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Die neue Frau im Kirchenbezirk Pirna

Die Kirchenbezirkssynode hat die Theologin Brigitte Lammert zur neuen Superintendentin gewählt. Bis sie ihr Amt antritt, dauert es aber noch.

Brigitte Lammert im Diakonie- und Kirchgemeindezentrum Pirna-Copitz: Ich lege großen Wert auf Ehrlichkeit und Vertrauen.
Brigitte Lammert im Diakonie- und Kirchgemeindezentrum Pirna-Copitz: Ich lege großen Wert auf Ehrlichkeit und Vertrauen. © Daniel Förster

Am Ende der Vorstellungsrunde kam sie dann doch noch, die obligatorische Frage, die Theologen gern gestellt wird - jene nach ihrem Lieblingsvers aus der Bibel.

Brigitte Lammert musste da nicht lang überlegen, spontan zitierte sie aus Psalm 31: "Du stellst meine Füße auf weiten Raum."

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Auf einer Sondersitzung hat die Pirnaer Kirchenbezirkssynode die 49-jährige Theologin jetzt zur neuen Superintendentin gewählt. Von den abgegebenen 34 Stimmen entfielen 31 auf sie, zwei Synodale stimmten dagegen, einer enthielt sich. "Wir freuen uns sehr über das eindeutige Votum und gratulieren ihr zur Wahl", sagt Michael Schleinitz, Pfarrer in Lohmen und derzeit amtierender Superintendent im Kirchenbezirk Pirna.

Stelle seit einem Jahr vakant

Brigitte Lammert folgt damit auf die frühere Superintendentin Uta Krusche-Räder, die im Juni 2020 in den Ruhestand verabschiedet wurde. Seither war die Stelle vakant.

Nach der Wahl obliegt es nun der Kirchenleitung der evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsen, sie zur neuen Superintendentin zu ernennen. Mit diesem Amt ist zugleich eine Pfarrstelle in der Kirchgemeinde Pirna verbunden, in die sie entsendet wird.

Den Wahlvorschlag für das Kirchen-Spitzenamt im Kirchenbezirk Pirna hatte zuvor eine Findungskommission der Kirchenleitung erarbeitet. In dieser Kommission wirkten auch zwei Vertreter aus dem Kirchenbezirk Pirna mit.

Ruhige Art, klare Sprache

Vor dem abschließenden Votum hatte sich Brigitte Lammert persönlich der Kirchenbezirkssynode vorgestellt. Sie habe sich, sagt sie, bewusst für einen der kleineren Kirchenbezirke entschieden. Sie schätze sehr, wenn man einander kennt und versteht. Das lasse sich in einem überschaubaren Gebiet wesentlich einfacher bewerkstelligen.

Überdies legt die Theologin großen Wert auf Ehrlichkeit und Vertrauen, auf ein Miteinander auf Augenhöhe. "Ich komme jetzt nicht in den Kirchenbezirk, um allen große innovative Vorschläge überzustülpen", sagt sie.

Sie wolle die Menschen vielmehr bei den Dingen beraten und unterstützen, die sie selbst angeschoben haben. Sie steuere aber auch gern eigene Ideen bei.

Am Tag vor ihrer Wahl hatte sich Brigitte Lammert auf Einladung des Pirnaer Kirchenvorstandes bereits mit einem Gottesdienst in der Pirnaer Stadtkirche St. Marien vorgestellt - was auf eine große positive Resonanz stieß. Vielen Gottesdienstbesuchern gefielen ihre ruhige, gelassene Art und ihre klare Sprache.

Studium in Leipzig, Pfarrerin in Neugersdorf

Brigitte Lammert wurde 1972 in Görlitz geboren. Sie wuchs dort in einer Kirchenmusiker-Familie auf. Während ihrer Zeit auf der erweiterten Oberschule von 1988 bis 1990 festigte sich der schon länger gehegte Berufswunsch, Pfarrer zu werden.

Von 1990 bis 1997 studierte sie evangelische Theologie an der Universität Leipzig. Nach bestandenem ersten Examen in Berlin absolvierte sie ihr Vikariat zunächst in Reichenbach, später in Görlitz.

Nach dem zweiten Examen war allerdings keine Pfarrstelle in Görlitz frei, so übernahm sie mit ihrer Ordination die Pfarrstelle in Neugersdorf, die sie nunmehr seit 18 Jahren innehat.

Im neu gebildeten Kirchspiel Oberes Spreetal übernahm sie 2021 die Pfarramtsleitung. Zudem ist Brigitte Lammert seit 2011 stellvertretende Superintendentin des Kirchenbezirks Löbau-Zittau und seit 2020 gewähltes Mitglied der 28. Landessynode.

Bis sie nach Pirna kommt, wird es noch eine Weile dauern. Ehestens Anfang 2022 wird sie ihr Amt als neue Superintendentin antreten.

Der Kirchenbezirk Pirna besteht nach der Strukturreform seit Beginn dieses Jahres aus den drei Kirchgemeindebünden "Oberelbe Pirna", "Heidenau" und "Nördliche Sächsische Schweiz" mit insgesamt rund 20.000 Gemeindemitgliedern.

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