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Bahn sorgt in Kodersdorf für schnelleren Gleisanschluss

Dazu wird in Charlottenhof ein neues Stellwerk gebaut. Die Firmen im Gewerbegebiet profitieren. Und eines Tages auch Personenzüge von und nach Görlitz.

Von Frank-Uwe Michel
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In Charlottenhof wird derzeit ein neues automatisiertes Stellwerk gebaut. Das Fundament steht schon, direkt gegenüber dem alten Stellwerk.
In Charlottenhof wird derzeit ein neues automatisiertes Stellwerk gebaut. Das Fundament steht schon, direkt gegenüber dem alten Stellwerk. © André Schulze

Bisher hing das Transportvolumen des Containerterminals im Kodersdorfer Gewerbegebiet nicht nur von den Verträgen mit Firmen ab, die ihre Rohstoffe oder Fertigprodukte auf der Schiene bewegen lassen wollten. Ein maßgeblicher Punkt war auch die Anbindung des Standortes an das Gleisnetz der Deutschen Bahn. Die war nicht optimal, wird durch eine Millioneninvestition nun aber verbessert.

Thomas Kienz kann es kaum erwarten, dass es losgeht mit dem schnelleren Anschluss des Gewerbegebietes. Denn HS Timber Productions ist einer der größten Nutzer des Containerterminals. Nicht nur Rundholz wird in Größenordnungen herangefahren, im Gegenzug verlassen jede Menge Waggons mit Schnittholz Sachsens größtes Sägewerk in Richtung Nordsee, wo die Bretter nach Japan, Fernost oder Amerika eingeschifft werden. Schon lange liefen die Gespräche mit der Bahn, nun gibt es endlich Bewegung.

Kodersdorfer Gewerbegebiet wird zum "Bahnhof"

Und das nicht nur im sprichwörtlichen Sinne. Im September hat die DB Netz damit begonnen, die Stellwerkstechnik zu verändern. Dies bedeutet: Das altehrwürdige Stellwerk in Charlottenhof muss weichen, ein Nachfolger mit digitaler Technik wird gebaut. Nach Angaben einer Bahnsprecherin sind für die Modernisierung der Stellwerkstechnik zwischen Horka und Görlitz zwei Abschnitte vorgesehen. Zunächst werde die Anschlussstelle Kodersdorf Sandberg - also das Gleis mit dem Containerterminal - formal in einen Bahnhof umgewandelt. Dies habe eisenbahnbetriebliche Gründe, erklärt die Sprecherin. Denn Personenzüge würden dort auch in Zukunft nicht halten.

Die sicherungstechnischen Anlagen für den neuen "Bahnhof" werden künftig vom elektronischen Stellwerk Charlottenhof aus geregelt. Bis jetzt wird die Leit- und Sicherungstechnik noch mechanisch gestellt. Die Fundamente sind bereits gegossen, der Abschluss aller Arbeiten ist für Juni 2022 vorgesehen. Geht die Digitaltechnik dann in Betrieb, wird es eine mehrtägige Sperrung der Strecke geben.

Auch Horka und Mückenhain bekommen neue Technik

23,5 Millionen Euro lässt sich die Deutsche Bahn die Verbesserung ihrer Infrastruktur kosten. Dazu gehört auch der zweite Bauabschnitt. Hierbei werden die Betriebsstellen Horka Personenbahnhof und Mückenhain auf die elektronische Stellwerkstechnik umgestellt. Dies soll in den Jahren 2024 und 2025 geschehen.

Für die Firmen im Gewerbegebiet Kodersdorf bedeutet dies eine engere Taktung der Güterzüge. Und damit mehr mögliches Transportvolumen. Generell, so die Bahnsprecherin, werde damit die Kapazität der Strecke Horka - Görlitz erhöht. Was auch dem Personenzugverkehr und der vorgesehenen Elektrifizierung zugutekommen dürfte. Konkrete Zahlen über die zu erwartende Steigerung nennt sie jedoch nicht.