merken
PLUS Pirna

Ayurveda gibt's jetzt auch im Elbsandstein

Aus dem einstigen Rathener Hof in Weißig wurde "Bei.Gretel". Wegen der Corona-Krise wartet Inhaberin Angelika Müller immer noch auf Mitarbeiter - aus Sri Lanka.

Tiefenentspannung mit einem ayurvedischen Stirnölguss: Dr. Sarath Galagoma hat in Sri Lanka praktiziert, jetzt betreut er Hotelgäste in Weißig.
Tiefenentspannung mit einem ayurvedischen Stirnölguss: Dr. Sarath Galagoma hat in Sri Lanka praktiziert, jetzt betreut er Hotelgäste in Weißig. © Steffen Unger

Die Hotellandschaft in der Sächsischen Schweiz wird jetzt noch vielfältiger. In Weißig bei Struppen gibt es seit dieser Woche eine neue Adresse für Urlaubswillige. Im ehemaligen "Rathener Hof" hat Angelika Müller "Bei.Gretel" eröffnet. Die Berlinerin setzt mit ihrem Haus auf ein für die Region bisher neues Konzept - Wellness mit Schwerpunkt Ayurveda.  

Die traditionelle indische Heilkunst spielt im Leben von Angelika Müller eine besondere Rolle. Denn Ayurveda half der studierten Managerin durch eine schwierige Zeit, in der vor allem Stress dominierte. Nach einer professionellen Ayurveda-Kur mit Massagen, umgestellter Ernährung, Yoga und Pflanzenheilkunde fand Angelika Müller ihre innere Mitte wieder - und entschied sich für eine berufliche Kehrtwende. Weg vom Job in der Finanzwelt, hin zur selbstständigen Hotelchefin.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Deutschlandweit suchte sie nach einem passenden Objekt. Fündig wurde sie in der Sächsischen Schweiz. Ein einziger Besuch und eine Tasse Kaffee auf der Terrasse des "Rathener Hofs" genügten. "Und ich wusste, das ist mein Hotel", erinnert sie sich. Anfang 2019 kaufte sie den "Rathener Hof". Eineinhalb Jahre wurde das Haus um- und ausgebaut. Rund drei Millionen Euro hat die Berlinerin investiert. Entstanden sind insgesamt 26 Zimmer, darunter 7 Einzel- und 18 Doppelzimmer. Die Junior-Suite hat eine besondere Raffinesse: Es gibt kein separates Badezimmer. Badewanne, Dusche und Waschbecken sind mittig im Zimmer integriert. Lediglich die Toilette ist abgeschirmt. 

Corona stoppt Wellnessbereich

Abgeschirmt ist auch der Wellnessbereich, der einmal das Aushängeschild des Hotels werden soll: mit Finnischer Sauna, Dampfbad und Kräutersauna, Fitness- und Behandlungsräumen. Auch Tagesgäste, die nicht im Hotel übernachten, sollen hier perspektivisch eine Auszeit vom Alltag nehmen können. "Wegen der Corona-Beschränkungen wird der Wellnessbereich dieses Jahr aber leider nicht mehr öffnen", sagt Angelika Müller. 

Hotelchefin Angelika Müller im neuen Restaurant mit insgesamt 50 Plätzen. Hier sollen gehobene Küche und ayurvedische Gerichte serviert werden. Noch sitzt ein Teil des Küchenteams jedoch coronabedingt in Sri Lanka fest.  
Hotelchefin Angelika Müller im neuen Restaurant mit insgesamt 50 Plätzen. Hier sollen gehobene Küche und ayurvedische Gerichte serviert werden. Noch sitzt ein Teil des Küchenteams jedoch coronabedingt in Sri Lanka fest.   © Steffen Unger
Frei stehende Badewanne, einsehbare Dusche in der Junior-Suite. Das Konzept der Hotelzimmer ist luftig und offen. Die Übernachtung im Einzelzimmer kostet rund 100 Euro, im Doppelzimmer etwa 140 Euro - inklusive Frühstück. 
Frei stehende Badewanne, einsehbare Dusche in der Junior-Suite. Das Konzept der Hotelzimmer ist luftig und offen. Die Übernachtung im Einzelzimmer kostet rund 100 Euro, im Doppelzimmer etwa 140 Euro - inklusive Frühstück.  © Steffen Unger
Nicht nur von der Terrasse aus gibt es einen exklusiven Panoramablick zum Lilienstein.  
Nicht nur von der Terrasse aus gibt es einen exklusiven Panoramablick zum Lilienstein.   © Steffen Unger (Symbolbild)
Das gleiche 180-Grad-Panorama bietet der Yoga-Ruheraum.
Das gleiche 180-Grad-Panorama bietet der Yoga-Ruheraum. © Steffen Unger
Warmes Licht, bunte Farben: Das Bad in einem der Hotelzimmer..
Warmes Licht, bunte Farben: Das Bad in einem der Hotelzimmer.. © Steffen Unger
Vor dem Behandlungszimmer von Ayurveda-Arzt Dr. Sarath Galagama thront ein Buddha. 
Vor dem Behandlungszimmer von Ayurveda-Arzt Dr. Sarath Galagama thront ein Buddha.  © Steffen Unger

