merken
PLUS Radebeul

5G-Antennen in Moritzburg und weiteren Orten

Vodafone hat seine ersten drei 5G-Mobilfunkstationen im Kreis in Betrieb genommen. Aber auch das LTE-Netz wird vom Unternehmen weiter ausgebaut.

Dieser Mobilfunkmast im Gewerbegebiet Boxdorf gehört zu den drei Standorten, an denen Vodafone jetzt erstmals im Landkreis Meißen 5G-Antennen in Betrieb genommen hat. Weitere Mobilfunkstandorte des Anbieters im Kreis sollen folgen.
Dieser Mobilfunkmast im Gewerbegebiet Boxdorf gehört zu den drei Standorten, an denen Vodafone jetzt erstmals im Landkreis Meißen 5G-Antennen in Betrieb genommen hat. Weitere Mobilfunkstandorte des Anbieters im Kreis sollen folgen. © Norbert Millauer

Landkreis. Die neuen Stationen mit 5G-Antennen in Moritzburg, Ebersbach und Großenhain versorgen jetzt erste Bewohner der Orte und ihre Gäste mit der mobilen Breitbandtechnologie 5G. Mittelfristiges Ziel des neuen Vodafone-Infrastrukturprogramms sei es, möglichst die gesamte Bevölkerung in der Region an das 5G-Netz anzuschließen, informiert der Mobilfunkanbieter in einer Pressemitteilung. Parallel zum Aufbau des 5G-Netzes will Vodafone auch sein LTE-Netz (4G) im Landkreis Meißen erweitern.

Beim Projekt „5G für den Kreis Meißen“ soll zunächst die bereits vorhandene Mobilfunk-Infrastruktur weitgehend mitgenutzt und die neuen Antennen, wo immer es möglich ist, zunächst an den 92 Mobilfunkstandorten im Landkreis mit angebracht werden. An Masten, Aussichtstürmen, Kirchtürmen sowie auf den Dächern von öffentlichen Gebäuden sowie Wohngebäuden. Das soll Zug um Zug geschehen. „Die bestehenden Mobilfunkstandorte werden also aufgewertet, indem dort zusätzliche 5G-Technologie installiert wird“, heißt es vom Unternehmen.

Elbgalerie Riesa
Hier macht Shoppen glücklich!
Hier macht Shoppen glücklich!

"Alles bekommen. In Riesa." – dieses Motto lebt die Elbgalerie Riesa.

Die 5G-Technologie deckt beim mobilen Datenverkehr alle Vorteile der mobilen Breitbandtechnologie LTE ab – das allerdings mit deutlich höherer Geschwindigkeit. Die Kunden können beispielsweise HD-Filme schnell downloaden, Videos in HD-Qualität genießen und große Sport- und Kulturveranstaltungen im Live-Stream verfolgen. Dabei liefert 5G jedoch höhere Geschwindigkeiten als LTE sowie noch niedrigere Verzögerungszeiten im Millisekunden-Bereich. Dieses wird perspektivisch Anwendungen, wie zum Beispiel selbstfahrende Autos, die miteinander kommunizieren, ermöglichen. Einsatzfelder werden zudem in der Telemedizin, aber auch in Bereichen wie Land- und Forstwirtschaft, Bildung, Maschinenindustrie, Logistik, Schifffahrt und in vielen weiteren Branchen entstehen.

Auch Alternative zu langsamen DSL-Leitungen

Im Umfeld der 5G-Stationen - die Moritzburger steht im Gewerbegebiet Boxdorf auf der Ringstraße 19, die in Großenhain im Bereich Radeburger Straße 74 und die Ebersbacher an der Kalkreuther Straße - kann die neue Breitbandtechnologie von jedermann vor Ort genutzt werden. Vorausgesetzt, man hat ein entsprechendes 5G-Endgerät und einen aktuellen Laufzeitvertrag von Vodafone.

Neben verschiedenen 5G-Smartphone-Modellen für unterwegs steht auch ein 5G-Router für zu Hause zur Verfügung. Über diesen können gleichzeitig mehrere Geräte - Smartphones, Tablets, Notebooks, Fernseher usw. - mit dem 5G-Breitband-Internet verbunden werden. Damit ist 5G im Umfeld der Stationen bei der Internetversorgung eine Alternative zu langsamen DSL-Leitungen.

LTE wird parallel weiter ausgebaut

Parallel zum Aufbau des 5G-Netzes will Vodafone auch das LTE-Netz im Kreis Meißen weiter ausbauen. Aktuell, so geht es der Mitteilung des Unternehmens hervor, können 99,8 Prozent der Bevölkerung im Landkreis das Mobilfunknetz des Anbieters nutzen sowie 97 Prozent das LTE-Netz. „Bis Mitte 2021 werden wir im Kreis Meißen noch 17 weitere LTE-Bauprojekte realisieren“, sagt Sprecher Volker Petendorf. Dabei wird an zehn bestehenden Mobilfunkstationen (Lommatzsch, Klipphausen, Diera-Zehren, Moritzburg, Riesa - zweimal, Nossen, Großenhain, Priestewitz und Niederau) erstmals LTE-Technologie installiert.

