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Aufschwung mit jungen Feuerwehrchefs

Die Rothenburger Feuerwehr ist für David Schwarz und Eric Roitsch Lebensinhalt. Das spüren auch die Kameraden.

David Schwarz (rechts) und Eric Roitsch bilden die junge Führungscrew der Rothenburger Feuerwehr.
David Schwarz (rechts) und Eric Roitsch bilden die junge Führungscrew der Rothenburger Feuerwehr. © André Schulze

Seit eineinhalb Jahren weht ein frischer Wind bei der Ortsfeuerwehr von Rothenburg. Dafür gibt es in erster Linie zwei Gründe. Sie heißen David Schwarz und Eric Roitsch. Das Duo ist knapp über 30 und hat schon seit frühester Jugend Anlauf genommen.

David Schwarz (33) wurde das Feuerwehr-Gen quasi in die Wiege gelegt. "Mein Opa war hier Stadtwehrleiter. Da ist doch klar, dass da was hängen bleibt", lacht er. Blaulicht und rote Autos hätten ihn deshalb schon immer fasziniert. Ähnlich die Situation bei Eric Roitsch (31). "Bei mir war es der Bruder, der damals in der Feuerwehr war. Ich durfte schon als kleines Kind mitfahren und mir die Technik ansehen. Feuerwehrautos als Matchbox oder Lego waren damals der große Hit. Die habe ich jetzt noch zu Hause in der Vitrine stehen."

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Wer einmal dabei ist, kommt nicht wieder los

Seit dem Beginn der Berufsausbildung sind die beiden Rothenburger bei den Großen dabei. David Schwarz hatte zwischenzeitlich eine zehnjährige Karriere als Jugendwart hingelegt. Anschließend stieg er schnell zum stellvertretenden Ortswehrleiter auf. "Da war für mich klar, dass ich irgendwann gern den Chefposten übernehmen würde." Zwar sei all das eine freiwillige Aufgabe, betont er, bleibe also Hobby. "Doch wer einmal dabei war, der kommt davon nicht wieder los." Vor allem wegen der Vielschichtigkeit. "Wir müssen ja nicht nur Feuer löschen, sondern sind auch bei der Wasserrettung dabei, werden bei Verkehrsunfällen hinzugezogen, müssen Menschen oder auch in Not geratene Tiere bergen." Technische Hilfeleistungen hätten in letzter Zeit stark zugenommen. Deshalb sei Schmalspurwissen hier nicht angebracht. "Wer bei der Feuerwehr Dienst tut, muss über Kenntnisse aus den unterschiedlichsten Bereichen verfügen."

Um auch körperlich einsatzbereit zu sein, halten sich die Beiden sportlich fit. David Schwarz spielt in Lodenau Fußball, Eric Roitsch joggt im Sommer und zieht im Winter in der Rothenburger Schwimmhalle seine Runden. Kaum ein Tag vergeht, an dem das Führungsduo nicht wenigstens ein bisschen mit der Rothenburger Feuerwehr zu tun hat. "Gibt es keine Einsätze oder wird nicht trainiert, machen wir uns Gedanken, was noch besser laufen könnte." Die Beiden sind froh, dass mit ihrem Amtsantritt eine frische Brise durch die Reihen der Kameraden geweht ist. "Wir spüren, dass unsere Leute hinter uns stehen. Dass sie uns zutrauen, dieser Verantwortung auch gerecht zu werden." Die Aufgaben seien jetzt auf breite Schultern verteilt. Die Beteiligung an den Diensten habe spürbar zugenommen. "Wir hatten schon Tage, da waren die Fahrzeuge sogar überbesetzt."

Der Ortswehrleiter (rechts) und sein Stellvertreter interessieren sich schon seit Kindesbeinen für die Feuerwehr und haben vor rund eineinhalb Jahren Verantwortung übernommen.
Der Ortswehrleiter (rechts) und sein Stellvertreter interessieren sich schon seit Kindesbeinen für die Feuerwehr und haben vor rund eineinhalb Jahren Verantwortung übernommen. © André Schulze

Mit Corona hat sich jedoch auch die Arbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr in der Neißestadt verändert. "Übungseinheiten haben wir komplett auf Eis gelegt, das Ansteckungsrisiko ist einfach zu hoch", erklärt David Schwarz. Denn wenn nur ein Kamerad erkranken würde, müssten alle anderen 14 Tage in Quarantäne. "Dann wären wir überhaupt nicht mehr einsatzbereit." Deshalb wird nur noch zu Einsätzen gemeinsam ausgerückt - mit Mundschutz und den Abstandsregeln, so gut das eben bei den Hilfsaktionen geht. Schwarz und Roitsch sehen die Notwendigkeit der Kontaktbegrenzungen zwar ein. "Die Kameradschaft leidet aber extrem darunter. Man sieht sich kaum noch. Und die Gefahr besteht, dass sich unsere Leute an ein Leben ohne Feuerwehr gewöhnen."

Dass dies eintreten wird, glaubt das junge Führungsduo aber nicht. "Wir sind schon ein verschworener Haufen, der sich durch nichts so leicht aus der Bahn werfen lässt." Zumal sie in der Zukunft noch so einiges vorhaben mit ihrer Truppe. "Feuerwehrleute wollen gefordert werden. Deshalb streben wir eine höhere Qualität in der Ausbildung an", erläutert David Schwarz. Pespektivisch soll es gemeiname Angebote mit den anderen Rothenburger Ortsteilwehren geben, an denen sich möglichst auch die Kameraden der Nachbargemeinden beteiligen sollen.

Bei Fahrzeugübergabe stolz auf das bisher Erreichte

Zudem möchte man die Familienangehörigen stärker in das Vereinsleben mit einbeziehen. Denn: "Was da so an Zeit eingesetzt wird, muss die Partnerin schon tolerieren", weiß Eric Roitsch aus eigener Erfahrung. Schließlich soll auch die Jugendfeuerwehr einen eigenen Raum bekommen.

Und: Nach 26 Jahren muss ein neues Tanklöschfahrzeug her. Hierbei, betonen die beiden Chefs, sei man jedoch auf die Stadtväter angewiesen. Mit deren Okay und finanzieller Unterstützung wurde erst im vergangenen Jahr ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug in Dienst gestellt. Die Vorstellung der Technik gab es beim Sommerfest. "Als das Auto unter den Augen des Publikums durch eine Sprühnebelwand fuhr, waren wir schon richtig stolz auf das, was wir seit unserer Dienstübernahme geleistet haben", so Schwarz und Roitsch.

Bislang sind in dieser Serie erschienen:
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