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Pirna: Neue Kritik am Hanno-Verkauf

Die Stadt will das frühere Jugend- und Vereinshaus veräußern, weil sie es nicht mehr benötigt. Der Plan stößt bei vielen nicht auf Gegenliebe.

Das Hanno an der Hohen Straße in Pirna: Verkaufspläne lösen Entsetzen aus.
Das Hanno an der Hohen Straße in Pirna: Verkaufspläne lösen Entsetzen aus. © Archiv: Kristin Richter

Die Kritik am geplanten und vom Stadtrat bereits beschlossenen Verkauf des früheren Jugend- und Vereinshauses "Hanno" an der Hohen Straße in Pirna reißt nicht ab.

Das Kommunalparlament hatte in der Februar-Sitzung mit 14 Ja- gegen eine Nein-Stimme sowie acht Enthaltungen beschlossen, dass Pirna das Objekt sobald wie möglich zum Verkauf freigibt - auch wenn in diesem Fall durchaus die Gefahr besteht, dass die Stadt anteilig Fördermittel zurückzahlen muss, die einst zweckgebunden in das Haus flossen.

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Die Stadt will sich von dem Gebäude trennen, weil es nach Aussage des Rathauses nicht mehr als Jugend-und Vereinshaus benötigt wird. Dem Haus haften inzwischen gravierende Mängel an, der Saal ist schon seit Jahren aus Brandschutzgründen gesperrt.

Nach dem Beschluss wogte in den sozialen Netzwerken eine sehr emotionale Debatte, viele Menschen schmerzt der Abschied vom Hanno sehr.

Ein schwarzer Tag für die Jugend

Und noch immer beschäftigt das Thema viele. "Es ist einfach nur ärgerlich, wie hier gegen die berechtigten Interessen unserer Stadtjugend gehandelt wurde", sagt Wolfgang Bieberstein aus Pirna. Mit dem Hanno habe die Stadt ein ideales Objekt besessen, gut gelegen und erreichbar zwischen zwei Stadtteilen.

Sicher seien notwendige Erhaltungsmaßnahmen zurückgestellt worden, für die Pirna jetzt Geld in die Hand nehmen müsste. Das dazugehörige Gelände, so Bieberstein, hätte wunderbar gestaltet werden können. Dabei hätten sich auch Konflikte mit der leicht abgerückten Bebauung durchaus vermeiden lassen.

"Aber nein, ohne Not verkauft die Stadt das Flurstück an Investoren, die angesichts der hervorragenden Lage hochwertigen Wohnraum zur Verfügung stellen", sagt Bieberstein. Natürlich sei dann jugendliches Treiben in der Nähe unangenehm, gar lästig, und man bringe liebe ein Ruhe spendendes betreutes Wohnen ins Spiel.

"Was bleibt, ist die Erfahrung, dass es auch unserem Stadtrat nicht gelungen ist, diese einmalige Gelegenheit einer Neugestaltung des Hanno für unsere Jugend durchzusetzen", resümiert Bieberstein.

Stattdessen lasse man die Jugend im Zollhof weiter gegen die Klosterkirche kicken und zwänge sie in die Enge der Altstadt. "Der geplante Hanno-Verkauf", sagt Bieberstein, "ist ein schwarzer Tag für Pirnas Jugend."

Das Hanno soll für die Jugend bleiben

Ingrid Hoffmann aus der Pirnaer Südvorstadt hat den Beitrag über den Verkauf des Hanno mit Entsetzen gelesen. Der Stadtrat habe bei seiner Verkaufsidee, so schreibt sie, sicherlich nicht an die Pirnaer, vor allem an die Jugend, gedacht. Das Hanno sei noch der einzige Saal und die einzige Begegnungsstätte für die Jugend.

"Ich bin selbst Pirnaerin, habe bis 1962 die Schule besucht und denke oft an die vielseitigen Veranstaltungen im Hanno zurück", schreibt sie. Sie sei als Horterzieherin im Schuldienst tätig gewesen und habe das Angebot mit den Kindern für kulturelle Erlebnisse genutzt.

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Dass das Hanno nun verkauft werden soll, stört sie sehr. "Was bleibt noch zur sinnvollen Freizeitgestaltung für unsere Jugend, wenn wieder eine Begegnungsstätte genommen wird?", fragt sie und konstatiert: "Das Hanno soll wie einst für die Jugend bleiben."

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