Um den Gästen dennoch Wellness bieten zu können, sollen im Außenbereich zwei Saunafässer aufgestellt werden. Die Holzfässer wurden bereits aus Estland nach Weißig  importiert. Eine Baufirma muss sie noch in die richtige Position bringen, dann kann darin losgeschwitzt werden. Die Fässer sind aber nicht nur wegen der Form speziell. Eine Seite ist komplett verglast. "Wer darin sitzt, kann den Panoramablick Richtung Lilienstein genießen", sagt Angelika Müller. Durchsichtig ist das Glas jedoch nur von innen. Außen sorgt eine dünne Bronzeschicht für genügend Privatsphäre und unliebsame Einblicke. 

Köche sitzen in Sri Lanka fest

Der eingeschränkte Wellnessbereich ist nicht der einzige Wermutstropfen, den die Corona-Krise gebracht hat. Betroffen ist auch das Restaurant. Hier soll nicht nur gehobene Küche mit regionalen Produkten, sondern auch ayurvedische Kost auf den Teller kommen. Drei Köche aus Sri Lanka hat Angelika Müller für ihr Restaurant gewinnen können. Aktuell arbeitet jedoch nur einer in ihrem Team. Denn zwei weitere Köche dürfen wegen der Corona-Situation Sri Lanka aktuell nicht verlassen. Wann ihre Ausreise genehmigt wird, ist bislang offen. "Die Gespräche mit der Botschaft laufen", sagt Angelika Müller. Erst wenn das Team komplett ist, soll das Restaurant mit insgesamt 50 Plätzen auch für die Öffentlichkeit geöffnet werden. Im Moment können es sich hier nur Hotelgäste schmecken lassen.

Coronabedingte Probleme gibt es auch an anderer Stelle. Zum Hotel gehört ein Therapeutenteam und ein speziell ausgebildeter Ayurveda-Arzt, der aus Sri Lanka stammt und in Deutschland praktiziert. "Dr. Sarath Galagama kümmert sich im Moment allein um die ayurvedische Behandlung unserer Gäste", sagt Angelika Müller. Denn die zwei Therapeuten säßen - wie die Köche auch - noch in Sri Lanka fest. Ihre Ausreise wurde ebenfalls noch nicht genehmigt. 

Die Hotelchefin hofft, dass die Ayurveda-Spezialisten bald nach Deutschland kommen können. "Spätestens im Frühjahr 2021 sollen alle Bereiche genutzt werden können", sagt Angelika Müller. Die Corona-Krise hätte ihr dieses Jahr zwar viele Steine in den Weg gelegt. Das Konzept mit Wellness und Ayurveda sorge jedoch für eine gewisse Unabhängigkeit von der Urlaubs-Hauptsaison im Sommer. "Ayurveda-Kuren werden verstärkt in der kälteren Jahreszeit nachgefragt", erklärt sie. Das mache sich bereits in den Buchungen bemerkbar. "Bis zum Jahreswechsel ist das Haus gut belegt", sagt sie zufrieden. Aus dem gesamten Bundesgebiet gäbe es Anfragen. "So geht es 2021 hoffentlich weiter", sagt sie.

Mehr Nachrichten aus Pirna lesen Sie hier.

Den täglichen kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen. 

Mehr zum Thema Pirna