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Pirna: Ausstellung "Mythos Schwan" nur digital

Die Wagner-Stätten zeigen jetzt die seit langem geplante Schau zunächst nur virtuell. Zu sehen gibt es kostbare und kuriose Federvieh-Exponate.

Im Zeichen des Schwans: Die Wagner-Stätten in Graupa präsentieren jetzt eine Sonderausstellung rund um den mythischen Vogel.
Im Zeichen des Schwans: Die Wagner-Stätten in Graupa präsentieren jetzt eine Sonderausstellung rund um den mythischen Vogel. © KTP

Schwanengesang, Schwanenkönig, Schwanenservice, Schwanensee - der "Mythos Schwan" ist in der Kultur allgegenwärtig. Mit Graupa und den dort ansässigen Richard-Wagner-Stätten ist er besonders eng verbunden, weil der Noten-Virtuose in einem Graupaer Bauernhaus die Musik zu seiner Oper über den Schwanenritter Lohengrin skizzierte. Nun

Ein Schwan bringt darin den geheimnisvollen Ritter aus unbekannter Ferne herbei und holt ihn auf ebenso mysteriöse Weise wieder ab. Der Zauber der Oper haftet wesentlich an der Aura des weißgefiederten Vogels. Seine Faszination war so mächtig, dass ihn die Gemeinde Graupa sogar zu ihrem Wappenvogel kürte.

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Im Seidnitz Center Dresden sind zum Jahresende 2021 Veränderungen geplant. Es soll ein neuer Foodcourt entstehen. Kunden dürfen noch mitbestimmen.

Entsprungen ist daraus eine Sonderausstellung "Mythos Schwan", die die Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna (KTP) schon vor über einem Jahr initiierte. Wegen der Corona-Pandemie war sie allerdings noch nicht zu sehen - bis jetzt. Nun können Betrachter einen ersten Blick auf die Exponate werfen - zunächst aber nur virtuell.

Virtueller Rundgang durch die Sonderschau

KTP-Geschäftsführer Christian Schmidt-Doll wird die Sonderschau am 22. April ab 19 Uhr auf der Internetseite der Wagner-Stätten mit einer Online-Vernissage eröffnen. Anschließend führt der wissenschaftliche Mitarbeiter Dr. Wolfgang Mende virtuell durch die Ausstellung.

Wann Besucher die Räume im Graupaer Jagdschloss dann tatsächlich durchstreifen können, hänge laut KTP von den behördlichen Vorgaben ab. Geplant ist auf alle Fälle, dass sich Gäste mit der Öffnung des Museums in einem hauseigenen Testzentrum direkt vor Ort auf das Coronavirus testen lassen können. Ein Negativ-Test ist für den Besuch der Ausstellung notwendig.

Der Schwan taucht überraschend häufig auf

Der Schwan spielt laut der KTP bei Richard Wagner nicht nur im "Lohengrin" eine wichtige Rolle, sondern an überraschend vielen Stellen seines Gesamtwerkes. Wenig bekannt ist zum Beispiel, dass das Komponisten-Genie kurz nach dem "Lohengrin" eine zweite Schwanenoper konzipierte: "Wieland der Schmied".

Darin geht es um den kunstfertigen Schmied Wieland, der sich in eine Schwanenjungfrau verliebt. Am Schluss fertigt er sich künstliche Schwanenflügel an und befreit sich mit ihrer Hilfe aus der Knechtschaft eines despotischen Königs. Der Schwan wird nach Aussage der KTP hierbei zum Freiheitssymbol, vielleicht sogar zu einem der Revolution.

Eine wieder ganz andere Rolle spielt der Schwan in Wagners letztem Musikdrama, dem Bühnenweihfestspiel "Parsifal". Der ritterliche Held erschießt hier in naiver Arglosigkeit einen Schwan und löst damit einen heftigen Skandal aus. Wagner hat mit dieser Episode seine vom Buddhismus inspirierten Vorstellungen von Tierwohl und Tierschutz auf die Bühne gebracht.

Versteckte Spuren zu Wagners Leben

Die Sonderausstellung zeigt aber nicht nur die vielen Spuren des Schwanenmotivs bei Richard Wagner und seinem Umfeld. Sie leuchtet auch die kulturgeschichtlichen Tiefen der Schwanenmythen aus. Dabei geht sie zurück auf deren Ursprung, die Naturbeobachtung. Denn die meisten Bilder und Legenden vom Schwan lassen sich laut der KTP auf Merkmale von dessen Aussehen und Verhalten zurückführen.

Die verschiedenen Schwanenmythen, vor allem aus der antiken und germanischen Mythologie, werden anhand zahlreicher Bilder und Objekte präsentiert. Immer wieder kann der Besucher dabei versteckte Spuren zum Leben und Werk Richard Wagners entdecken. So erfährt der Gast, warum auch die Walküren, die Rheintöchter und sogar die Nornen einiges mit Schwänen zu tun haben - und warum die Flügel der typischen Bayreuther Germanenhelme oft an Schwanenflügel erinnern.

Eine Rarität für die Ohren

Zu sehen sind auch kostbare originale Kunstwerke wie ein erotischer Schwanenteller aus der italienischen Renaissance, eine Lohengrin-Skulptur von Ernst Moritz Hähnel oder eine symbolistische Schwanengrafik von Max Klinger.

Und es gibt auch einiges zu hören, denn es existiert eine ganze Reihe faszinierender Schwanenkompositionen, nicht nur von Wagner. Von Letzterem ist aber in der Sonderschau eine Rarität zu erleben, nämlich der aus der endgültigen Fassung des "Lohengrin" gestrichene Gesang des Schwans, der bisher nie eingespielt wurde.

Nach der Öffnung des Museums soll die Sonderausstellung "Mythos Schwan" bis 17. Oktober 2021 zu sehen sein. Aktuelle Infos zur Öffnung der Wagner-Stätten finden sich auf der Internetseite www.wagnerstaetten.de. Auf dieser Seite ist auch die Online-Vernissage und der erste virtuelle Rundgang am 22. April zu erleben.

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