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Nachtklub-Chef zahlt Spitzenpreis für Tierheim-Hund

Wolle Förster holte Laila aus dem Freitaler Tierheim. Neben der Vermittlungsgebühr spendierte er eine stolze Summe.

© Petra Hornig

Von Annett Heyse

Freital. Die Mitarbeiter in Freitals Tierheim freuen sich bekanntermaßen für jedes ihrer Findelkinder, welches sie an neue, liebevolle Besitzer abgeben können. Die Vermittlungsgebühr, die dafür in die Tierheim-Kasse wandert, ist eher ein symbolischer Ausgleich für den Aufwand, der mit jedem Schützling betrieben wird. In dieser Woche jedoch ereignete sich dahingehend eine kleine Sensation in dem Haus auf dem Windberg.

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Es kam ein prominenter Besucher, der sich einen Hund abholte. Und er spendierte mit 10 000 Euro eine Summe, die alle den Atem anhalten ließ. „Wir waren platt“, sagt Regina Barthel-Marr, die Vorsitzende des Tierschutzvereins, der das Heim betreibt. Das Geld kommt von Wolle Förster, Dresdens schillerndem Nachtklubkönig. In der Landeshauptstadt betreibt Förster mehrere Diskotheken, Restaurants und Kneipen. Auch in Freital ist der Vergnügungsmogul präsent: 2014 eröffnete die „Huschhalle de Luxe“ an der Dresdner Straße in Potschappel. Zum Tierheim kam der Unternehmer aber aus einem ganz anderen Grund.

Im September fuhr er vor, weil er für eine Bekannte einen Dackel suchte. Den fand er in Freital zwar nicht, dafür entdeckte Förster Hündin Laila. Die vierjährige Mischlingsdame war erst im August im Tierheim gelandet. Über die Vergangenheit des Windhund-Labrador-Mixes schweigt Barthel-Marr. Sie lässt nur durchblicken, das Laila abgemagert auf dem Windberg landete und erst mal aufgepäppelt werden musste. In Kürze sollte sie zur Vermittlung freigegeben und im Internet annonciert werden. Dazu kam es nicht. Denn Wolle Förster stand schon wenige Tage später wieder vor dem Tierheim, um Laila besser kennenzulernen. Es kam zu mehreren Treffen, gemeinsamen Spaziergängen und schließlich zu einem Wochenendbesuch beim ihm zu Hause. Diese Woche nun holte der umtriebige Unternehmer Laila ab. Als Vermittlungsgebühr waren 210 Euro ausgemacht. Doch plötzlich zückte Förster einen Scheck und legte 10 000 Euro als Spende obendrauf. „Mir kamen die Tränen“, gesteht Regina Barthel-Marr.

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Das Geld soll in ein Projekt fließen, das dem Tierheim nicht nur am Herzen liegt, sondern auch die Zukunft der Einrichtung sichert. Es geht um eine neue Außenquarantäne für Hunde. Die zeitgemäße und geräumige Auffangstation ist zwingend vorgeschrieben. Erfolgt keine Investition, müssten die Behörden das Tierheim über kurz oder lang schließen. Die Tierschützer planen nun, einen Anbau zu errichten. Die Pläne sind fertig und Fördermittel bereits genehmigt. Der Verein erhält 73 500 Euro vom Land Sachsen, die Baukosten liegen bei 140 000 Euro. Die Differenz von 66 500 Euro muss der Verein aufbringen. Schon seit Monaten werden dafür Spenden gesammelt. „Die 10 000 Euro bringen uns diesem Ziel näher“, freut sich Barthel-Marr. Es werden nun noch 15  000 Euro gebraucht. Dafür hat der Tierschutzverein auf seiner Internetseite ein Spendentool eingerichtet. Dort kann jeder unbürokratisch einen Betrag von seinem Konto überweisen. „Jeder Euro wird auch wirklich in das Projekt gesteckt“, versichert die Tierheim-Chefin.

Wer anderweitig helfen möchte, ist an diesem Sonnabend willkommen: Ab 11  Uhr findet der Herbstputz in und um das Tierheim auf dem Windberg statt.

www.tierheim-freital.de