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Was wird mit Heidenaus Bruchbuden?

Kaufen, verkaufen, abreißen: Wo das funktioniert und wo nicht.

Schandfleck mit Geschichte und ohne Zukunft: Der zweimal unterschiedlich genutzte Kiosk an der Ecke Pirnaer/Naumannstraße.
Schandfleck mit Geschichte und ohne Zukunft: Der zweimal unterschiedlich genutzte Kiosk an der Ecke Pirnaer/Naumannstraße. © Norbert Millauer

Lange hat Heidenau um eine Lösung für die größte Bruchbude in der Stadt gekämpft. Seit der Platz der Freiheit ein schickes Wohnhaus ist, scheint der Kampf nachgelassen zu haben. Der Niederhof wurde mehrfach vergeblich zum Verkauf angeboten. Seit das Grundstück zum Bereich des diskutierten Tunnels der Bahn in Richtung Prag gehört, kommt nur noch die Bahn als Käufer infrage. Doch es gibt noch mehr Bruchbuden in Heidenau.

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Die Stadt verfolgt drei Strategien, um ihnen zu Leibe zu rücken. Die erste und beste, der Besitzer tut selbst etwas bzw. verkauft an jemanden, der investiert. Der zweite Weg ist, und das will die Stadt nun öfter tun, selbst zu kaufen und den Schandfleck beseitigen. Schließlich bleibt noch der Verkauf durch die Stadt, wenn es sich um kommunale Grundstücke handelt, so wie auf der Schmiedestraße. Keine Strategie, aber immer noch für zu viele der Ruinen der aktuelle Stand: Es passiert nichts.

Ecke Naumann-/Pirnaer Straße: Ende einer "anrüchigen" Geschichte

Ein bisschen Rosa, ein bisschen kaputt und ganz viel Tratsch-Geschichte. Das Häuschen an der Ecke Naumann-/Pirnaer Straße steht direkt an der Müglitz. In Heidenau kennt es fast jeder. Entweder noch als Toilettenhäuschen oder als späteren Imbiss, die meisten aber, weil es eben beides war. Nun soll der doppelt - aber nacheinander - genutzte Kiosk verschwinden. Die Stadt ist dazu mit dem Eigentümer im Gespräch. Sie will das Grundstück kaufen, den Kiosk abreißen. Danach ist vorgesehen, das Grundstück zu revitalisieren.

Güterbahnhofstraße 24: Bisschen Unkraut entfernt

Rechts und links sind die Häuser auf der Güterbahnhofstraße saniert, die Nummer 50 fällt dazwischen auf.
Rechts und links sind die Häuser auf der Güterbahnhofstraße saniert, die Nummer 50 fällt dazwischen auf. © Norbert Millauer

Umso mehr Häuser auf einer Straße in Ordnung gebracht werden, umso mehr fallen die übrigen auf. So ist es auch mit dem ruinösen Mehrfamilienhaus auf der Güterbahnhofstraße 24. Zwar wurde hier mal ein bisschen Unkraut beseitigt, aber die damit verbundene Hoffnung erfüllte sich bisher nicht. Das Haus befindet sich in Privateigentum. Die Stadt hat Interessenten an den Eigentümer vermittelt. Mehr ist bisher nicht passiert.

Hauptstraße 50: Seit über 20 Jahren leer

Das große Wohnhaus unweit des Reifenwerkes wächst nach und nach zu.
Das große Wohnhaus unweit des Reifenwerkes wächst nach und nach zu. © Norbert Millauer

1999 sind hier die letzten Bewohner ausgezogen, sagt die Stadt. Seither steht es leer und verkommt immer mehr. Eine Baugenehmigung wofür auch immer gibt es nicht. Eine Nachnutzung schließt die Stadt aufgrund des Zustandes weitgehend aus. Was der Eigentümer damit plant, weiß auch die Stadt nicht. Solange von dem Haus keine Gefahr ausgeht, sind die Möglichkeiten der Stadt beschränkt.

Altes Kino: Geschlossen und verkauft und nun?

Das Kino an der Pirnaer Straße ist seit 2002 dem Verfall preisgegeben, obwohl es 2013 verkauft wurde.
Das Kino an der Pirnaer Straße ist seit 2002 dem Verfall preisgegeben, obwohl es 2013 verkauft wurde. © Norbert Millauer

Das Kino könnte dieses Jahr seinen 100. bzw. sogar 110. Geburtstag feiern. Max Luger hatte es 1911 in seiner Scheune eröffnet, zehn Jahre später kam der Anbau mit Kassen- und Warteraum dazu. Nach einigen Irrungen und Wirrungen nach der Wende öffnete das Kino im Dezember 2000 noch einmal. Doch keine zwei Jahre später war Schluss. 2013 wechselte das Kino bei einer Versteigerung für 30.000 Euro den Besitzer. Der hat zwar das zum Grundstück gehörende Wohnhaus saniert, was er aber weiter vorhat, hat er auch der Stadt Heidenau nicht verraten, die im Januar nachfragte.

Schmiedestraße 2/4/6: Im Dreierpack bald zu haben

Das Areal an der Schmiedestraße soll nun im Dreierpack veräußert werden.
Das Areal an der Schmiedestraße soll nun im Dreierpack veräußert werden. © Norbert Millauer

Der Stadtrat hat jetzt beschlossen, das die zusammenhängenden Grundstücke Schmiedestraße 2,4 und 6 mit insgesamt 5.790 Quadratmetern verkauft werden sollen. Noch soll jedoch geprüft werden, ob eine Vergabe in Erbbaupacht möglich ist. Auf jeden Fall will die Stadt, dass etwas auf dem Gelände passiert. Grundlage für die Vergabe wird ein noch zu erstellendes Verkehrswertgutachten sein. Auch das Konzept des künftigen Eigentümers oder Pächters findet dabei Berücksichtigung.

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