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Kinos kämpfen ums Überleben

Die Häuser in Pirna und Neustadt mussten coronabedingt schließen. Ein Betreiber zeichnet ein besonders düsteres Bild.

Krachende Action aus Hollywood ist nicht: Der Filmpalast Pirna darf wegen der gestiegenen Corona-Zahlen vorerst nicht öffnen.
Krachende Action aus Hollywood ist nicht: Der Filmpalast Pirna darf wegen der gestiegenen Corona-Zahlen vorerst nicht öffnen. © Norbert Millauer

Trübe Zeiten für passionierte Kinogänger. Der Bundesstart des neuen James-Bond-Streifens "Keine Zeit zu sterben" ist erneut verschoben worden. Jetzt soll der Action-Thriller im April 2021 in den bundesdeutschen Kinos anlaufen. Überhaupt bleibt derzeit wegen Corona das Licht in den Kinos aus. Bis vorerst Ende November wurden per Allgemeinverfügung die sächsischen Kinotheater geschlossen.

Kurzarbeit und Hoffnung auf Hilfen

Das trifft auch die Grenzland-Lichtspiele in Neustadt. Inhaber André Peters rechnet mit Umsatzeinbußen in einem höheren vierstelligen Bereich, "Wir werden wie bei der ersten Welle Fördermittel beantragen", sagt er. Stefanie Sommerschuh, die einzige Festangestellte in den Lichtspielen, wurde auf Kurzarbeit gesetzt. Der Kinobetrieb  in diesem Jahr gleicht einem Karussell: Öffnung, Schließung, Öffnung und jetzt wieder Schließung. "Viele Menschen sind wegen Corona verunsichert und besuchen deshalb auch während der Öffnungsphasen etwas zögerlicher die Kinos", sagt Peters. Immerhin ein Lichtblick: Die Stammkunden halten den Grenzland-Lichtspielen die Treue. "Manche haben uns sogar Geld gespendet. Das fanden wir total rührend", sagt Peters. Das Kino ist für ihn eine persönliche Leidenschaft. "Solange es meine Mitarbeiterin Stefanie Sommerschuh  und mich gibt, und wir uns des Rückhalts der Neustädter sicher sein können, wird das Kino Bestand haben", so Peters. Dem Kann Stefanie Sommerschuh nur zustimmen. "Ich stehe zu dem Neustädter Kino", betont sie.

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Droht dem Kino Pirna das Aus?

Auch das Pirnaer Kino ist seit dem 2. November erneut geschlossen. "Das ist für uns eine Katastrophe. Wir haben keine Einnahmen bei laufenden Kosten", sagt Michael Pawlowski, Mitgesellschafter der „Filmpalast Gruppe“, zu der auch der Kinopalast Pirna gehört. Der Unternehmer geht von Umsatzeinbußen in Höhe von 650.000 Euro in diesem Jahr für das Pirnaer Haus  aus. Die fünf Festangestellten sind in Kurzarbeit. Die Kinobranche sei besonders hart von dem erneuten Lockdown betroffen, da normalerweise die Monate November und Dezember die Monate mit den höchsten Einnahmen sind, sagt der Betreiber.

Pawlowski vermutet, dass der Kinobetrieb erst im Januar bzw. Februar nächsten Jahres wieder starten wird.  "Die Situation ist dramatisch", fügt er hinzu. Bedeutet das Aus für den Filmpalast Pirna? "Eigentlich müsste ich sagen: Ja.  Aber das Kinogebäude in der Gartenstraße ist im Besitz unserer Unternehmensgruppe und wir werden dafür kämpfen. Auch wenn der Kampf um die finanziellen Möglichkeiten endlich ist", betont Pawlowski, der sich in diesem Zusammenhang mehr Unterstützung vom Staat für die Kinobranche wünscht.

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