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Brauhaus bekommt ein Gasthaus

Bier soll in Nieder Seifersdorf nicht nur gebraut, sondern auch getrunken werden. Und die kleine Brauerei plant auch die Expansion nach Görlitz.

Sie sind die Biermacher in Nieder Seifersdorf: Brauer Torsten Scholz, Olaf Wiedmer als der Fachmann für Logistik und Geschäftsführer Andreas Görnitz. Nicht im Foto Lehrling Sascha Görnitz.
Sie sind die Biermacher in Nieder Seifersdorf: Brauer Torsten Scholz, Olaf Wiedmer als der Fachmann für Logistik und Geschäftsführer Andreas Görnitz. Nicht im Foto Lehrling Sascha Görnitz. © André Schulze

In Nieder Seifersdorf wird künftig nicht nur Bier gebraut. Dort soll Bier auch getrunken und gut gegessen werden. Das ist das Vorhaben von Geschäftsführer Andreas Görnitz. Neben dem weiteren Ausbau des Brauhauses plant der Unternehmer, die Gaststätte im früheren "Stadt Löbau" neu zu beleben.

Momentan ist schwer vorstellbar, dass in den entkernten Räumen wieder Gastlichkeit einziehen wird. "Im Prinzip wird das ein kompletter Neubau, nur die Außenwände des Gebäudes bleiben die alten", erklärt Andreas Görnitz. Derzeit steckt er in der Planung. Mit ihr wird einiges anders, als es der frühere Stadt-Löbau-Gast gewohnt war. Die Küche zieht in einen bisherigen Gastraum und dort, wo die Küche einst war, wird der Werksverkauf eingerichtet.   

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Steigender Zuspruch beim Werksverkauf

Bisher ist der Werksverkauf nur ein Provisorium im Zugang zum Brauhaus. Aber die zunehmende Resonanz unter der Kundschaft, die sich in Nieder Seifersdorf das gebraute Bier selbst holt, fordert eine Vergrößerung des Verkaufsraumes. Das soll im Zuge des Gaststättenumbaus mit angegangen werden. Gehen die Pläne von Andreas Görnitz auf, so soll das Gasthaus 2022 öffnen. Dass das möglich wird, dafür hat er bereits eine Zusage: die eines Pächters, der die Gaststätte dann bewirtschaftet. "Mit ihm werden wir zusammen die Gaststätte einrichten", betont Görnitz.  

Das "Stadt Löbau". in Nieder Seifersdorf ist ein Brauhaus geworden. Die Brauerei befindet sich im früheren Saal des Gasthauses. In den nächsten zwei Jahren soll im Erdgeschoss wieder eine Gaststätte einziehen und das Obergeschoss einen Saal bekommen. Der
Das "Stadt Löbau". in Nieder Seifersdorf ist ein Brauhaus geworden. Die Brauerei befindet sich im früheren Saal des Gasthauses. In den nächsten zwei Jahren soll im Erdgeschoss wieder eine Gaststätte einziehen und das Obergeschoss einen Saal bekommen. Der © André Schulze

Wie der künftige Name sein wird, lässt Andreas Görnitz noch offen: ",Stadt Löbau' ist zwar hier ein Begriff, aber wir wollen die Gaststätte gern in Verbindung mit dem Brauhaus bringen." Was aber feststeht ist, dass es wieder einen Saal geben wird. Bei Weitem nicht so groß wie der frühere, in dem jetzt das Bier gebraut wird. Aber eine große Hochzeitsgesellschaft findet darin auf alle Fälle Platz.   

Sohn steigt als Brauer mit ein

Im wieder flott machen alter Häuser kennt sich Andreas Görnitz aus. Mit seinem Geschäftspartner Marco Rockstroh gründete der Nieder Seifersdorfer die Firma Saxonar. Seit zehn Jahren ist sie in der alten Molkerei in Sichtweite zum Stadt Löbau ansässig. Der Betrieb wurde Stück für Stück ein modernes Unternehmen, das Leistungsmesser für Radsportler entwickelt und fertigt. Die guten geschäftlichen Erfolge von Saxonar machen es Görnitz erst möglich, das Brauhaus-Projekt umzusetzen.  

Mit Brauer und Betriebsleiter Torsten Scholz und Olaf Wiedmer als Fachmann für Vertrieb und Logistik sind zwei Beschäftigte in der Brauerei bereits tätig. Görnitz Sohn Sascha macht gegenwärtig eine Lehre als Brauer und Mälzer beim Mitwettbewerber Landskron-Brauerei in Görlitz. Seine berufliche Perspektive wird er in Nieder Seifersdorf haben. Denn der Erfolg des Brauhauses hängt vom Bierverkauf ab. "Wir sind derzeit auf Akquise, um Händler und Gastronomen, aber auch Veranstalter für unser Bier zu gewinnen." Aktuell führt Görnitz Gespräche mit den Wirten in der Görlitzer Altstadt. "Das Interesse an unseren Bieren ist groß, aber es ist nicht immer einfach, zu uns zu wechseln", gibt Görnitz seine Erfahrung aus den Verhandlungen wieder. Denn die Nieder Seifersdorfer sind neu am Markt der etablierten Brauereien.

Die Zukunft liegt im Genussbier

Drei Sorten verlassen die kleine Brauerei als Genussbier: Pilsner, Rotbier (Red Oel) und Bockbier. Inzwischen nicht mehr nur in Fässern unterschiedlicher Größe, sondern auch als 0,33er Flaschenbier. Für das kommende Jahr peilen die Nieder Seifersdorfer einen Absatz von 600 Hektolitern an. Um die Brauerei in die Gewinnzone zu bringen, sind aber 2.000 Hektoliter im Jahr notwendig. Die Anlage ist darauf ausgerichtet. Was noch fehlt, ist die Flaschenreinigung. Sie soll in den kommenden Wochen folgen, um damit die Pfandflaschen in den Kreislauf der Wiederverwertung zu bringen.     

Ihren Markt sehen die Nieder Seifersdorfer Brauer regional. Zu den Gaststätten sollen auch Einkaufsmärkte kommen. In Niesky ist das Genussbier bereits im Rewe und im Edeka erhältlich, aber auch in der Weinhandlung Flicke. Dazu kommen einige Gaststätten in und um Niesky. "Wir expandieren weiter", gibt sich Andreas Görnitz zuversichtlich. In der Stadt Görlitz wollen 15 weitere Gastwirte sein Bier ausschenken.

Das Brauhaus lädt zum Tag der deutschen Einheit zum 2. Brausilvester nach Nieder Seifersdorf ein. Ab 10 Uhr kann nicht nur das Bier bei Deftigem vom Grill gekostet werden, sondern auch die Brauerei steht zur Besichtigung offen. Dazu ist der Werksverkauf geöffnet. 

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