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Wo für junge Leute Träume wahr werden

Die offene Werkstatt des Jugendringes in Niesky will nicht nur Basteltreff sein. Gefragt sind kreative Ideen. Von jungen Leuten und erfahrenen Unterstützern.

Aline Schulz ist Sozialarbeiterin und betreut den neuen Makerspace des Jugendringes Oberlausitz. Hier baut sie im Technikraum gerade einen 3D-Drucker auf.
Aline Schulz ist Sozialarbeiterin und betreut den neuen Makerspace des Jugendringes Oberlausitz. Hier baut sie im Technikraum gerade einen 3D-Drucker auf. © André Schulze

Eigentlich hätte am Freitag Eröffnung sein sollen. Doch der Jugendring Oberlausitz hat die Veranstaltung im neuen Makerspace abgesagt. Der "Raum für Macher" - so die deutsche Übersetzung - bleibt noch ein paar Tage ungenutzt. "Die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus ist uns zu heiß. Wir werden eine Variante finden, die weniger gefährlich ist", sagt Aline Schulz.

Die 25-Jährige hält die Fäden des Projektes in der Hand, hat das neue Angebot in den vergangenen Wochen intensiv vorbereitet. "Wir haben uns den Bedarf angesehen und das, was jungen Leuten derzeit für die Umsetzung ihrer kreativen Ideen geboten wird. Daraus wuchs die Erkenntnis, dass wir uns als Jugendring darum kümmern sollten", erzählt die gebürtige Bautznerin, wie die Idee entstanden ist. Die Makerspace-Bewegung, die seit Mitte der 1990er Jahre existiert, stellte sich als richtige Plattform heraus. "Inhaltlich geht es um gemeinsam genutzte Räume, in der junge Leute tüfteln, forschen, sich aber auch handwerklich ausprobieren können."

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Makerspace als Quell neuer Fähigkeiten

Deshalb trägt die offene Werkstatt im Jugendzentrum an der Muskauer Straße diesen etwas gewöhnungsbedürftigen Namen. "Das Ganze soll nicht nur Basteltreff und Beschäftigungsangebot sein. Wir wollen hier eine Lernstätte schaffen, in der man Wissen erlangen, sich mit anderen austauschen, eigene Fähigkeiten weitergeben, aber auch neue entwickeln kann", macht Aline Schulz den Sinn des neuen Treffpunkts deutlich. Dafür stehen eine Werkstatt und ein Medienraum zur Verfügung. Corona bedingt wird es vorerst keine festen Öffnungszeiten geben. "Wir werden uns vielmehr auf Kursangebote konzentrieren", stellt die Sozialarbeiterin klar. 3D-Druck, Videoschnitt, Filmbearbeitung, Hörspielproduktion gehören ebenso dazu wie das Vervollkommnen der handwerklichen Talente. "Wir könnten zum Beispiel Holzbänke herstellen und die dann in Abstimmung mit der Stadt irgendwo in Niesky aufstellen."

Um die verschiedenen Angebote zu stemmen, ist Aline Schulz auf der Suche nach Ehrenamtlern. "Wir wollen einen Pool an Unterstützern aufbauen, die den jungen Leuten etwas beibringen, aber auch mit Material helfen können." Dabei hat sie vor allem kleine Handwerksbetriebe im Blick, aber auch Baustoffanbieter, Technikfirmen und Computerspezialisten. Die Nutzer von Makerspace - Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren - bekommen vom Jugendring Betreuer zur Seite gestellt. Dafür werden mit Hilfe der Aktion Mensch und des Sächsischen Mitmachfonds zwei Personalstellen finanziert.

Aline Schulz kann sich schon wegen ihres Alters gut in die jungen Leute hineinversetzen, die das Objekt in der Muskauer Straße bald mit Leben erfüllen sollen. Ihr Studium an der Hochschule Zittau/Görlitz ist noch nicht lange her, außerdem ist sie momentan mit ein paar Stunden als Medienpädagogin beim Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanal (SAEK) in Görlitz angestellt. Auch deshalb wird sie sich hauptsächlich auf die Angebote im Technikraum konzentrieren. Für sie selbst ebenfalls eine neue Erfahrung. " In vielen Dingen habe ich zwar Grundkenntnisse, will mich aber natürlich weiterbilden." Gerade dies sei der Anspruch von Makerspace. "Ich finde es toll, dass sich junge Menschen hier ausprobieren können."

Auch Schulangebote künftig im Makerspace

Wenn es Corona zulässt, möchte Schulz einen "Makerday" initiieren. Einen Tag mit verschiedenen kleinen Angeboten und der Chance, die verschiedenen Projektpartner kennenzulernen. Bis dahin dürfte sich auch herauskristallisiert haben, was unter den eingeschränkten Bedingungen überhaupt machbar ist. Die Sozialarbeiterin rechnet mit Siebdruck, Spiele programmieren und Bastelarbeiten aus recyceltem Müll. Auch eine Weihnachtswerkstatt würde sie gern durchführen. Doch ob das klappt, kann im Moment noch keiner sagen. Auf jeden Fall sollen die Schulen in und um Niesky mit einbezogen werden, im günstigsten Fall in Verbindung mit dem GTA-Unterricht.

Die Aktion Mensch hat in ihrer Förderung Gelder bis 2024 zur Verfügung gestellt. "Der Idealfall wäre, dass sich die Werkstatt anschließend selber trägt und selbst verwaltend weitergeführt werden kann", hofft Aline Schulz. Doch dazu sei ein großer Nutzerstamm nötig. Deshalb will die junge Frau in den nächsten Wochen weiter intensiv die Werbetrommel rühren.

Wer sich für Makerspace Niesky in der Muskauer Straße interessiert oder das Projekt unterstützen möchte, kann Kontakt aufnehmen unter Tel. 03588 201799, 0176 46073454 oder E-Mail [email protected]

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