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Lorenz knuspert sich durch die Corona-Krise

Das Werk in Kreba war in den vergangenen Monaten gut ausgelastet. Trotzdem gab es nicht nur Höhen. Aber es wurde investiert.

Diese Mehrkopfwaage müssen die bei Lorenz in Kreba-Neudorf hergestellten Produkte passieren, bevor sie in alle Welt verschickt werden. Hier sind gerade NicNacs zu sehen.
Diese Mehrkopfwaage müssen die bei Lorenz in Kreba-Neudorf hergestellten Produkte passieren, bevor sie in alle Welt verschickt werden. Hier sind gerade NicNacs zu sehen. ©  Archiv/André Schulze

Zu Hause bleiben statt auswärts feiern war in den zurückliegenden Monaten die beste Option, wollte man die von der Corona-Krise diktierten und von der Politik verordneten Einschränkungen einhalten. Knuspereien aus dem Chips- und Nussregal waren dabei ständige Begleiter. Sehr zur Freude der Hersteller der gerösteten und gesalzenen Leckereien. Bei Lorenz in Kreba-Neudorf liefen die Maschinen auf vollen Touren. Werkleiter Thomas Winkler: "Wir sind mit den vergangenen 18 Monaten sehr zufrieden und konnten den Menschen mit unseren Produkten hoffentlich ein Stück Normalität und Lebensfreude in die Wohnstube bringen."

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Allerdings war trotzdem nicht alles eitel Sonnenschein in dem Oberlausitzer Werk des im hessischen Neu-Isenburg ansässigen Knusper-Giganten, das vor den Toren der Gemeinde Kreba-Neudorf 1991 als Krebaer Kartoffel- und Vertriebs GmbH von ehemaligen LPG-Mitarbeitern gegründet wurde. 1996 holten sie sich die Unterstützung von Lorenz-Bahlsen mit ins Boot. Seitdem ist der Betrieb Nuss-Spezialist im Konzern und liefert seine hier veredelten Produkte - zum Beispiel NicNacs, Erdnüsse, Cashews oder auch Studentenfutter - nicht nur in deutsche Lebensmittelmärkte, sondern in mehr als 80 Länder auf der Welt. Gerade die jedoch zeigten sich in der Krise zögerlich. Während die Menschen in der Heimat verstärkt nach gerösteten, gesalzenen, pikant gewürzten oder wie auch immer geschmacklich verfeinerten Nüssen griffen, sank der Absatz im Export. Der Werksleiter macht dafür vor allem den fehlenden Tourismus rund um den Globus verantwortlich.

Das Lorenz-Werk in Kreba-Neudorf. Hier werden ausschließlich Nuss-Produkte hergestellt. Im Hintergrund ist das Kraftwerk Boxberg zu sehen.
Das Lorenz-Werk in Kreba-Neudorf. Hier werden ausschließlich Nuss-Produkte hergestellt. Im Hintergrund ist das Kraftwerk Boxberg zu sehen. © Lorenz

Insgesamt würden die Jahre 2020 und 2021 den Lorenz-Beschäftigten in Kreba lange in Erinnerung bleiben, sagt Thomas Winkler. Nicht nur durch die Höhen und Tiefen im Absatz, sondern "weil wir froh sind, dass unsere Corona-Schutz-Maßnahmen so gut funktionieren." Außerdem habe man trotz vieler pandemiebedingter Einschränkungen und Herausforderungen sogar weiter investiert. "Wir sind dabei, eine hochmoderne neue Produktionslinie zu installieren." Durch die sich permanent ändernden Pandemie-Situationen müsse man jedoch weiter sehr flexibel sein. Das sei vor allem in der Logistik und der Rohwarenbeschaffung nicht immer leicht. Trotz aller Schwierigkeiten habe man Snack-Pakete an medizinische Einrichtungen verteilt und auch die Tafeln unterstützt.

Höhere Einkaufspreise für Nüsse und Verpackung

Mit dem zwischenzeitlichen Abflauen der Infektionszahlen im Sommer sieht der Chef des Krebaer Lorenz-Standortes die Krise aber noch nicht als beendet. Denn: "Die Einkaufspreise für Rohwaren und Verpackungsmaterialien ziehen erheblich an." Er begründet das mit der "enormen Belastung, welcher die Wirtschaft auf der ganzen Welt durch Corona ausgesetzt ist." Deshalb werde sich die Situation in diesem und im nächsten Jahr voraussichtlich nicht viel ändern.

NicNacs ohne Ende. In Kreba werden unterschiedliche Nusssorten veredelt und kommen dann als geröstete Cashews, Erdnüsse oder auch als Studentenfutter in die Supermarktregale.
NicNacs ohne Ende. In Kreba werden unterschiedliche Nusssorten veredelt und kommen dann als geröstete Cashews, Erdnüsse oder auch als Studentenfutter in die Supermarktregale. © André Schulze

Weil sich das Krebaer Werk im Konzernverbund auf Nuss-Produkte spezialisiert hat, bezieht es die Rohstoffe nicht wie die Chips-Hersteller vom Kartoffelbauern um die Ecke, sondern von Lieferanten und Farmern aus der ganzen Welt. So stammen zum Beispiel die Erdnüsse überwiegend von Landwirten aus Südafrika, Indien und den USA. Allerdings wird auch dort Wert auf enge Partnerschaft gelegt.

Krebaer Werk unterstützt Cashew-Anbau in Afrika

In Mosambik arbeitet Lorenz - und speziell das Krebaer Werk - mit einem Zusammenschluss mehrerer Kleinerzeuger zusammen. Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und einem norwegischen Familienunternehmen wird die Entwicklung des Cashew-Anbaus unterstützt. Diese Kooperation komme nicht nur dem deutschen Knusperei-Hersteller zugute, so Winkler, sondern stärke vor allem die Wertschöpfungskette vor Ort in Afrika. So wurden dort schon landwirtschaftliche Weiterbildungen realisiert, aber auch Baumschulen und Pflanzungen neu angelegt.

Weil die Menschen sich immer bewusster ernähren, hat auch Lorenz darauf reagiert. Mit dem "Nutri-Score" und Hinweisen auf vegane oder vegetarische Produkte soll mehr Transparenz gezeigt werden, was Inhaltsstoffe und Nährwerte betrifft. Thomas Wnkler ist sich der Aufgaben für die Zukunft bewusst: "Verantwortungsvoll snacken - da entscheidet manchmal das richtige Maß. Aber auch unsere Initiative ist gefragt, zukünftig mehr Produkte zu entwickeln, bei denen der Griff in die Knuspertüte mit ausgewogener Ernährung verbunden ist." Diese Neuerungen entstehen in der Regel im Netzwerk der verschiedenen Lorenz-Standorte, die Krebaer haben also - vor allem im Nuss-Bereich - immer eine Aktie daran.

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