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Pirna

SOE: Ein Preis - drei Frauen

Die Linken haben auch 2021 zum Frauentag den Anna-Hirsch-Preis vergeben. Nur diesmal kamen die Frauen nicht zur Preisübergabe, sondern der Preis zu ihnen.

Das preisgekrönte weibliche Trio: Ines Eckstein, Edith Klikics-König und Anne Weigang (v.l.).
Das preisgekrönte weibliche Trio: Ines Eckstein, Edith Klikics-König und Anne Weigang (v.l.). © privat

Statt Pralinen für alle, gibt es bei den Linken im Landkreis seit 2013 zum Frauentag einen Preis für zwei bis vier Frauen. Er trägt den Namen der Dohnaer Antifaschistin Anna Hirsch. Im neunten Jahr des Preises erhielten ihn wieder drei Frauen. Erstmals nicht im Rahmen einer Veranstaltung am 8. März in Heidenau, sondern der Preis wurde mit einem Blumenstrauß zu ihnen gebracht - und zwar nach Pirna, Freital und Reichstädt.

Anne Weigang: Für die Kinder legt sie sich mit der Stadt an

Anne Weigang ist Sozialpädagogin. Dass ihr Kinder und der Umgang mit Kindern am Herzen liegen, merkt man bei jedem Satz, heißt es im Vorschlag für die Freitalerin. "Anne ist mit Leib und Seele dabei, wenn es darum geht, Kinder zu unterstützen", ist da zu lesen.

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Vor über zehn Jahren gründete Anne Weigand den Mundwerk-Verein mit. Ein Verein, der Kindern und Jugendlichen in Freital-Potschappel eine Anlaufstelle bieten wollte. Hausaufgaben, einfach quatschen, Probleme erkennen und lösen, und auch eine warme Mahlzeit. "Dafür legte sich Anne auch schon mal mit der Stadt an." Für Anne Weigang und den Verein waren alle Kinder gleich, egal ob nun die Eltern Beamte oder Arbeiter waren oder keinen Job hatten. Sie brachte mit den anderen im Verein den Kindern auch bei, was Demokratie bedeutet und was Wahlen sind. "Und sie musste erkennen, dass das nicht allen Menschen in Freital gefällt. Mal war ein Autoreifen zerstochen, mal waren es üble Sprüche, die sie zu hören bekam. Aber all das hielt sie nicht davon ab, weiter zu machen."

Außerdem gehört Anne Weigang zur Stolpersteingruppe. Durch ihre umfangreichen Recherchen trug sie dazu bei, dass wahrscheinlich in diesem Jahr Freital einen ersten Stolper-Gedenkstein erhält.

Ines Eckstein: Ein Engel nicht nur beim Haareschneiden

Steffi Brachtel hat Ines Eckstein 2016 über gemeinsame Freunde bei Facebook kennengelernt. "Sie war damals bereits sehr engagiert in allem, was mit Helfen zu tun hat. Egal ob Flüchtlinge, Obdachlose, Menschen in Rumänien, oder einfach Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen", sagt Steffi Brachtel, die die Reichstädter Friseurmeisterin für den Anna-Hirsch-Preis vorgeschlagen hat.

Seit einiger Zeit ist Ines Eckstein bei den „Barber Angels“ aktiv. Dies ist eine Initiative von Friseuren, die obdachlosen Menschen kostenlos die Haare schneiden und ihnen damit ein Stück Würde zurückgeben wollen. Unermüdlich ist sie am Sammeln, Kontakte knüpfen, Spenden koordinieren. Sie bekommt Anrufe von Supermärkten, dass Lebensmittel abgeholt werden können, bringt diese mit anderen Helfern zum Beispiel zur Suppenküche oder zur Bahnhofsmission nach Dresden. Zu Weihnachten packt sie Päckchen für Menschen in Rumänien, sammelt Kleidung, Schlafsäcke, Spielzeug unter anderem für Flüchtlingsunterkünfte und das Frauenhaus.

Sie ist eine bescheidene Frau, die selbst, als sie ihren Friseursalon in Dippoldiswalde coronabedingt schließen musste, nicht jammerte und lamentierte, sondern anpackte, wo viele andere wegschauen und sich um sich selbst drehen. "Ines ist eine tolle und starke Frau."

Edith Klikics-König: Von der Tafel zur Begegnungsstätte

2007 hatte Edith Klikics-König die Leitung der „Pirnaer Tafel“ übernommen. Mit Herzblut und ganzer Kraft entwickelte sie sie zu einer festen Institution der sozialen Betreuung in Pirna. Darüber hinaus gelang es ihr, den Tafelstandort am Tischerplatz als Familien-Begegnungsstätte mit Kleiderkammer und Suppenküche auszugestalten. Die Begegnungsstätte nahm jährlich an der 1. Mai-Feier auf den Pirnaer Elbwiesen teil, an die man sich nicht nur wegen des leckeren Kuchenangebots gern erinnert.

Edith Klikics-König hat auch Flüchtlingen Solidarität, Fürsorge und Ermutigung gegeben, wird in der Laudatio hervorgehoben. Als die „Tafel“ und Kleiderkammer in Heidenau Unterstützung benötigten, packte die Preisträgerin dort für einige Jahre mit an. 2019 kandidierte Edith Klikics-König für die Linken für den Pirnaer Stadtrat.

Die Pirnaer Gleichstellungsbeauftragte Sandra Wels kommentierte den Anna-Hirsch-Preis für Edith Klikics-König mit den Worten: „Ich danke Ihnen für Ihr Engagement in Pirna. Ich verneige mich vor Ihnen und gratuliere von Herzen zu diesem verdienten Preis.“

Hier geht's zur Preisvergabe

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