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Ratskeller Dohna wieder zu

Vor einem Jahr starteten die jungen Betreiber ambitioniert. Nun geben sie in Corona-Zeiten auf. Der Eigentümer hofft auf ein anderes Konzept für das Haus.

Keine Informationen im Schaukasten, keine Bestell-Telefonnummer auf der Tafel: Der Ratskeller Dohna ist zu.
Keine Informationen im Schaukasten, keine Bestell-Telefonnummer auf der Tafel: Der Ratskeller Dohna ist zu. © 28.04.2021 15:55

ls sie Anfang März vergangenen Jahres den Eröffnungstermin auf den 1. April legten, ahnte niemand, was da kommt. Aus dem 1. April wurde dann coronabedingt Mitte Mai. Die jungen Leute um die Brüder Dominik und Martin Kirsten starteten im Dohnaer Ratskeller mit viel Engagement, das schon bald wieder in die Schranken gewiesen wurde. Der Außer-Haus-Verkauf brachte nicht so viel Umsatz, wie man gebraucht hätte. Gemeinsam mit Vater Robby Kirsten, der den Mietvertrag unterzeichnet hatte, entschieden sie nun: Schluss.

Keine Chance auf Corona-Hilfe

"Es hätte sonst das Ende bedeutet, auch meines", sagt Kirsten, der auch die Katzsteinbaude bei Cunnersdorf betreibt. Seine Unterschrift auf dem Mietvertrag war die Starthilfe für die junge Truppe um seine Söhne. Kirsten ist froh, dass er sich mit Eigentümer Mirko Schüring über einen vorzeiten Ausstieg aus dem Mietvertrag einigen konnte. Alles andere wäre keine Option gewesen. Schüring sagt, er habe dies getan, weil er niemanden in die Insolvenz treiben will. Corona-Hilfe kamen für die neuen Pächter ja nicht infrage, da sie im Vorjahr noch keinen vergleichbaren Umsatz hatten.

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Ratskeller steht nun zum Verkauf

Die Katzsteinbaude hat Kirsten in Corona-Zeiten etwas saniert. An Wochenenden ist hier wie anderswo zum Abholen offen. Es ist das berühmte Zuviel zum Sterben und Zuwenig zum Leben. Die jungen Leute sind jung genug noch was anderes zu probieren, sagt Kirsten. Von Gastronomie aber wollen sie nichts mehr wissen.

Der Ratskeller soll nun verkauft werden. Da Schüring selbst nach wie vor kein Gastronom werden will, habe er sich dazu entschieden. An Gastronomie denkt er dabei jedoch nicht mehr. "Ich glaube nicht, dass es in absehbarer Zeit Gastronomie geben wird wie wir sie kennen." Zudem seien spezielle Hygienekonzepte in einem denkmalgeschützten Gebäude schwer umsetzbar. "Der Ratskeller braucht ein neues Konzept", sagt Schüring. Was immer das sein mag.

Mehrere Betreiber seit Wiedereröffnung 2013

Die Geschichte des Ratskellers ist die des beständigen Wechsels. Seit er im November 2013 nach vielen Jahren des Leerstands wieder eröffnet wurde, gab es schon mehrere Betreiber. Die letzten vor den jungen Leuten waren Jana und Daniel Lindner. Als sie Anfang vorigen Jahres schlossen, kam das für viele unerwartet. Lindners sprachen damals vor allem von Personalproblemen. Relativ schnell gab es dann mit der Familie Kirsten den nächsten Anlauf. Die Lindners haben sich inzwischen in der Oberlausitz ihren Traum von der eigenen Gaststätte erfüllt. Dort hoffen sie, endlich so richtig durchstarten und ihre Gäste bewirten zu können.

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In und um die Sächsische Schweiz indes wird befürchtet, dass der Dohnaer Ratskeller nur die erste von weiteren Gaststätten ist, die Corona nicht überleben. Die Ratskeller-Betreiber erwischte es so schnell, da sie gerade erst angefangen hatten, keine Rücklagen und keine Chance auf Unterstützung hatten.

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