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Weißwasser

Neue Straßenlampen in Klein Trebendorf 

Nach zwei Anläufen steht jetzt die Finanzierung für einen ersten Bauabschnitt. Jetzt soll kurzfristig gebaut werden.

Symbolbild
Symbolbild © Dietmar Thomas

Der Rohner Weg und die Mühlroser Straße in Trebendorf bekommen neue Straßenlaternen. Den Auftrag zur Erneuerung der Straßenbeleuchtung in diesem Bereich hat der Gemeinderat Trebendorf am Mittwoch bei zwei Stimmenthaltungen an die Firma ERF Elektro-Elektronik GmbH in Weißwasser vergeben.

Die Notwendigkeit, die alten Betonmasten zu ersetzen, besteht schon lange. Noch im alten Gemeinderat hatte Petra Rübesam (WV Wir für Trebendorf/inzwischen nicht mehr dabei) das Problem immer wieder angesprochen. Jedoch war die Finanzierung nicht hinzukriegen. Man habe zweimal versucht, über das Programm der Integrierten Ländlichen Entwicklung (Ile) an Fördermittel zu kommen, so Kämmerin Carmen Petrick. „Zweimal ist Trebendorf mit dem Antrag durchgefallen“, sagte sie.

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Jetzt ist eine Möglichkeit der Finanzierung gefunden. Die reichliche Hälfte der 111.000 Euro teuren Maßnahme wird aus Mitteln der Bedarfszuweisung bezahlt. Ursprünglich sollte Trebendorf dieses Geld für Projekte zum Abbau besonderer Strukturdefizite gar nicht bekommen, wie Bürgermeister Waldemar Locke (CDU) sagte. Dann aber kam die Gemeinde doch noch in den Genuss dessen – mit der Maßgabe, ein Projekt mit Nachhaltigkeit anzugehen. Die Erneuerung der Straßenbeleuchtung schien dafür wie geschaffen.

Mit Geld der Kommunalpauschale

Für die Realisierung in dem ersten Teilbereich werden 55.000 Euro aus besagter Bedarfszuweisung genutzt. Aufgestockt werden diese Mittel durch weitere 50.000 Euro aus der sogenannten Kommunalpauschale. jener Finanzspritze, die der Freistaat drei Jahre lang Kommunen zur Stärkung des ländlichen Raums zahlt. Ein separater Beschluss zur Übertragung dieser Mittel aus dem Vorjahr mit der Verwendung 2020 für Straßenlicht wurde einstimmig gefasst.

Bereits im November 2018 hatte die Firma ERF Elektro-Elektrotechnik GmbH ihr Angebot zur Erneuerung der Straßenbeleuchtung unterbreitet. Er sei froh, dass das Unternehmen auf eine Preissteigerung für 2020 verzichtet hat, erklärte Bauamtsleiter Steffen Seidlich.

Im vergangenen Jahr waren zwei Varianten diskutiert worden. Statt des völligen Neubaus der Straßenbeleuchtung favorisierte der Technische Ausschuss eine andere Idee: Im Hauptdorf könnte jede zweite Laterne abgebaut und damit die alten Laternen in Klein Trebendorf ersetzt werden. Damit ließen sich 56.000 Euro sparen.

Ariane Kraink (WV Wir für Trebendorf) hatte da so ihre Bedenken. Sie erinnerte an frühere „endlose Diskussionen über die Anzahl der Lampen, deren Zahl seinerzeit nicht reduziert werden durfte“. Dass das jetzt so ohne Weiteres möglich sein soll, da habe sie so ihre Zweifel. Bürgermeister Waldemar Locke (CDU) warf ein, dass die Gemeinde die Bedarfszuweisung zurückzahlen müsse, wenn der Beschluss nicht zustande käme. Carsten Heinz (ebenfalls WV Wir für Trebendorf) sagte, dass man den Beschluss ja nicht grundsätzlich infrage stelle, sich lediglich absichern wolle.

Beleuchtung ist Ermessensfrage

Frank Gärtig (WV Wir für Transparenz in Trebendorf) verwies auf die Diskussion im Technischen Ausschuss. Es gebe keine Festlegung über den Abstand der Straßenlampen in Metern, hieß es dort. Das sei eine Ermessensfrage. Der Bauamtsleiter erinnerte an die damalige Situation. Als es um die Ansiedlungsstandorte ging, habe das Planungsbüro darauf geachtet, dass beim Neubau der Straßenbeleuchtung alles stimme. Aber was, wenn eine Gemeinde sich das Straßenlicht nicht mehr leisten kann, deshalb nur jede zweite Lampe leuchten lässt und in der Nacht ganz abschaltet, gab er zu bedenken. „Privatpersonen haben keinen Anspruch darauf, dass es nachts taghell ist“, so Steffen Seidlich. Und auch Hauptamtsleiterin Marion Mudra betonte: „Straßenbeleuchtung ist eine freiwillige Leistung“. Insofern sieht die Gemeindeverwaltung keinen Hinderungsgrund für das beabsichtigte Vorgehen. Zumal es sich ja nicht um einen Neubau, sondern um den Ersatz vorhandener Leuchtmittel durch moderne LED-Technik handelt.

Wenn wirklich jede zweite Lampe abgebaut würde, wären das 130 Stück. Für Klein Trebendorf werden 60 benötigt. In dem ersten Teilbereich auf dem Rohner Weg zwischen Mühlroser und Schleifer Straße sowie in der Mühlroser Straße zwischen dem Schleifer Grenzweg und dem Rohner Weg sind es an die 30. Wie Steffen Seidlich bestätigte, werden nur so viele Lampen abgebaut, wie in diesem ersten Teilbereich tatsächlich ersetzt, das heißt in die dortigen Masthülsen eingebaut werden.

Die Umsetzung des Ganzen soll relativ kurzfristig erfolgen. Die beauftragte Firma hat im Januar und Februar freie Kapazitäten. Ohnehin müssen bis Ende 2020 die Mittel der Kommunalpauschale ausgegeben und beim Freistaat abgerechnet sein.