merken
PLUS Pirna

Dresdner Edel-Italiener übernimmt Dohnas Ratskeller

Alessandro Horrion will im August sein "La mia mamma" eröffnen. Was es mit dem Namen auf sich hat und wer den ersten Tisch bestellt hat.

Vollbut-Gastronom Alessandro Horrion erstmal mit Wischmop und Wassereimer, bevor er italienische Lebensfreude serviert.
Vollbut-Gastronom Alessandro Horrion erstmal mit Wischmop und Wassereimer, bevor er italienische Lebensfreude serviert. © Daniel Schäfer

Dohna. Das ging schnell: Nachdem im Frühjahr die jungen Leute, die vor einem Jahr im Ratskeller Dohna gestartet waren, aufgaben, steht nun ein neuer Betreiber parat. Ein Italiener. Es gibt auch Pizza und Pasta. Echt und kein Abklatsch. Denn Alessandro Horrion ist ein richtiger Italiener und das sollen die Gäste spüren. Bei der Atmosphäre und auf dem Teller. Für die Atmosphäre putzt er jetzt erstmals selbst, kommen noch die Maler und hängt er neue Lampen auf.

Anzeige
Jetzt Studienplatz sichern!
Jetzt Studienplatz sichern!

Die beste Zeit für Studieninteressierte sich einen Studienplatz an der Hochschule Zittau/Görlitz zu sichern ist jetzt!

Alessandro Horrion ist in der Dresdner Gastrobranche kein Unbekannter. Bisher war er Restaurantleiter beim Edel-Italiener "Enotria da Miri" in der Dresdner Innenstadt unweit des Kempinski-Hotels sowie am Lucknerpark. Von der Dresdner City mit den feinen Geschmäckern nach Dohna? Das hatten auch Horrions Vorvorgänger Jana und Daniel Lindner versucht. Sie waren nicht mit diesem Anspruch gescheitert, sondern am Personalmangel. Nach ihrem überraschenden Abschied aus Dohna Anfang vergangenen Jahres haben sie sich inzwischen in der Oberlausitz ihren Traum von etwas Eigenem verwirklicht. Während sie die Grenzschänke Friedersdorf kauften, hat Horrion den Ratskeller gepachtet.

Woher "La mia mamma" kommt

Was bisher als Ratskeller überall bekannt war, wird künftig "La mia mamma". Es wird wohl eine Weile dauern, bis sich der neue Name durchgesetzt hat. Und manche werden vielleicht auch noch in Jahren vom Ratskeller sprechen. Das ändert sich womöglich, wenn sie die Geschichte des Namens erfahren. "La mia mamma" heißt "Bei meiner Mama", sagt Horrion. Also Essen wie bei Muttern. Es klingt ein bisschen wie jede italienische Gaststätte heißen könnte. Es ist wie mit Eiscafé Venezia, deren Betreiber in den wenigsten Fällen aus Italien oder gar Venedig kommen. Alessandro kam als Neunjähriger mit seiner Mama nach Deutschland. So hat er italienische Lebensfreude und deutsche Mentalität in sich. Seine Mama ist vor elf Jahren mit 41 gestorben. Mit 32 ist es für Alessandro genau das richtige Alter, nun etwas Eigenes zu machen. Mit sieben Mitstreitern wird er starten.

Gitarra-Pasta als Renner

Er weiß, dass es nicht leicht ist, sich in Dohna zu etablieren. "Aber auch nicht unmöglich." Es werde ihm sicher nicht gelingen, alle Dresdner Stammgäste nach Dohna zu locken, "aber ich bin Vollblut-Gastronom", sagt der 32-Jährige. Und er weiß auch, einfach essen gehen, reicht heute nicht mehr. Der Gast will auch etwas erleben. Horrion will ihm zum Beispiel "Pasta alla gitarra" bieten.

Nein, dazu singt niemand zur Gitarre, sondern es ist eine Show am Tisch, bei der die Pasta mit Trüffelbutter im Parmesan-Leib geschwenkt wird. Neben diesem Knaller, wie Alessandro die Gitarra-Pasta nennt, gibt es alles, was es in der italienischen Küche gibt - und das ist mehr als Pizza, aber eben auch. Fleisch, Fisch, Salat, Tomaten- und Gemüsesuppe sowie die entsprechenden Desserts. Und natürlich Lasagne - nicht weil die auf die Speisekarte eines Italieners gehört, sondern weil es die Lieblingsspeise von "mia Mamma" war.

Am Wochenende stellt sich der Wirt vor

Weiterführende Artikel

Er ist der Italiener in Dohnas Ratskeller

Er ist der Italiener in Dohnas Ratskeller

Die Geschichte von Alessandro Horrion hört sich unglaublich an. Darüber vergisst man fast das Essen. Aber nur fast.

Ratskeller Dohna wieder zu

Ratskeller Dohna wieder zu

Vor einem Jahr starteten die jungen Betreiber ambitioniert. Nun geben sie in Corona-Zeiten auf. Der Eigentümer hofft auf ein anderes Konzept für das Haus.

Lindners neue Schänke

Lindners neue Schänke

Vom Dohnaer Ratskeller in die Oberlausitz: Dort erfüllt sich jetzt der Traum von Jana und Daniel Lindner.

Lindners Ratskeller schließt

Lindners Ratskeller schließt

Jana und Daniel Lindner hatten einen Traum. Sie kamen ihm sehr nahe. Ganz geben sie ihn nicht auf - trotz Abschied aus Dohna.

Am Wochenende 17./18. Juli zum Museums- und Mittelalterfest in Dohna stellt sich Alessandro Horrion schon mal vor. Er will Getränke und Gegrilltes verkaufen. Die Leiterin vom Museum nebenan ist auch die Erste, die einen Tisch bestellt hat, als Horrion noch gar kein Buch dafür hatte. Kathrin Penndorf hat Anfang August Geburtstag und findet die Gastronomie nebenan nicht nur deshalb perfekt. "Auch für das Museum ist es eine Aufwertung, wenn wir auf nebenan verweisen können", sagt sie. Horrion will in der ersten Augustwoche eröffnen. Auf einen genauen Tag will er sich nicht festlegen. Schließlich soll alles passen. "Vielleicht mache ich auch irgendwann einfach die Türe auf und die Leute können schauen kommen."

Mehr zum Thema Pirna