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Schulen: Erst Corona, dann Hitzefrei?

Kaum wieder in der Schule, schon wieder nach Hause: Noch fünf Wochen bis zu den Ferien. Und die können heiß werden. Der Plan dafür ist fast überall der gleiche.

Der Traum der Schüler: Hitzefrei. Doch richtig Frei gibt es auch bei großer Hitze nur noch selten.
Der Traum der Schüler: Hitzefrei. Doch richtig Frei gibt es auch bei großer Hitze nur noch selten. © Andreas Weihs

Was früher zumindest für Schüler die Rettung am Schuljahresende war, wird dieses Jahr wohl gestrichen: Hitzefrei. Nicht wegen des Wetters, das nimmt gerade Anlauf zu den ersten Höchstleistungen des Jahres. Doch können sich die Schulen nach Monaten von Unterricht abwechselnd gar nicht, zu Hause oder mit halber Kraft, schon wieder Ausfall leisten? Was aber, wenn es unerträglich heiß wird? Prinzipiell gilt, dass die Schulen selbst über Hitzefrei oder Hitzeschlacht entscheiden. Das war schon in der Vergangenheit so. Wie fällt die Entscheidung dieses Jahr aus?

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Ein „echtes Hitzefrei“, also eher nach Hause - und zum Beispiel ins Freibad - damit können die Wilsdruffer Gymnasiasten voraussichtlich nicht rechnen. Stattdessen plant Schulleiter Katja Laetsch die Variante verkürzter Stundenplan. Auch das war bisher schon möglich und wurde von vielen Schulen als Kompromiss genutzt. Die Schulstunde dauert dann statt 45 Minuten nur eine halbe Stunde. Damit können alle Fächer stattfinden, der gesamte Schultag wird aber trotzdem verkürzt.

Sebnitzer Gymnasium: Ausfall gibt es nicht

Auch im Heidenauer Gymnasium läuft es auf kürzere Unterrichtsstunden hinaus. Leicht fällt die Entscheidung Schulleiter Frank Clausnitzer aber nicht. Auf der einen Seite wiegen die fehlenden Präsenzzeiten der Schüler schwer, auf der anderen Seite die Gesundheit der Schüler und Lehrer. Aufgrund der klimatischen Verhältnisse in vielen Räumen bei Außentemperaturen von 30 Grad und mehr werde aber das Ja zu den 30 Minuten-Stunden unumgänglich sein. Je eher eine solche Entscheidung fällt umso besser. Denn es müssen auch Fragen wie Ganztagesangebote und Schulspeisung dabei berücksichtigt werden.

Für das Sebnitzer Gymnasium macht Leiter Andreas Seltmann eine klare Ansage: "Einen Ausfall, sprich Hitzefrei, wird es nicht geben." Auch hier wird wie schon in den Vorjahren maximal der Unterricht verkürzt. Für Donnerstag und Freitag heißt das, die ersten zwei Stunden normal, danach werden die Stunden um jeweils eine Viertelstunde verkürzt.

Bereits vor zwei Jahren hat die Dohnaer Oberschulkonferenz ein ähnliches Vorgehen beschlossen. Bei Temperaturen von über 30 Grad wird nach einem gesonderten Plan gearbeitet, bei dem die Lernzeiten ebenfalls leicht verkürzt sind. "Vor allem im Anbau ist bei sehr hohen Außentemperaturen kein konzentriertes Arbeiten für unsere Schüler mehr möglich", sagt Schulleiterin Antje Ambos.

Rosenthal: Kein Problem mit der Hitze

In Grundschulen ist das ein bisschen anders. Hier wird ohnehin nur bis Mittag unterrichtet. Danach folgen noch Gruppenstunden wie zum Beispiel Werken sowie Förderangebote. "Die sind problemlos auch bei größerer Hitze umsetzbar", sagt Rosenthals Grundschulleiterin Birgit Münzberg. In der Schule befindet sich zum Beispiel der Werkraum im kühlen Keller. Außerdem kann zum Teil auf Zimmer auf der Nord-Ost-Seite ausgewichen werden. "Außerdem haben wir Glück, dass von der Gemeinde als Schulträger in Hitzephasen früh zeitig alle Fenster zum Durchlüften geöffnet werden." Das heißt, Hitzefrei wäre für die Rosenthaler Grundschüler die absolute Ausnahme. Sie würde eintreten, wenn sich über sehr viele Tage die Hitze im Gebäude so anstauen würde, dass mehr als vier Unterrichtsstunden nicht mehr zumutbar wären.

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Es wird also in den Schulen auch bei hohen und höchsten Temperaturen weiter geschwitzt, nur eben nicht so lange. Ein Prinzip, das in diesem Jahr nicht neu ist, aber zu den aktuellen Gegebenheiten passt. Und aufgrund der verkürzten Unterrichtszeiten kommen die Schüler dann immer noch zeitig genug ins Bad.

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