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Was der Kreis in Nieskyer Häuser investiert

Davon profitieren die Gutenbergschule und das Gymnasium. Die Stadt Niesky will ein erworbenes Gebäude selbst nutzen.

Das Haus in der Klenke-Straße gehört seit einem Jahr der Stadt Niesky. Es soll Verwaltungssitz bleiben. Wer in das leere Gebäude aber einziehen wird, ist noch offen.
Das Haus in der Klenke-Straße gehört seit einem Jahr der Stadt Niesky. Es soll Verwaltungssitz bleiben. Wer in das leere Gebäude aber einziehen wird, ist noch offen. ©  Archiv/André Schulze

Dem Landkreis Görlitz gehören in der Stadt Niesky noch sechs Gebäude. Das sind der Verwaltungssitz in der Robert-Koch-Straße, das Gymnasium und die Sporthalle in der Bahnhofstraße, das alte Gymnasium am Zinzendorfplatz, die Gutenbergschule in der Bautzener Straße sowie die als Asylbewerberheim genutzte Gemeinschaftsunterkunft in der Fichtestraße. Wie steht es um die Immobilien, wie sind sie ausgelastet und plant der Kreis weitere Verkäufe? Das fragt die SZ in der Behörde nach.

Mit dem Verkauf des zuletzt als Asylunterkunft genutzten Gebäudes in der Hermann-Klenke-Straße will es der Landkreis bewenden lassen. Bereits 2018 hatte die Kreisverwaltung das Haus zum Verkauf ausgeschrieben. Die Nieskyer kennen es als Wehrkreiskommando zu DDR-Zeiten und nach der Wende als Verwaltungsgebäude, unter anderem mit der Zulassungsstelle für Kraftfahrzeuge. Die Stadt Niesky blieb der einzige Bieter und erwarb das Verwaltungsgebäude samt Nebengelass und Grundstück.  Für Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann ist diese Immobilie "ein Filetstück für die Stadt Niesky". Deshalb wurde es gekauft.  

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Noch keinen Plan für die Klenke-Straße

Seit gut einem Jahr besitzt die Stadt das Gebäude. Was hat sich darin in der Zwischenzeit getan, außer dass ab und zu mal Licht in dem Haus brennt? Die Stadt nutzt es gegenwärtig nicht, sagt Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann. Dafür aber die Polizei für Schulungen und Ausbildung. Das bringt der Stadt Mieteinnahmen, die die anfallenden Betriebskosten decken. Außerdem steht das Haus damit nicht ganz leer.   

Wer dort mal einziehen wird, ist aus heutiger Sicht noch unklar. Einige Varianten gibt es: Die Stadt nutzt es für ihre Verwaltung, zumal für das Rathaus eine Sanierung ansteht. Eine andere Behörde zieht ein. Die Stadt setzt dabei auf den Strukrurwandel in der Lausitz. Oder es wird vermietet. Auf alle Fälle, so die Oberbürgermeisterin, bleibt das Haus einer Verwaltung vorbehalten. Zusammen mit dem Feuerwehrtechnischen Zentrum und dem Polizeigebäude gilt diese Ecke als Verwaltungsstandort. Das wurde bereits im Juni 2018 mit einer Veränderungssperre beschlossen. 

Moderne Heizung für das Gymnasium

Somit bleibt das Haus in der Klenke-Straße noch ohne festen Nutzer. Die Polizei mal ausgenommen, zumal sie es nur punktuell in Beschlag nimmt. In den anderen, dem Landkreis gehörenden Immobilien, passiert da mehr, wie Sprecherin Franziska Glaubitz berichtet. Für das Schulgebäude des Friedrich-Schleiermacher-Gymnasiums in der Bahnhofstraße ist ein Fördermittelantrag gestellt worden. "Dieser beinhaltet die energetische Modernisierung der Heizungs- und Lüftungsanlage sowie die Regelungstechnik für die technischen Anlagen." Bereits 2009 wurde die daneben stehende Schulsporthalle, die "Bahnhofshalle",  generalsaniert und mit einer neu angebauten Tribüne mit 299 Sitzplätzen übergeben.  

