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Café verzichtet auf Maske

Kellner ohne Mundschutz? Das Bahnhofscafé Bad Gottleuba macht es. Warum und welche Folgen das hat.

Am Eingang kann jeder lesen, was ihn im Bahnhofscafé Bad Gottleuba erwartet.
Am Eingang kann jeder lesen, was ihn im Bahnhofscafé Bad Gottleuba erwartet. © privat

Irgendwie haben sich alle mehr oder weniger daran gewöhnt. An die Kellner mit Maske. Da fällt auf, wenn es irgendwo nicht so ist. Im Bahnhofscafé in Bad Gottleuba zum Beispiel. Es begann in der Hitze des Sommers, sagt Inhaber und Betreiber Christian Helm. Nachdem Mitarbeitern schwindlig geworden sei, sah er sich arbeitsschutzrechtlich in der Verpflichtung. Ohne Maske bedeute aber nicht ohne Schutz. Im Gegenteil. Noch bewusster werde auf Abstand und Hygieneregeln geachtet und vorsichtiger miteinander umgegangen. "Keiner der Mitarbeiter wird im Gastraum rumniesen oder sich sonst wie unvorsichtig verhalten", sagt Helm. 

Kein Gesetzesverstoß

Die Kunden reagieren verständnisvoll, sagt Helm. Dennoch hat sich eine Leserin an  sächsische.de gewandt und gefragt, ob das denn rechtens sei. Das ist es, bestätigen Landratsamt und Sozialministerium. Die aktuelle sächsische Corona-Schutz-Verordnung verpflichtet das Servicepersonal nicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bei der Bedienung im Café. Dies gilt nur als dringende Empfehlung. Zwar werde nach Auffassung des Ministeriums ohne Maske das Anliegen, eine Übertragung des Virus zu vermeiden, nicht erreicht, Grund zum Einschreiten aber bestehe deshalb nicht. Es wird also weder Kontrollen noch andere Maßnahmen vonseiten der Behörden geben. Auch das Führen von Kontaktlisten für Gäste ist in Sachsen keine Pflicht. Wenn sie aber geführt werden, müssen die Gäste auch korrekte Angaben machen. 

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Mehr Vorsicht und Achtung

Die meisten Cafés und Gaststätten halten dennoch an der Maske für die Kellner und das Bedienpersonal fest. Christian Helm setzt hingegen weiter auf gegenseitige Vorsicht und Achtung statt auf die Maske. "Die Mitarbeiter gehen noch öfter als sonst Hände waschen, die Tische und alles andere wird sorgfältig regelmäßig desinfiziert", sagt er. Und einen Rückgang der Gästezahl hat er auch noch nicht bemerkt.

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Auch zur Gottleubataler Musiknacht am Freitag, 13. November, werde auf  Abstand und Vorsicht gesetzt. Damit es gewährleistet werden kann, soll es noch mehr musikalische Orte als bisher geben. Wie es jede Gaststätte mit der Maske hält, bleibt ihr überlassen. "Doch im Shuttle gilt die Pflicht für alle", sagt Helm, der die Musiknacht federführend organisiert. 

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