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Hohnsteiner wechselt in die Bundesliga

Der 20-jährige Florian Rietz macht beim Volleyball Club Dresden Karriere. Die begann in einer kleinen Sporthalle in Ehrenberg.

Am Blockspiel von Florian Rietz kommen die gegnerischen Angreifer nur schwer vorbei.
Am Blockspiel von Florian Rietz kommen die gegnerischen Angreifer nur schwer vorbei. © Verein

Mit 20 Jahren wird ein Traum für Florian Rietz wahr. Der Hohnsteiner kann sich jetzt Bundesliga-Spieler nennen. Er rückt in dieser Saison in den Kader des Volleyball Clubs Dresden auf, der in der 2. Bundesliga aufläuft. "Im vorigen Jahr hatte ich ja schon mal ein Spiel bestreiten dürfen. Das war eine völlig andere Welt", sagt Rietz. Bisher schlug er in der Regionalligamannschaft des VC Dresden in der 4. Liga auf. Da kommen ein paar Eltern oder Freunde zugucken. In der Bundesliga wird alles ganz anders zelebriert, geht auf den Tribünen der Sporthallen ordentlich was ab. Zurzeit sind Zuschauer auch wieder erlaubt.

Rietz' Sportler-Karriere begann sozusagen in der Einfeld-Halle in Ehrenberg. Sein Vater nahm ihn mal mit zu einem lockeren Spielchen mit Nachbarn und Freunden. Schnell war seine Begeisterung geweckt. Am Gymnasium in Sebnitz begann er mit dem Training. Ein Bekannter lotste ihn dann zur Königsteiner Volleyballgemeinschaft. Mit 15 Jahren spielte der großgewachsene Junge schon in der Männermannschaft in der Bezirksliga mit.

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Erst spät das Talent entdeckt

Bei den Talente-Sichtungen der Leistungszentren im Nachwuchs blieb er aber immer unterm Radar. Schließlich fragte er selbst mal bei der Sportschule in Dresden an, ob die ihn aufnehmen würde. "Dort hatten die mich gefragt, ob ich einen Kaderstatus in einer Jugendnationalmannschaft oder wenigstens der Landesauswahl habe. Da wusste ich noch nicht mal, dass es eine Landesauswahl gibt", sagt Rietz. Nur Kader-Athleten dürfen an die Sportschule und die trainieren in der Region meist beim VC Dresden.

Also meldete er sich dort zum Probetraining an und wechselte den Verein. Für eine Landesauswahl war das zwar zu spät, aber der Schub für die sportliche Entwicklung kam gerade noch rechtzeitig. Neben dreimal Training pro Woche machte er noch zusätzliche Einheiten Kraftsport und Fitness. Der Trainingsfleiß zahlte sich aus.

Florian Rietz aus Hohnstein gehört jetzt zum Bundesliga-Kader des VC Dresden.
Florian Rietz aus Hohnstein gehört jetzt zum Bundesliga-Kader des VC Dresden. © Verein

Sondereinsatz wegen Corona

Mit den Dresdnern qualifizierte er sich gleich im ersten Jahr für die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft der unter 20-Jährigen und holte mit die Bronze-Medaille. "Das wird unvergesslich bleiben, als wir im Viertelfinale den großen Favoriten Berliner TSC geschlagen haben und im Halbfinale erst im Tiebreak gegen Schwerin gescheitert sind", sagt Rietz.

Corona sorgte leider dafür, dass es im Jahr darauf keine Wiederholung dieses Erfolges geben konnte. Alle Meisterschaften wurden abgesagt. Auch die Regionalliga-Mannschaft musste den Trainingsbetrieb einstellen. Lediglich die Bundesligaspieler durften noch trainieren. Als es auch dort mehrere Ausfälle wegen Quarantäne-Maßnahmen gab, wurde Rietz nachnominiert. Nach zweimal Training lief er zum Punktspiel in Mühldorf (Bayern) zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz auf. "In dieser Liga wird viel schneller gespielt, als ich es bisher kannte. Aber das ist genau das, was mich an dem Sport und meiner Position fasziniert", sagt Rietz. Er steht als Mittelblocker am Netz. Mit 1,94 Meter Körpergröße überragen ihn da zwar einige. Aber vieles macht er mit seiner Sprungkraft und seinem Ehrgeiz wieder wett.

Erstes Spiel vor der Familie

Das Spiel in Mühldorf haben seine Verwandten und Freunde im Livestream am Bildschirm verfolgt. Erst in der Verlängerung des Tiebreaks wurde knapp mit 2:3 verloren. Seine Begeisterung für den Leistungssport hat dieses Ereignis noch mal befeuert. Geld verdient man in der Liga zwar noch nicht. Aber mit seinem Bauingenieur-Studium an der TU Dresden lässt sich der Trainingsaufwand bisher ganz gut vereinbaren.

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Am Sonnabend, dem 18. September, 20 Uhr, steht nun das erste Heimspiel der Saison an. Weil Zuschauer im Dresdner Volleydome Bürgerwiese wieder erlaubt sind, werden Rietz' Freunde erstmals hautnah dabei sein, wenn er seinen Traum als Bundesligaspieler weiterlebt. "Da werden wohl einige aus Hohnstein, Ehrenberg und Königstein kommen", sagt Rietz und weiter, "es wäre natürlich schön, wenn ich damit etwas dazu beitragen könnte, dass dieser schöne Sport auch in der Sächsischen Schweiz wieder populärer wird".

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