Die Außenstelle des Landratsamtes in der Robert-Koch-Straße in Niesky. Dort sind elf Ämter untergebracht. Das soll auch so bleiben. 
Die Außenstelle des Landratsamtes in der Robert-Koch-Straße in Niesky. Dort sind elf Ämter untergebracht. Das soll auch so bleiben.  © André Schulze
Die Gutenbergschule wird für 1,4 Millionen Euro grundlegend saniert. Die Förderschüler bekommen dabei einen neuen Schulklub gebaut. 
Die Gutenbergschule wird für 1,4 Millionen Euro grundlegend saniert. Die Förderschüler bekommen dabei einen neuen Schulklub gebaut.  © André Schulze
Das Friedrich-Schleiermacher-Gymnasium an der Bahnhofstraße in Niesky.
Hier ist vorgesehen die energetische Modernisierung der Heizungs- und Lüftungsanlage sowie die Regelungstechnik für die technischen Anlagen.
Das Friedrich-Schleiermacher-Gymnasium an der Bahnhofstraße in Niesky. Hier ist vorgesehen die energetische Modernisierung der Heizungs- und Lüftungsanlage sowie die Regelungstechnik für die technischen Anlagen. © André Schulze
Die Sporthalle an der Bahnhofstraße, kurz "Bahnhofshalle" genannt, wurde im  Jahr 2009 saniert. Sie bekam dabei auch eine Tribüne für knapp 300 Zuschauer. 
Die Sporthalle an der Bahnhofstraße, kurz "Bahnhofshalle" genannt, wurde im  Jahr 2009 saniert. Sie bekam dabei auch eine Tribüne für knapp 300 Zuschauer.  © André Schulze

Viel Geld investiert der Landkreis in die Gutenbergschule. Dort werden alle Dächer energetisch saniert, die Oberlichter zum Großteil erneuert, ein Sonnenschutzsystem integriert. In zehn Klassenräume und zwei Flure kommen neue Bodenbeläge. Die Förderschüler haben bald eine neue Hauswirtschaftsküche. Der große Gymnastikraum wird energetisch saniert, erhält eine neue Lüftungsanlage und die Heizung erfolgt mittels Deckenstrahlplatten. Die Schule bekommt ein Mini-Blockheizkraftwerk, das für warme Zimmer sorgt und Strom erzeugt. Bereits fertiggestellt sind die überholten Toiletten und eine neue Außenwasserleitung. Zudem bekommt der Schulklub einen Ersatzneubau und auch die Zugänge zum Schulhaus werden saniert sowie die Laufbahn überarbeitet. 

1,4 Millionen Euro für die Gutenbergschule

Der Landkreis lässt sich das rund 1,4 Millionen Euro kosten. Möglich wird diese Investition durch eine Förderung vom Land Sachsen. Das hat für die Gutenbergschule rund eine Million Euro bewilligt. Der Ersatzneubau für den Schulklub wird rund 90.000 Euro kosten. Das bisher dafür genutzte Gebäude ist ein DDR-Leichtbau, der beim Bau der Gutenbergschule 1994/95 mit übernommen wurde. Das barackenähnliche Gebäude zählte einst zu den Objekten eines Kinderferienlagers des Robotron-Kombinates.

Ämter bleiben in Niesky

Wie sieht die Perspektive in der Robert-Koch-Straße aus? Dort ist die Landkreisverwaltung mit elf Ämtern vertreten. Das soll auch so bleiben, sagt Franziska Glaubitz. "Gegenwärtig gibt es keine Pläne, weitere Ämter von Niesky nach Görlitz zu verlagern." Die Ämter sind in unterschiedlicher Stärke, was Anzahl der Mitarbeiter und Fachlichkeit betrifft, besetzt.  Aktuell gibt es keinen Leerstand im Gebäude, denn alle Büros sind ausgelastet, heißt es aus dem Landratsamt. Ebenso wird die Asylunterkunft in der Fichtestraße weiter betrieben, so lange dafür Bedarf ist. 

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