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Wie eine Kodersdorfer Firma 19 Jobs schafft

Mit Rasen mähen und Winterdienst hat es angefangen. Jetzt baut Christian Noack Schallschutzwände und Klärwerke. Und investiert jetzt in Kunnersdorf.

Christian Noack am neuen Domizil in Kunnersdorf-Feldhäuser.
Christian Noack am neuen Domizil in Kunnersdorf-Feldhäuser. © André Schulze

Nicht nur auf der Höhe der Zeit ist Christian Noack mit seinem neuen und modernen Firmensitz, auch was seine Lage betrifft. In Kunnersdorf-Feldhäuser, neben der Gärtnerei, hat das mittelständische Unternehmen seit Mai seinen Sitz.

Dazu wurde das ehemalige Kaufhaus für Mensch und Technik umgebaut. Fertig ist noch nicht alles, sagt der 36-jährige Firmenchef, denn "der Umbau muss uns neben unserer eigentlichen Arbeit gelingen". Aber zumindest ist das Gebäude jetzt so weit vorgerichtet, dass es Büro- und Sozialräume bietet und ausreichend Platz für Fahr- und Werkzeuge. Bisher hatte Noack im ehemaligen Gebäude des Verwaltungsverbandes seinen Sitz, aber das will die Gemeinde Kodersdorf zu einem Ärzte- und Dienstleistungszentrum umbauen.

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Schornstein als Wahrzeichen

An dem 16 Jahre leer stehenden Haus ist Christian Noack schon seit Längerem dran. Dazu hat er das Objekt mit seinem markanten, aber nicht mehr genutzten Schornstein für die nächsten zehn Jahre gepachtet. Was den Schornstein betrifft, sagt er, soll dieser stehen bleiben. Ursprünglich zum Heizhaus für die nebenstehenden Gewächshäuser gehörend, ist er zu einem Wahrzeichen geworden. "Außerdem hatte er bereits Anfragen, den Betonschornstein für Werbung zu vermieten", ergänzt der Hausherr.

Begonnen hat es mit der "Haussache Noack" vor sieben Jahren. Da machte sich der gelernte Möbelpolsterer selbstständig. Zuvor war Christian Noack in der gleichnamigen Polsterei seines Vaters tätig, die im polnischen Luban (Lauban) ihren Sitz hatte. Darüber hinaus führten Noacks auch ein Küchenstudio in Görlitz. Beides ist inzwischen Geschichte.

Fertigbetonteile werden ebenfalls von der Kodersdorfer Firma montiert. Ganz gleich, ob für eine Turnhalle (im Foto) oder Werkhallen oder für die Trinkwasserversorgung.
Fertigbetonteile werden ebenfalls von der Kodersdorfer Firma montiert. Ganz gleich, ob für eine Turnhalle (im Foto) oder Werkhallen oder für die Trinkwasserversorgung. © HSN Industriemontagen

Mit Hausmeisterdienst begonnen

Zunächst begann Christian Noack mit einem Hausmeisterdienst in Kodersdorf. Rasen mähen, Bäume verschneiden, Arbeiten für Haus und Hof und im Winter Schnee räumen und streuen, dafür gründete der Kodersdorfer seine "Haussache Noack". "Doch schon im ersten Jahr zeigte es sich, dass wir nicht nur zu Hausmeisterdiensten nachgefragt wurden", berichtet der Existenzgründer. Ob seine Leute auch Anlagen- und Industriemontagen ausführen können, wurde der Jungunternehmer öfters gefragt.

Somit wurde schon bald aus der Haussache Noack die HSN Industriemontagen. Ein Unternehmen, das nicht nur Stahlträger zu einem Großen und Ganzen zusammenfügt, sondern auch Betonfertigteile, Fundamente und Türme für Windkraftturbinen baut bis hin zur Wartung von Sendemasten und Industrieanlagen. Dazu sind die Monteure im deutschsprachigen Raum in Europa unterwegs. Jüngst in der Schweiz, wo eine 400 Tonnen schwere Turbine in einem Kraftwerk zu installieren war oder jetzt auf der Insel Usedom, wo ein neuer Trinkwasserbehälter für Zinnowitz gebaut wird.

Zufrieden mit den Aufträgen

Als Geschäftsführer ist Christian Noack mit der Auftragslage zufrieden. "Arbeit haben meine 19 Beschäftigten", betont er. Selbst Corona hat dem Montage-Geschäft bisher keinen großen Abbruch an Aufträgen bereitet. "Die Schwierigkeit war mehr, Quartiere für unsere Monteure zu finden, denn viele Hotels und Pensionen blieben geschlossen. Außerdem wurde auf einigen Baustellen nur eingeschränkt gearbeitet."

Umspannwerke für die Stromversorgung zu bauen, gehört ebenfalls zu den Aufgaben von HSN Industriemontagen.
Umspannwerke für die Stromversorgung zu bauen, gehört ebenfalls zu den Aufgaben von HSN Industriemontagen. © HSN Industriemontagen

Inzwischen ist die Firma Noack als Montageprofi nicht nur weithin bekannt, sondern auch ein geschätzter Partner. "Aus manchem Auftrag entwickelt sich eine feste Geschäftsbeziehung über Jahre", sagt Christian Noack. Das heißt, für Montagearbeiten greifen die Bauherren großer Unternehmen gern und wiederholt auf die Kodersdorfer Spezialisten zurück. Das tat auch die Deutsche Bahn beim Ausbau der Niederschlesien Magistrale. Die Montage der Schallschutzwände zwischen Niesky und Lohsa erledigten auch Noacks Mitarbeiter.

Fachwissen selbst angeeignet

Der Wechsel von der Polsterei zur Industriemontage fiel Christian Noack nicht allzu schwer. "Was das Kaufmännische in einem Unternehmen betrifft, das hatte ich von meinem Vater gelernt. Das Fachwissen für die Arbeiten auf den Baustellen musste ich mir selbst aneignen, dabei sind mir auch meine Mitarbeiter ein guter Lehrmeister", erzählt der Familienvater. Tochter und Sohn besuchen die Oberschule in Kodersdorf. Seine Frau Susanna ist ebenfalls selbstständig. Sie führt ihren Friseursalon in der Alten Apotheke in Kodersdorf und arbeitet im Büro ihres Mannes mit.

Eine Sparte aus der Anfangszeit der "Haussache Noack" ist in dem mittelständischen Unternehmen geblieben: der Winterdienst. Die Technik ist mit in das neue Objekt umgezogen und mit ihr ist der Chef selbst und Mitarbeiter von ihm vorwiegend im Gewerbegebiet Kodersdorf unterwegs, um bei den Firmen das Betriebsgelände zu räumen und zu streuen. Gleichzeitig sichert der Winterdienst die Beschäftigung, wenn es in der Winterzeit weniger auf den Baustellen zu montieren gibt. Vorausgesetzt, es fällt genügend Schnee wie im Vorjahr.

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