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Noch mehr Fragen zur Gelben Tonne

Der Sack machte nur Ärger, deshalb kommt jetzt die Tonne. Aber auch die ist nicht ohne Probleme.

Ist die Tonne zu groß oder zu klein? Das werden die nächsten Wochen zeigen.
Ist die Tonne zu groß oder zu klein? Das werden die nächsten Wochen zeigen. © Dietmar Thomas

Vom Sack zur Tonne: Die meisten Haushalte im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge habe sie bereits, die Gelbe Tonne. Entweder in großen Wohngebieten schon länger, oder in den vergangenen Wochen erhalten. In den nächsten Wochen folgen die Gewerbebetriebe. Ab 1. Januar ist die Gelbe Tonne obligatorisch. Wer sie schon hat, nutzt sie ab sofort. Soweit so einfach und gut. 

Doch vor allem die Größe der Standard-Tonne führt zu vielen Fragen und Beschwerden von Bürgern. Die 240 Liter-Tonne ist ihnen zu groß  - weil sie zu viel Platz wegnimmt und sie so viel Müll nicht haben, weil sie zusätzlich bewegt werden muss. Warum haben sich Abfallzweckverband und Duales System Deutschland dafür entschieden, wie geht die Entsorgungsfirma Kühl als Bereitsteller der Tonnen im Kreis und einer der beiden Entsorger damit um und welche Alternativen gibt es?

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Warum ist die große Tonne Standard?

120 Liter, 240 Liter, 660 Liter, 1.100 Liter: So viele verschiedene Größen von Gelben Tonnen gibt es. Doch im Landkreis sind die 240 Liter-Tonnen für die privaten Haushalte die Regel. In größeren Wohngebieten wurden bereits vor Längerem die größten Behälter aufgestellt. Warum wurde nicht jeder gefragt, welche Tonne er will, ist eine Frage von Lesern, denen die 240 Liter zu viel sind. Das hat ein deutsches Verwaltungsgericht  als gesetzwidrig eingeschätzt, sagt Rainer Otteni, Geschäftsführer des Abfallzweckverbandes Oberelbe. Der hat sich mit der Landbell AG Mainz vor deren Ausschreibung des Entsorgungsauftrages abgestimmt. Die Ausschreibung hat der Heidenauer Entsorger Kühl gewonnen. Er ist damit die nächsten drei Jahre dafür im Landkreis zuständig und hat auch die Tonnen gekauft. Im Unterschied zu den Blauen, Braunen und Schwarzen gehören sie nicht dem Verband. Das hätte der zwar gern gehabt, doch da spielte das Bundeskartellamt nicht mit. 

Welche Gründe auf einen Tonnen-Wechsel haben eine Chance?

Ab Anfang des Jahres nimmt Kühl - nur - schriftlich Anfragen auf einen Wechsel der Tonnen entgegen. Den bisherigen Beschwerden von Lesern zufolge dürfte es sich dabei meist um den Wunsch nach einer kleineren handeln. Die Begründungen werden dann geprüft, gegebenenfalls auch vor Ort. Immer wird es sich um eine Einzelfallentscheidung handeln, sagt Kühl-Chefin Bauknecht. Im Wesentlichen gebe es nur zwei Gründe, bei denen man eher wohlwollend eine kleinere Tonne bereitstellen wird.

  • Gesundheitliche Gründe der Grundstückseigentümer.
  • Plausibel gemachte Örtlichkeiten, wie Abschüssigkeit des Geländes oder auch Treppen.

Welche Gründe werden nicht akzeptiert?

Zu groß und  kein Platz sind aktuell die meistgenannten Gründe, weshalb Grundstückseigentümer statt der 240 Liter-Standard-Tonne die halb so große wollen. Die Abfallfachleute argumentieren mit Erfahrungswerten und Zahlen. So wiege im Schnitt ein Gelber Sack 2,5 Kilogramm und umfasse 90 Liter. In die große Tonne passen also rechnerisch nicht einmal drei Säcke. Außerdem kann die Gelbe Tonne auch halbleer rausgestellt werden, muss es aber nicht bei jedem Leerungstermin. Kein Grund für den Wechsel einer Tonne ist deshalb:

  • Die Tonne ist zu groß.
  • Die Tonne gefällt mir nicht.
  • Es gibt keinen Platz für die Tonne. 

Was ist mit einer eigenen Tonne?

Die lässt Kühl künftig einfach voll stehen. Das sei einfach auch eine rechtliche Frage. Da sie ja fremdes Eigentum ist und beim Leeren beschädigt werden könnte, was wiederum Konsequenzen haben kann, begründet der Heidenauer Kühl-Niederlassungsleiter Heiko Scheffel. 

Was lassen sich Bürger einfallen?

Auf der Suche nach Begründungen, warum man die große Gelbe Tonne nicht will, gibt es recht einfallsreiche Bürger. Ein Borthener zum Beispiel argumentierte mit dem Platz, den die Tonne den Bienen wegnimmt. Ein anderer Mann rechnete dem Abfallzweckverband vor, wieviel die Gelbe, Blaue und Schwarze Tonne von seinem Grundstück Platz wegnimmt und schickte dem Verband eine entsprechende Rechnung. Beide Anliegen wurden freundlich, aber bestimmt abgelehnt. 

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Sack in Tonne ja, Sack neben Tonne nein. Das ist kurz gefasst die Regel, die dann gilt. Die noch vorhandenen Säcke können also weiter zum Sammeln der Verpackungsabfälle genutzt werden. Sollte die bereitgestellte Tonne mehr als ein- oder zweimal nicht reichen, kann eine größere beantragt werden. Ansonsten gilt, zusätzlicher Verpackungsabfall kann auch in den Wertstoffhöfen abgegeben werden. Erfahrungsgemäß fällt vor allem nach Weihnachten mehr an. Zur Erinnerung: Pappe gehört in die Blaue Tonne. 

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