„Zudem werden wir an sechs vorhandenen LTE-Standorten zusätzliche LTE-Antennen anbringen.“ Dies geschieht in Riesa (zweimal), Moritzburg (zweimal), Niederau und Coswig. Außerdem ist ein LTE-Neubaustandort in Nünchritz geplant. „Ziel dieser 17 Bauprojekte ist es, LTE-Funklöcher zu schließen sowie die Geschwindigkeiten und Kapazitäten im Versorgungsgebiet dieser LTE-Stationen zu erhöhen“, ergänzt der Unternehmenssprecher.

Mit Abstand vorn beim 5G-Ausbau in der Region ist die Telekom. Das Unternehmen gibt an, bereits mehr als 50 Antennen im Kreis Meißen zu betreiben, die 5G-fähig sind. In 19 der 28 Gemeinden des Kreises würden Telekom-Kunden bereits 5G nutzen können. Das gilt allerdings nicht flächendeckend, wie ein Blick auf die online verfügbare 5G-Abdeckungskarte der Telekom verrät.

Während es bei Telefonica mit dem 5G erst einmal in den Großstädten losgehe - im Kreis Meißen wird dagegen „massiv“ in den Ausbau des älteren LTE/4G-Netzes investiert - hat Neueinsteiger 1&1 Drillisch noch keine 5G-Antennen im Kreis Meißen installiert. Man sei am Aufbau eines eigenen Netzes und verhandle mit „etablierten Netzbetreibern“ darüber, dass die eigenen Kunden so lange deren Netze nutzen können. Anschließend starte man den Bau eines eigenen 5G-Netzes, heißt es vom Unternehmen.

Angst vor Strahlen

Kritiker warnen vor möglichen Gefahren des 5G-Netzes. Aber was ist dran an der Angst vor Strahlen? „Bislang gibt es keine wissenschaftlich bestätigten Belege“, erklärt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), „für einen Zusammenhang zwischen den bei der Mobilfunknutzung entstehenden elektromagnetischen Feldern und Erkrankungen beim Menschen“. Und: Zwischen den bisherigen Mobilfunkstrahlen und denen von 5G gebe es quasi keinen Unterschied. Das sagt auch Kernphysiker Holm Hümmler aus Bad Homburg bei Frankfurt am Main: „Es ändert sich lediglich die Art, wie die Frequenzen codiert werden.“

Dennoch: Immer wieder ist von Studien die Rede, die angeblich bestätigen, dass die Strahlung Tumore verstärken kann. Tatsächlich gibt es eine Studie, die Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang gibt. Allerdings geht es dabei um Mäuse - und den Tieren ist zuvor eine krebserregende Substanz eingeflößt worden.

Hochfrequente elektromagnetische Felder könnten in diesem Kontext das Tumorwachstum verstärkt haben, sagt Anja Lutz vom Bundesamt für Strahlenschutz. Aber: Nur die hochfrequenten Felder allein genügten dafür nicht. Sicher ist: „In Studien mit anderen Tierarten wie Ratten oder mit anderen krebsauslösenden Substanzen zeigte sich dieser Effekt nicht.“ Und: Auf den Menschen lassen sich die Ergebnisse ohnehin nur eingeschränkt übertragen. Auch gab es weitere Studien, die keinen solchen Effekt nachweisen konnten.

Widersprüchliche Studien

Und wie ist es mit dem Einfluss von Mobilfunkstrahlung auf Hirnströme? Auch hier konnten Studien keinen Zusammenhang nachweisen, sagt Anja Lutz. Ähnlich verhält es sich mit der Frage, ob Mobilfunkstrahlung unfruchtbar machen kann. „Insgesamt konnte kein negativer Einfluss nachgewiesen werden“, sagt Anja Lutz, aber: „Viele Studien sind widersprüchlich und von mangelhafter Qualität.“ Hier gebe es eventuell weiteren Forschungsbedarf.

Eine Wirkung von Strahlung, die nachgewiesen ist, ist die Erhöhung der Körpertemperatur. Die bestätigt auch Kernphysiker Holm Hümmler.

In der Zukunft könnten für 5G auch Frequenzen mit kürzeren Wellen eingesetzt werden. „Dabei erfolgt die Wärmeabgabe näher an der Haut“, sagt er. Wer dann dicht an einer Sendestation stehe, spüre die Wärme vielleicht auf der Haut. Schlimm sei das nicht. Hier gibt es strenge Grenzwerte, sagt das BfS: „Die Erhöhung der Körpertemperatur wird so auf ein unschädliches Maß begrenzt.“ (mit SZ/cfs)

Mehr zum Thema Radebeul