann wird die Bierhefe zugegeben, die wir dankenswerterweise von der Bergquell-Brauerei Löbau bekommen“, erklärt Maik Richter.

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Während des gesamten Prozesses müssen die Hobbybrauer konzentriert bei der Sache sein, immer wieder umrühren, die Temperatur messen, auf die Zeit achten. „Man kann sich noch so viel Mühe geben – trotzdem gelingt nicht jeder Brauprozess“, gibt Katrin Kelichhaus zu, die im Verein für die Finanzen zuständig ist. „Aber wir müssen inzwischen viel seltener was wegkippen, als am Anfang“, ergänzt ihr Mann. Ob das Bier gelungen ist, können die Hobbybrauer nicht gleich nach dem Brauprozess feststellen. Erst folgen die einwöchige Hauptgärung, dann das Abfüllen und anschließend das Nachgären, das fünf bis sechs Wochen dauert. Auch in dieser Zeit kann das Bier nicht sich selbst überlassen werden. „Da fährt man hin und schaut nach, ob alles in Ordnung ist“, berichtet Katrin Kelichhaus.

Meist brauen die Vereinsmitglieder ihre Haussorte: das Czorne-Biel-Bräu, eine Art Pilsener, das nach den bei Cunewalde liegenden Bergen Czorneboh und Bieleboh benannt ist. „Es schmeckt frisch und mild“, beschreibt Maik Richter. Weil das Bier nicht durch einen Filter gepresst wird, ist es naturtrüb, „und dadurch gesünder, weil viele Vitamine und Mineralstoffe drin sind“, wie Frank Kelichhaus betont. Seit zwei Jahren experimentieren die Vereinsmitglieder auch mit neuen Sorten. Verkauft wird das Cunewalder Bier nicht. „Wir brauen nur zum Eigenbedarf“, sagt Maik Richter. Wer selbst mal Bier brauen will, kann das nach Anmeldung bei ihnen unter fachkundiger Anleitung tun.

Das nächste öffentliche Brauen findet am 24. März von 11 bis 17 Uhr im Umgebindehaus des Dreiseitenhofes hinter der Blauen Kugel in Cunewalde statt. Der Eingang befindet sich an der Gebäuderückseite.

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