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Musikalisches Gezwitscher

Zehn Jahre Vogelhaus: Lutz Funke und Carsten Nachtigall feiern mit ihrer zweiten CD und einem Konzert am Sonntag in Heidenau ihr Birdhouse -Band-Jubiläum.

Unpolitisch, dafür als "Birdhouse" sehr musikalisch: Carsten Nachtigall in Grün, Lutz Funke in Rot.
Unpolitisch, dafür als "Birdhouse" sehr musikalisch: Carsten Nachtigall in Grün, Lutz Funke in Rot. © privat

Vom Schnürsenkel bis zur Armbanduhr: Das Birdhouse-Duo Lutz Funke und Carsten Nachtigall bekennt sich zur Farbe. Funke in Rot, Nachtigall in Grün. Das führt dazu, dass sie sich immer mal wieder erklären müssen: Die Farben sind nicht politisch motiviert. Sie sind einfach farbliche Kontraste zu Schwarz. So wie sie als Jazz-Duo Birdhouse  mit ihrem Jazz musikalische Farbtupfer setzen wollen. Und das seit nunmehr zehn Jahren. Doch ausgerechnet im Jubiläumsjahr spielen sie die wenigsten Konzerte. 

Stattdessen haben Lutz Funke und Carsten Nachtigall sich selbst ein Geschenk gemacht. Die beiden Heidenauer haben in der Corona-Zwangspause ihre zweite CD aufgenommen. Am Sonntag geben sie nun endlich auch wieder ein Konzert, in der Heidenauer Christuskirche. Es ist so ungefähr das 250.  - und doch irgendwie wie das erste. So eine lange Pause gab es schließlich noch nie. Obwohl sie für die CD "Dance of the Phoenix" in Stralsund, Neubrandenburg, Meißen und Dresden mit anderen Musikern spielten, sind Konzerte mit "richtigem" Publikum eben doch was anderes. Und daran hat sich in zehn Jahren nichts geändert. Wobei sie ganz am Anfang noch gar nicht "Birdhouse" hießen.

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Vom Kraftwerk bis nach Hamburg

Kennengelernt haben sich Pianist Nachtigall und Saxophonist Funke in der „Drugmillers Bigband“ (vormals „Town Pipe Bigband“) in der Drogenmühle Heidenau. Ihren ersten Auftritt als Duo hatten sie am 6. November 2010 zur Eröffnung des Kulturcafés in Dohna. Sie spielten drei Stunden, ohne vorher geprobt zu haben, ohne Bandnamen, ohne Erfahrung, mit der Spielfreude, die wichtiger als Name und Erfahrung ist. Danach ging es gewissermaßen steil bergauf. Auftritte beim Blütenfest in Borthen, in der Drogenmühle, bei Familienfeiern und bis nach Dresden folgten. Wieder spielte die Drogenmühle Heidenau eine wichtige Rolle. Hier tauchte am 4. Mai 2012 erstmals der Name "Birdhouse" auf. Die beiden Musiker haben also in zwei Jahren wieder ein Jubiläum. 

Schon im Jahr darauf, im Sommer 2013, gab es die erste Sommertour an die Ostsee. Sechs Konzerte in sechs Tagen: Das war eine neue, tolle Erfahrung, sagen die beiden heute. "Das Klavier beim Konzert in Born/Darß wurde so stark traktiert, dass es in der Hälfte des Konzerts nicht mehr spielbar war", sagt Lutz Funke. Die Sommertouren sind seit 2016 zur - dieses Jahr unterbrochenen - Tradition geworden. Auch in und um Heidenau häuften sich die Auftritte. Benefizkonzerte für die Drogenmühle Heidenau nach dem Hochwasser 2013 sowie für die Erdbebenopfer in Nepal gehörten für Funke und Nachtigall selbstverständlich dazu. "Unser bisher skurrilster Auftrittsort war 2016 im Club Kraftwerk Mitte Dresden." Ein Jahr später spielten die Heidenauer im legendären „Cotton Club“ in  Hamburg. Seit 2016 wirken sie auch bei der Dresdner Gospelnight mit.

Nach dem Jubiläum ist vor dem Jubiläum

Die beiden Musiker sind nach wie vor Laien, Profi-Laien, wenn man es so sagen kann. Sie beherrschen ihre Instrumente, haben sich aber etwas von der Beschwingtheit des ersten namenlosen Konzertes erhalten. So ist auch die zweite CD ein verspielter Querschnitt durch ihre bisherigen Bühnenprogramme mit unterschiedlichsten Klangfarben, von melancholisch-sentimental bis jazzig-groovig. Es gibt Arrangements zu Musik aus Harry Potter, Interpretationen eines schwedischen Volksliedes und eine eigene Komposition, einen Blues über Siebenmeilenstiefel im 7/8-Takt. Das nächste Programm soll ein  eigenes Filmmusikprogramm sein - mit Birdhouse-Jazz-Bearbeitungen bekannter Filmmelodien sowie Eigenkompositionen. Die sind zwar noch keine Filmmusik, weil es den Film dazu noch nicht gibt, aber wer weiß ...

Und nach dem Jubiläum ist vor dem Jubiläum: Wenn Birdhouse am 14. November im Kulturcafé Dohna spielt, gratuliert das Publikum zum zehnjährigen Bestehen - und es ist zugleich ihr 20. Konzert dort. 

Lockere Moderation

Der Name Birdhouse - Vogelhaus - ist ein Augenzwinkern auf die beiden Nachnamen. Die Nachtigall und der vom Funken abgeleitete Fink ... Ein sympathisches Vogelhaus, das fröhlich zwitschert. Inzwischen steht das "Vogelhaus" für handgemachte Musik der Großen des Jazz, Rock und Pop sowie viele Kompositionen vom Pianisten Carsten Nachtigall. Manche Konzertbesucher kommen sogar besonders wegen der charmanten und nicht zu ernst gemeinten Moderation von Lutz Funke, die die Musik abrundet. Als er am Donnerstag merkte, dass in drei Monaten Weihnachten ist, sagte er gleich: Das ist noch was für die Moderation am Sonntag. Mal sehen, was ihm dazu einfällt. 

Die nächsten Konzerte

  • 27. September, 17 Uhr, Christuskirche Heidenau; 
  • 17. Oktober, 19.30 Uhr,  Schlosskirche Dresden-Lockwitz
  • 6. November, Volkshaus Guben
  • 7. November, Petruskirche Berlin-Lichterfelde
  • 14. November, 19.30 Uhr, Kulturcafé Dohna

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