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Bischofswerda

Neues Nachbarschafts-Netzwerk startet

Die Möglichkeiten des Internets sollen das soziale Miteinander in Bischofswerda verbessern. Damit geht die Stadt deutschlandweit neue Wege.

Katrin Schiller zeigt die Schiebocker Seite des Onlineportals nebenan.de. 20 Nutzer sind bisher registriert.
Katrin Schiller zeigt die Schiebocker Seite des Onlineportals nebenan.de. 20 Nutzer sind bisher registriert. © Steffen Unger

Bischofswerda. Wer kennt die verlässlichsten Handwerker in der Stadt? Welche Händler geben Rabatt? Wer hilft der Oma beim Einkaufen oder gießt die Blumen, wenn man im Urlaub ist? Fragen, auf die man in Bischofswerda, der Stadt mit den kurzen Wegen, leicht Antworten finden kann. Das geht beim Gespräch auf der Straße, seit kurzem aber auch digital. Bischofswerda ist eine von fünf Kommunen deutschlandweit, die für ein Pilotprojekt ausgewählt wurden, welches die Diakonie und das Internetportal nebenan.de gemeinsam auf den Weg gebracht haben.

Ziel ist ein digitaler Platz als Chance für mehr Teilhabe von Bewohnern am öffentlichen Leben, erklären die Organisatoren. Das Projekt erprobe „in Reallaboren“, ob und wie sich das soziale Miteinander in ländlichen Räumen durch neue digitale Möglichkeiten ergänzen und verbessern lässt. 

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Registrierung notwendig

„Dreh- und Angelpunkt bleiben die persönliche Begegnung, die nachbarschaftliche Unterstützung und das ehrenamtliche Engagement, die durch die Plattform erleichtert und gefördert werden“, erklärt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland. Man wolle individuelle digitale Nachbarschaften aufbauen. Innerhalb dieser Nachbarschaften können sich alle Bewohner digital vernetzen. Dies soll den persönlichen Austausch initiieren und fördern.

Ein Jahr lang werden die Partner vor Ort vom Nachbarschaftsportal nebenan.de und der Diakonie unterstützt und beraten, wie sie die digitalen Strukturen optimal nutzen können. Danach soll das Projekt selbstständig laufen.

Partner im Landkreis ist die Bautzener Diakonie. Sie ist in Bischofswerda mit zwei Einrichtungen vertreten: einem Altenpflegeheim und einem Kindergarten. Ansprechpartnerin vor Ort ist Katrin Schiller, stellvertretende Leiterin Soziale Betreuung im Diakonischen Altenpflegeheim. Um an dem Projekt teilzunehmen, muss man sich registrieren. 20 Anmeldungen gibt es bisher.

Dörfer sollen hinzukommen

Das Projekt ist zunächst aufs Bischofswerdaer Stadtgebiet begrenzt, da es um die unmittelbare Nachbarschaft geht. Die Dörfer sollen aber noch hinzukommen. Im Verein Regenbogen, der das Generationenhaus mit dem Offenen Treff B 28 an der Belmsdorfer Straße betreibt, stellte Katrin Schiller das Projekt bereits vor. Demnächst möchte sie auch mit der Stadtverwaltung und der Werbegemeinschaft darüber sprechen. Denn es geht darum, einen breiten Rahmen abzustecken – vom Kennenlernen der Nachbarn und gemeinsamen Unternehmungen über Nachbarschaftshilfe bis hin zu lokalen Empfehlungen und der kostenfreien Rubrik „Leihen, tauschen, schenken“.

Auch über Neuigkeiten, Veranstaltungen und Aktionen in der Stadt bzw. Nachbarschaft soll informiert werden. Für private Nutzer ist die Teilnahme kostenfrei. Auch Einzelhändler und Gewerbetreibende sind eingeladen.

Nebenan.de ist nach eigenen Angaben das größte digitale Nachbarschaftsprojekt Deutschlands. In Großstädten funktioniert es bereits. Nun soll erprobt werden, inwiefern auch der ländlich geprägte Raum davon profitieren kann. Vermittelt über den Sozialverband der evangelischen Kirchen, wurden dafür fünf Orte in fünf Bundesländern ausgewählt. Außer Bischofswerda sind das Züssow (Mecklenburg-Vorpommern), Weilrod (Hessen), Hörstel (Nordrhein-Westfalen) und Ratzeburg (Schleswig-Holstein).

Kontakt: Katrin Schiller, E-Mail an [email protected], Telefon 01520 7859731 (nur freitags in der Zeit von 9 bis 15 Uhr)

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