merken
PLUS Pirna

Pirna: Auf diesem Areal tut sich nichts

Viele Pirnaer fragen sich, wann die geplante Autowaschanlage an der Dresdner Straße gebaut wird. Die Baufirma schweigt jedoch.

So sieht das Grundstück aus, auf dem eigentlich eine Autowaschanlage gebaut werden sollte.
So sieht das Grundstück aus, auf dem eigentlich eine Autowaschanlage gebaut werden sollte. © Daniel Schäfer

Die Fläche an der Dresdner Straße 7, gleich neben dem Lidl-Markt, ähnelt einer Brache. Einige Holzpaletten liegen herum, daneben Steinplatten, das Unkraut wuchert. Welche Funktion der einsame Holzwagen hat, erschließt sich auch keinem. Dabei gibt es ehrgeizige Pläne für das Gelände. Bereits im Februar 2020 berichtete Sächsische.de, dass ab dem Sommer auf dem Areal eine moderne Autowaschanlage entstehen sollte. Eine alte Halle im hinteren Bereich wurde dafür damals bereits abgerissen. Doch seitdem ist kein Bagger mehr angerückt. Viele Pirnaer fragen sich, ob der Plan aufgegeben wurde und wie es mit dem Grundstück an der Bundesstraße weitergeht. So auch der Herr, der an diesem Freitagmorgen an der Brache vorbeigeht. "Hier tut sich doch gar nichts, was ich nicht verstehe, denn die Lage ist nicht schlecht."

Bauherr schweigt

Bauherr und künftiger Betreiber der Halle ist nach Informationen von Sächsische.de die Firma Schaefer Invest Projekt GmbH aus Heilbronn. Auf Anfrage zum aktuellen Planungsstand gab die Geschäftsleitung telefonisch allerdings keine Auskunft. Auch die E-Mail an das Unternehmen blieb unbeantwortet. Weiß die Pirnaer Stadtverwaltung mehr? "Nach unserer Kenntnis ruht derzeit der Vorgang, da durch den Eigentümer noch Grundstücksfragen geklärt werden", sagt Rathaussprecher Thomas Gockel.

ECHT.SCHÖN.HIER
Sachsen entdecken und erleben
Sachsen entdecken und erleben

Lernen Sie unbekannte Orte der Region kennen - wir geben Ihnen Insidertipps um die Heimat neu zu erkunden und lieben zu lernen.

Geplante Autowaschanlage mit vielen Schikanen

Dabei waren die Pläne schon sehr konkret. In der Mitte des insgesamt 4.100 Quadratmeter großen Areals sollte eine Halle mit einer Autowaschstraße errichtet werden. Die Einfahrt auf das Gelände würde von der Dresdner Straße erfolgen. Der Plan sah zudem vor, dass in der Halle 24 Staubsaugerplätze und ein Pflegezentrum mit Boxen bereitgestellt werden. Außerdem waren 14 Außenstaubsaugerplätze angedacht.

Neue Arbeitsplätze sollten entstehen

Mit dem Projekt sollten auch acht feste Arbeitsplätze und sechs Teilzeitstellen entstehen, hieß es damals.

Rund fünf Millionen Euro wollte die Firma in das Autopflegecenter investieren. Zustimmung für das Projekt kam prompt von der Stadt. "Wir begrüßen den Plan und die Tatsache, dass das Areal jetzt entwickelt wird", erklärte Thomas Gockel im Februar 2020.

Tragödie ereignete sich auf dem Grundstück

Weiterführende Artikel

Heidenau: Wird das mit Globus doch nichts?

Heidenau: Wird das mit Globus doch nichts?

Real überrascht jetzt mit einer Aussage. Einen Verdacht gab es schon zuvor. Bringt nun ein Gespräch am Donnerstag Klarheit?

Allerdings hängt ein Schatten über dem Gelände. Im August 2015 wurde eine Passantin von einem herabfallenden Gebäudeteil an dem Standort erschlagen. Das ruinöse Haus befand sich auf dem Grundstück, die Pirnaerin wartete damals auf den Bus. Diese Tragödie kennt auch Frank Renoth, der bis Frühjahr 2020 auf dem Gelände einen Imbiss mit Biergarten betrieben hatte. Um an die Tote zu erinnern, stellte er im Sommer 2019 einen Gedenkstein für die damals verstorbene Anita Krieger auf. Auch Passanten legten immer mal wieder eine Blume an dem Stein nieder, der nach wie vor an dem Standort steht. Der Pachtvertrag von Frank Renoth wurde wegen der geplanten Autowaschanlage gekündigt. Renoth baute daraufhin seinen Biergarten ab und sucht jetzt gemeinsam mit seiner Frau einen geeigneten Standort in Pirna, wo er den Imbiss mit bayrischen Spezialitäten erneut eröffnen kann.

Mehr Nachrichten aus Pirna lesen Sie hier.

Den täglichen kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen.

Mehr zum Thema Pirna