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SOE: Kleingärtner sichern vorm Winter ihre Lauben

Immer wieder kommt es im Landkreis zu Laubeneinbrüchen. Dagegen kann man sich schützen.

Von Mareike Huisinga
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Roswitha Pagel ist Mitglied des Kleingartenvereins Am Mädelgraben in Pirna. Sie schließt ihre Laube ab.
Roswitha Pagel ist Mitglied des Kleingartenvereins Am Mädelgraben in Pirna. Sie schließt ihre Laube ab. © Daniel Schäfer

Die letzten Chrysanthemen und Herbstastern leuchten gelb und violett in der fahlen Sonne in dem Kleingarten von Roswitha Pagel. Besonders an den großen Chrysanthemen hängt ihr Herz. "Die habe ich aus dem Garten meiner Mutter ausgegraben", verrät die Rentnerin, die heute jedoch nicht den rechten Blick für die blühende Pracht hat. Es geht vielmehr darum, ihre Laube und ihre Parzelle winterfest zu machen und die Anlage gegen unliebsamen Besuch abzusichern.

Eine wichtige Maßnahme zum Saisonende, denn immer wieder kommt es im Winterhalbjahr zu Einbrüchen. So verschafften sich erst vor Kurzem Unbekannte in Rabenstein gewaltsam Zugang in fünf Gartenlauben in der Riedstraße. Aus den Gartenlauben wurden unter anderem Werkzeug und technische Geräte entwendet. Der Gesamtschaden wird auf circa 4.500 Euro beziffert. Die Polizei hat die Ermittlungen wegen des besonders schweren Falls des Diebstahls aufgenommen.

Versicherung ist wichtig

Das soll Roswitha Pagel, die seit 2018 eine Parzelle in dem Kleingartenverein "Am Mädelgraben" in Pirna-Sonnenstein gepachtet hat, nicht passieren. Werkzeuge, wie Hacke, Spaten und Rechen, hat sie bereits weggeräumt. Wertvolle elektrische Gerätschaften, unter anderem ein Akku-Schrauber, wurden sicher im Keller in ihrem Wohnhaus deponiert. Fenster und Türen sind fest verschlossen. Auf eine Extrasicherung der Fenster verzichtet sie jedoch. "Das verleitet den Einbrecher ja noch mehr, weil er denkt, hier gibt es etwas zu holen", sagt die Pirnaerin. Allerdings hält sie auch nichts von der Strategie, die Laubentür unverschlossen zu lassen, da der Einbruchschaden meist höher ist, als der Wert der entwendeten Gegenstände.

Wichtig sei deshalb die richtige Versicherung des Gebäudes und des ständigen Inventars, das über die Hausratversicherung mit abgedeckt werden kann. Dazu sollte man sich aber unbedingt informieren. Der Laubenbesitzer sollte sich auf jeden Fall gegen Einbruch- oder Vandalismus-Schäden versichern, so die Pirnaerin.

Seit Roswitha Pagel den 300 Quadratmeter großen Garten gepachtet hat, sei es zu keinem Einbruch in der Sparte gekommen. Das könnte auch daran liegen, dass die Gärtner im Winter Kontrollgänge machen und nicht nur bei sich, sondern auch beim Nachbarn nach dem Rechten schauen. Auch die Tore zur Gartenanlage werden im Winterhalbjahr verschlossen. Jeder Pächter hat einen Schlüssel.

Austausch der Ernte

Überhaupt ist die Gemeinschaft in dem Kleingartenverein "Am Mädelgraben" gut. "Zeit für ein Gespräch ist immer", meint die Rentnerin. Ebenso sind der Austausch von Saatgut oder besonderer Ernteergebnisse keine Seltenheit. Prächtig gelungen sind Roswitha Pagel in diesem Sommer ihre Kohlrabis, weshalb sie einige Exemplare an die Nachbarn verschenkte. Als Dank bekam sie dicke Zucchini.

Auch gegenseitige Hilfe ist kein Fremdwort in der Sparte. So schneidet Roswitha Pagel auf Nachfrage der anderen Gartenliebhaber auch schon mal deren Bäume aus. Eine gute Sache, denn als gelernte Gärtnerin kennt sie sich aus und ist Expertin.

Warmer Unterschlupf für den Igel

Daher weiß sie auch, wie ökologisch tot ein akkurat gepflegter Garten ist, und lässt lieber das Laub unter den Obstbäumen liegen, um somit etwas für die Natur zu tun. "Schließlich wollen die Regenwürmer ja auch etwas haben, und das Laub ist ein guter Schutz vor Frost", meint die 69-Jährige. Genauso möchte der Igel einen sicheren Unterschlupf in ihrem Garten haben. Den bekommt er. Roswitha Pagel hat eigens für diesen stacheligen Gartenbewohner eine Konstruktion aus einem Gitter gebaut. Dort hinein schüttet sie drei große Säcke mit Laub; der Igel hat ein Schlupfloch und kann in diesem Hotel warm und mollig seine Winterruhe halten.

Für die nächste Saison hat die Frau mit den zwei grünen Daumen allerhand vor. Sie möchte die Blumenrabatten verändern, um noch mehr Platz für den Kartoffel- und Gemüseanbau zu schaffen. Der Schafmist wird im Frühjahr unter die Kartoffelerde gemischt, außerdem will sie noch einen Apfelbaum pflanzen.

Das rät die Polizei:

  • Kleingärtner sollten ihren vermeintlichen Reichtum nicht im Garten präsentieren. Die SAT-Schüssel auf dem Dach des Gartenhauses und die teuren Gartenmöbel zeigen dem potenziellen Einbrecher und Dieb, dass an dieser Stelle etwas zu holen ist. Für ihn gilt: Je mehr Luxus zu sehen ist, desto erfolgreicher wird sein Beutezug.
  • Wertgegenstände sollten über dem Winter nicht im Gartenhaus gelassen werden. Gartenhaus-Einbrecher sind nicht wählerisch und nehmen in der Regel mit, was sie weiterverkaufen können. Besonders beliebtes Diebesgut sind Werkzeuge, Nahrungs- und Genussmittel, Heimelektronik, Einrichtungsgegenstände sowie Edel- und Buntmetall.
  • Eine schlecht gesicherte Tür ist der Traum eines jeden Einbrechers: Leicht zu knackende Schlösser, wie z .B. Buntbartschlösser, stellen für Einbrecher kein Hindernis dar und ermutigen zum Einbruch.
  • Stabile Schlösser hingegen, wie Zylinderschlösser und Sicherheitsschließbleche, hindern den ungebetenen Gast tatsächlich am Einbruch. Im Gegensatz zum Buntbartschloss weisen Zylinderschlösser höhere Komplexität auf und erkennen unbekannte Öffnungsversuche.
  • Ein aufgeräumter Garten ist ein sicherer Garten: Herumliegende Werkzeuge und gut sichtbare Gartenmöbel können ohne Weiteres unbemerkt mitgenommen werden. Achtung! Oft dient die ein oder andere im Blumenbeet vergessene Schaufel als Einbruchhilfe. Gleiches gilt für Leitern. Auch diese können beispielsweise zum Einstieg in das Gartenhaus genutzt werden.
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