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Das sind die besten Brote aus SOE

Bei der öffentlichen Brotprüfung wurden 59 Brotlaibe unter die Lupe genommen. Der eigentliche Gewinner ist aber die Pirnaer Tafel.

Sehen, riechen, fühlen und schmecken. Michael Isensee vom Deutschen Brotinstitut (links) und Brotsommelier Chris Jentzsch mit einem Vollkornbrot.
Sehen, riechen, fühlen und schmecken. Michael Isensee vom Deutschen Brotinstitut (links) und Brotsommelier Chris Jentzsch mit einem Vollkornbrot. © Daniel Schäfer

Wie gut ist das Brot im Landkreis? Diese Frage wurde am Donnerstag in Pirna bei einer öffentlichen Brotprüfung geklärt. Wie jedes Jahr lud die Bäckerinnung Pirna zu der Veranstaltung ein, die diesmal in der Pirnaer Innenstadt durchgeführt wurde. 20 Bäcker aus dem Landkreis wollten wissen, ob sie ihr Handwerk beherrschen. Das scheint der Fall zu sein: 35 Brote erhielten das Prädikat "sehr gut", 17 weitere Brote konnten das Prädikat "gut" erreichen. Sieben der 59 eingereichten Brote wurden nicht prämiert.

Zu viel Muskat im Kartoffelbrot

Die Entscheider sind auch diesmal wieder bekannte Gesichter. Brotsommelier Chris Jentzsch aus Meißen und sein Kollege Michael Isensee vom Deutschen Brotinstitut prüfen die Brotlaibe auf Kruste und Krume. Gerade nimmt sich Jentzsch das Kartoffelbrot aus der großen Kiste. Zunächst das Äußere : Form und Aussehen. Das gibt schon mal Punkte. Dann der Tastbefund. Dazu schneidet der Fachmann den Laib einmal durch. Mit dem Daumen drückt er in die Krume. "Das Brot muss in seine ursprüngliche Form zurückkehren", sagt Jentzsch. Das macht das Kartoffelbrot. Porung und Lockerung? Auch okay! Dann die Geschmacksprobe. Hier fällt das Exemplar durch. Denn sowohl Isensee wie auch Jentzsch empfinden das Muskat-Aroma als zu intensiv. Fazit: Dieses Brot wird nicht prämiert. Aber Isensee betont, der Durchfaller ist die Ausnahme. "Üblicherweise prämieren wir drei Viertel der Brote bei der Prüfung", so der Experte.

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Auch Schwarzbierbrot wird verkostet

Hauptsächlich die Klassiker wie Mischbrot und Roggenbrot wurden bei der Brotprüfung unter die Nase und in den Mund genommen. Aber die Brotprofis untersuchten auch solche Exoten wie Schwarzbierbrot und Chiabrot. Ausschließlich die Innungsbäckereien dürfen ihre Produkte einreichen. Für das erste Brot zahlt der teilnehmende Bäcker nichts, für jedes weitere jeweils fünf Euro. "Die Tester müssen ja auch bezahlt werden", sagt Antje Reichel, Geschäftsführerin der Bäckerinnung Pirna.

Einer, der es ganz genau wissen will, wie sein Brot ankommt, ist Bäckermeister Frank Gröger aus Pirna. Er ist mit fünf Broten am Start. Warum macht er mit? "Ganz einfach, als Innungsobermeister muss ich schließlich mit gutem Beispiel vorangehen", meint er. Außerdem sei die Brotprüfung eine gute Eigenkontrolle, besonders auch für neue Brotkreationen aus seiner Backstube. "Und im Idealfall, wenn es zu einer Auszeichnung kommt, kann ich die Urkunde in meinem Laden aushängen, was eine gute Werbung ist", erklärt Gröger.

Die Wertung der Brote ist denkbar einfach. Das maximal Erreichbare ist der Goldstatus. Diese Erhebung in den Adelstand erreicht ein Brot, wenn es drei Jahre in Folge mit "sehr gut" bewertet wird. Zu diesen Siegern zählen:

Goldstatus:

  • Bäckerei & Konditorei Thomschke, Inh. Liane Richter, Oberottendorf - Roggenmischbrot
  • Bäckerei Tannenbaum-Degenkolbe, Schlottwitz - Roggenmischbrot
  • Bäckerei Grosche, Dippoldiswalde - Roggenmischbrot
  • Bäckerei und Konditorei Mehnert, Dührrröhrsdorf-Dittersbach - Störtebecker und Roggenklärchen
  • Bäckerei Förster, Bad Schandau - Roggenmischbrot

Weitere Auszeichnungen werden mit der Note "sehr gut" und "gut" bewertet. Wird eine Brotsorte nicht bewertet wegen gravierender Mängel, dann ist der verantwortliche Bäcker aber trotzdem Gewinner, denn er bekommt, wie auch allen anderen eine exakte Analyse, sodass er weiß, woran er künftig bei diesem Brot arbeiten muss. Sämtliche Ergebnisse können im Netz auf der Seite der Kreishandwerkerschaft abgerufen werden.

Kulinarisches Rahmenprogramm für Passanten

Flankiert wurde die Brotprüfung von mehreren Akteuren. Davon profitierten besonders die Passanten, die an diesem Donnerstag durch die Pirnaer Innenstadt schlenderten und bei der öffentlichen Brotprüfung in der Dohnaischen Straße vorbeikamen. Vertreten war die Krankenkasse IKK classic. Ernährungsberaterin Ilona Leo hatte zuvor leckere Häppchen mit verschiedenen Brotaufstrichen vorbereitet, die sie anbot. Dabei kam sie mit den Fußgängern ins Gespräch und konnte gute Tipps zum Thema ausgewogene Ernährung an den Mann beziehungsweise an die Frau bringen. Gerne angenommen wurden auch die Tomaten-Mozzarella-Snacks von der Bäcker- und Konditorengenossenschaft (BÄKO). Und besonders passend zum Thema: Tobias Fuchs von der Dresdner Mühle heizte vor Ort seinen mobilen Holzbackofen ein, um Kostproben des frischen Brotes zu verteilen.

Kunden der Pirnaer Tafel sind die Sieger

Der eigentliche Gewinner der Brotprüfung waren aber nicht die teilnehmenden Bäckereien, sondern die Pirnaer Tafel. Denn die Mitarbeiter durften sich gegen Nachmittag die übriggebliebenen Brotlaibe abholen und an ihre Kunden verteilen.

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