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Bautzen

Ohne Kreisstraße kein Abwasser

Ein ehemaliger Malschwitzer Gemeinderat sorgt sich um das Dorf Kleinbautzen. Und hofft auf Unterstützung seines bekannten Namensvetters in Dresden.

Dietmar Kretschmer ist sauer, dass die Straße durch Kleinbautzen wieder nicht gebaut wird. Deshalb hat er jetzt an Ministerpräsident Michael Kretschmer geschrieben.
Dietmar Kretschmer ist sauer, dass die Straße durch Kleinbautzen wieder nicht gebaut wird. Deshalb hat er jetzt an Ministerpräsident Michael Kretschmer geschrieben. © Steffen Unger

Kleinbautzen. Eigentlich ist Kleinbautzen ein idyllisches Dorf. Als Dietmar Kretschmer anfängt aufzuzählen, was es alles gibt und wie aktiv die ungefähr 370 Einwohner sind, ist er selbst überrascht. Von der Kita über das Kulturhaus, eine Kegelbahn, das Budissa-Sportzentrum, der Jugendclub und nicht zu vergessen die Feuerwehr. Es gibt einen Senioren- und einen Heimatverein. Wo also liegt das Problem von Dietmar Kretschmer?

Es gibt nicht nur ein Problem in Kleinbautzen. Es gibt viele. Vor allem aber sind es Probleme, die die Gemeinde Malschwitz, zu der Kleinbautzen gehört, nicht allein lösen kann. Bei denen die Gemeinde schon seit Jahren allein gelassen wird. Zum Beispiel beim Straßenbau. Durch den Ort führt eine Kreisstraße. Nun, als Straße ist diese Holperpiste kaum noch zu bezeichnen. Kopfsteinpflaster, geflickte Randstreifen und die sehr eng an der Bebauung entlangführende Straße machen sie zu einem gefährlichen Pflaster.

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Seit acht Jahren vertröstet

Vernünftigerweise sollte allerdings vor der Sanierung der Straße zunächst die Abwasserentsorgung gebaut werden. Die wiederum kann nur geplant und umgesetzt werden, wenn auch der Landkreis Bautzen bereit ist, diese desolate Straße zu bauen. Doch seit fast acht Jahren wird die Gemeinde vertröstet – so wie viele andere Dörfer, durch die Kreisstraßen führen, auch. Bereits 2013 stand Kleinbautzen im Abwasserbeseitigungskonzept des Abwasserzweckverbandes (AZV) Kleine Spree, doch bisher ging nichts vorwärts. Nun wurde im vergangenen Jahr tatsächlich gesagt, dass es losgehen kann. Fördermittel durch den Freistaat waren in Aussicht gestellt.

Und jetzt? Nichts passiert. Die Fördermittel für Kleinbautzen stehen nicht mehr im Plan. Der Kreis hat das Vorhaben auf Eis gelegt, weil das Wirtschaftsministerium Fördermittel verweigert. So wie weitere sechs Vorhaben im Kreis. Auf Nachfrage des Landkreises im Wirtschaftsministerium kam in diesem Monat die Antwort, „dass die Bearbeitung uns erst für die Jahre 2021/ 2022 in Aussicht gestellt wird“, sagt Landkreis-Sprecherin Frances Lein. Es werde nach Alternativen in der Förderung gesucht, um 2020 anzufangen.

Alles wird teurer

Der Geschäftsführer des AZV, Andreas Skomudek, ist nur noch sauer. „Leider gibt es auch keine verbindlichen Aussagen zu 2020, sodass wir bei der Erfüllung der Pflichtaufgaben wieder abhängig vom Freistaat sind“, sagt Skomudek. Fördermittel gibt es wegen dem Zeitverzug nicht mehr.

Dietmar Kretschmer schüttelt den Kopf. Er kann diese Art nicht mehr verstehen. „Wenn die Kreisstraße nicht kommt, kommt kein Abwasser. Wenn das nicht kommt, kann auch die Gemeinde nicht bauen. Und alles wird immer teurer, je länger gewartet wird“, ist er enttäuscht. „Wenn man mit dem Fahrrad durch den Ort fährt, muss man in der Mitte bleiben, sonst rutscht man über die gestopften Löcher in den Graben oder kippt um“, sagt er.

Da der Kleinbautzener jetzt zwar kein Gemeinderat mehr ist, aber sich dennoch ehrenamtlich stark engagiert, sucht er sich Hilfe bei seinem Namensvetter Michael Kretschmer. „Als er Ministerpräsident wurde, hat er vielen Menschen im ländlichen Raum Hoffnung gemacht“, sagt Dietmar Kretschmer. Jetzt würde er den Ministerpräsidenten einmal nach Kleinbautzen einladen, damit er sieht, wie es den Menschen vor Ort geht. Und wo noch Probleme gelöst werden müssen.

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