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Corona bremst jetzt Gastronomen aus

In Stannewisch geht es weiter, in Nieder Seifersdorf nur auf Sparflamme. Die Hoffnung richtet sich auf die Zeit nach der Krise.

Ioannis Papakostas empfängt in seinem Restaurant Saloniki in Stannewisch auch weiterhin Gäste. Zwei Wochen Schließzeit waren krankheitsbedingt.
Ioannis Papakostas empfängt in seinem Restaurant Saloniki in Stannewisch auch weiterhin Gäste. Zwei Wochen Schließzeit waren krankheitsbedingt. ©  Archiv/André Schulze

Bei Ioannis Papakostas im Stannewischer Lokal Saloniki ist es in den vergangenen Wochen ein bisschen ruhiger geworden. Wobei Corona nicht der alleinige Grund dafür war.

Zwei Monate hatte der Gastronom sein griechisches Restaurant geschlossen. Zuletzt musste er krankheitsbedingt erneut knapp zwei Wochen zumachen. Dies habe aber nichts mit der Pandemie zu tun gehabt, wenngleich Corona auch ihn zu einigen Umstellungen gezwungen hat. So legt er jetzt Montag und Dienstag zwei Ruhetage ein, öffnet an den restlichen Tagen erst ab 17 Uhr. Die Gäste, erzählt er, rufen jetzt verstärkt an und holen sich ihre Speisen zu den vereinbarten Zeiten ab. 

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Besuche in seinem Restaurant hätten ein bisschen abgenommen. "Wir haben vielleicht 15 Prozent weniger Umsatz als früher", erzählt Papakostas. Aber damit komme er über die Runden. Natürlich lässt er die Gäste seit der jüngsten Allgemeinverfügung des Freistaates Sachsen Name, Telefonnummer, Personenanzahl und Uhrzeit auf einen Zettel notieren. "Mit der Akzeptanz gibt es eigentlich kaum Probleme. Manchmal lachen die Leute und begegnen dieser Auskunftspflicht mit Ironie."

In der Nieder Seifersdorfer Gaststätte Zum Landwirt wird bis auf Weiteres kein Essen mehr an den Tisch gebracht. Gekocht wird vorerst nur auf Bestellung und fürs Catering.
In der Nieder Seifersdorfer Gaststätte Zum Landwirt wird bis auf Weiteres kein Essen mehr an den Tisch gebracht. Gekocht wird vorerst nur auf Bestellung und fürs Catering. © - keine Angabe im huGO-Archivsys

Der müssen die Angestellten der Nieder Seifersdorfer Gaststätte Zum Landwirt nicht begegnen. Denn sie befinden sich überwiegend in Kurzarbeit. "Wir haben schon seit geraumer Zeit keinen täglichen Restaurantbetrieb mehr", bedauert Matthias Rompe. Als Grund dafür nennt der Vorstand der Agrargenossenschaft Nieder Seifersdorf die behördlichen Auflagen. "Unter diesen Gegebenheiten wirtschaftlich zu arbeiten, ist für uns einfach nicht machbar." Aufgeben will sein Unternehmen das Lokal aber nicht. "Das ist unser Beitrag für die Dorfgemeinschaft. Wenn wir jetzt noch schließen würden, wären sechs Arbeitsplätze weg und in der Gemeinde würde eine Veranstaltungsmöglichkeit fehlen."

Weil es aktuell nur noch ganz sporadisch Laufkundschaft gibt, hat sich die Firma dazu entschlossen, tagsüber keine Köche und kein Servicepersonal mehr vorzuhalten. Dagegen läuft das Geschäft mit bestellten Buffets weiter. Und auch Feiern werden im Rahmen der aktuellen Beschränkungen nach vorheriger Anmeldung durchgeführt.

Öffentlichen Gaststättenbetrieb gibt es im Landwirt erst einmal nicht mehr. Erst wenn es die coronabedingten Einschränkungen erlauben, lädt das Lokal wieder zum spontanen Besuch ein.
Öffentlichen Gaststättenbetrieb gibt es im Landwirt erst einmal nicht mehr. Erst wenn es die coronabedingten Einschränkungen erlauben, lädt das Lokal wieder zum spontanen Besuch ein. © - keine Angabe im huGO-Archivsys

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Allerdings geht den Auftraggebern coronabedingt offenbar die Puste aus. "Einige Bestellungen für die Weihnachtszeit sind schon wieder rückgängig gemacht worden. Und ob das traditionelle Gänsekeulenessen stattfinden kann, steht in den Sternen", beschreibt Matthias Rompe die Situation. Allerdings setzt er auf eine Besserung der Lage, spätestens im nächsten Jahr. "Wenn wirtschaftliches Arbeiten wieder möglich ist, werden wir das Angebot für unsere Gäste wieder hochfahren." Immerhin wurde die Küche im Landwirt zuletzt komplett vorgerichtet und auch in neue Geräte investiert. "Es würde uns freuen, wenn hier endlich wieder mehr Leben reinkommt - für unsere Mitarbeiter und für ganz Nieder Seifersdorf."

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