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Dippoldiswalde

Nudelzeit in Glashütte

Lange wurde über das Gastronomie-Angebot geklagt. Jetzt ändert sich die Lage – zumindest für Pastaliebhaber.

Gleich acht Uhren hängen in der neuen Glashütter Imbissgaststätte Nudelzeit, die von Winnie Querner geführt wird. Nur an einer Uhr kann die richtige Zeit abgelesen werden, nämlich der Feierabenduhr. © Karl-Ludwig Oberthür

Klein, fein und freundlich. So lässt sich die neue Imbissstube, die seit Kurzem die Glashütter und die Mitarbeiter der Uhrenfirmen wochentags zum Mittagessen einlädt, beschreiben. Der Name „Nudelzeit“ ist Programm. Denn bei Winnie Querner gibt es ausschließlich Nudelgerichte. Jeden Tag bietet sie drei verschiedene Sorten an. „Darunter ist immer eine aus Vollkorn“, erklärt die 32-Jährige.

Außerdem können ihre Gäste mindestens zwischen drei Soßen wählen, darunter ist auch eine vegetarische. Mit diesem Konzept hat die junge Frau offenbar den Nerv der Glashütter getroffen. Seit der Eröffnung des Bistros, das sich unmittelbar neben dem früheren Bistro H 4 befindet, ist der kleine Gastraum mit seinen 16 Plätzen gut besucht. „Dass es so gut läuft, hätte ich nicht erwartet“, sagt die Inhaberin.

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Sie hofft, dass das anhält. Das Potenzial ist da. Schließlich arbeiten in den Glashütter Uhrenfirmen rund 1 800 Mitarbeiter, wie Nomos-Glashütte-Geschäftsführer Uwe Ahrendt jüngst bei einer Bürgerversammlung erklärte. Doch nicht nur deren Angestellte kommen zum Nudelessen. Zur Kundschaft von Winnie Querner gehören auch viele Senioren. Einigen sind die Portionen etwas groß, sagt die junge Frau. „Was sie nicht schaffen, packe ich ihnen ein.“ Zusammen mit ihrem Mann und einer Mitarbeiterin will sie alles tun, damit die Leute gern bei ihr essen. „Wir kochen nur, was uns selbst schmeckt.“ Und das ist eine ganze Menge. Denn Nudel ist nicht gleich Nudel, und bei den Soßen lässt sich auch viel variieren. „Ich kann zwischen 20 und 30 verschiedene Gerichte anbieten“, sagt Winnie Querner. Ein Essen kostet zwischen vier und fünf Euro.

Idee entstand nach dem Weihnachtsmarkt

Auf die Idee, einen Nudelimbiss zu eröffnen, kam sie beim Glashütter Weihnachtsmarkt im Dezember. Dort war die junge Frau, die im Liebststädter Ortsteil Seitenhain wohnt und gelernte Konditorin ist, Ausstellerin. Sie präsentierte ihre Firma Schokotraum, die Pralinen herstellt, Torten macht und Kuchenbuffets für verschiedene Anlässe ausrichtet. Als Winnie Querner am Tag nach dem Weihnachtsmarkt mit dem Abbauen ihres Standes fertig war, wollte sie noch gemütlich mittagessen. Doch sie fand nichts. „Am Ende saßen wir im Dönerladen.“ Bei ihrem Rundgang durch Glashütte entdeckte sie aber auch einen Aushang, dass für ein Geschäft ein Nachmieter gesucht wurde. Dort kam Winnie Querner die Idee, eine Imbissgaststätte zu eröffnen. Sie nahm Kontakt zum Vermieter auf und wurde sich schnell mit ihm einig. Im Januar und Februar wurde die frühere Modeboutique an der Hauptstraße zu einem Gastraum umgebaut. „Das alles hat mein Mann gemacht“, sagt sie.

Von Anfang an war der jungen Frau klar, dass es hier Nudeln geben wird. Das rührt nicht aus einer großen Zuneigung zum Land der Nudeln – Italien. „Nein, sonst hätte ich einen Namen mit Pasta gewählt“, sagt sie mit einem Lächeln. Die Entscheidung für die Nudeln als Hauptspeise fällte sie, weil sie seit ihrer Kindheit leidenschaftlich gern Nudeln isst. „Schon meine Oma sagte, mach dir lieber Nudeln statt Sorgen.“ Den Spruch findet sie so gut, dass sie ihn auf Papier brachte, einrahmte und in ihren Nudelimbiss hängte. Nudeln und Soßen lassen sich rasch zubereiten. Damit könne man immer schnell etwas Frisches servieren. Das wird geschätzt. Wenige Tage nach der Eröffnung war die Nudelzeit bereits kurz Thema in einer Bürgerversammlung. Dort wurde der Imbiss schon mal lobend erwähnt. Winnie Querner freut das.

Sehr überrascht sei sie gewesen, als einen Tag nach der Eröffnung ein Mann mit einer Orchidee in der Tür stand und sie zur Eröffnung beglückwünschte. „Das war Bürgermeister Markus Dreßler“, sagt sie. Der zeigte sich im Gespräch mit der SZ erfreut, dass eine junge Frau die Initiative ergriffen und einen Imbiss eröffnet hat.

Auf solche Initiativen haben die Glashütter lange gewartet. Denn in den ersten Jahren nach der Neueröffnung des Uhrenmuseums tat sich im Bereich der Gastronomie nicht viel. Die Stadt verlor sogar traditionsreiche Gasthäuser wie den Silberstollen, das Goldene Glas und Bistro H 4. Eine Trendwende trat vor einigen Monaten ein, als zuerst die Bäckerei Bärenhecke ein kleines Café anbot und im Herbst das Gasthaus Schieferei eröffnet wurde. Seit dem 4. März gehört nun auch die Nudelzeit dazu. Pläne, die Nudelzeit auch am Wochenende zu öffnen, hat Winnie Querner nicht. Die freie Zeit brauche sie zur Erholung, zum Einkauf und für ihr zweites Unternehmen.

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/freital und www.sächsische.de/dippoldiswalde vorbei.

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