merken
PLUS Pirna

Aktionstag im etwas anderen Möbelhaus

Es gibt ihn noch, den Pirnaer Möbeldienst. Um sich in Erinnerung zu bringen und das volle Lager zu leeren, unterbreitet der am Mittwoch ein besonderes Angebot.

Es wird eng: Joachim Stolz ist Verkäufer im Sozialkaufhaus Pirna und bereitet alles für den Aktionstag am Mittwoch vor.
Es wird eng: Joachim Stolz ist Verkäufer im Sozialkaufhaus Pirna und bereitet alles für den Aktionstag am Mittwoch vor. © Daniel Schäfer

Anderthalb Monate haben gereicht, damit der soziale Möbeldienst aus dem Blickfeld verschwunden ist. Jedenfalls bei vielen von denen, für die es ihn gibt. Anderthalb Monate lang war das Angebot der Diakonie auf der Rottwerndorfer Straße in Pirna in der Corona-Zeit geschlossen. Inzwischen ist zwar schon einige Wochen wieder regelmäßig offen, doch die Leute kommen noch nicht wieder so zahlreich wie vorher, sagt der zuständige Bereichsleiter Tobias Hupfer. Und weil noch dazu die Lager voll sind, gibt es am Mittwoch einen Aktionstag. Es ist zwar ein Öffnungstag wie immer, man will aber besonders auf den Möbeldienst aufmerksam machen. Außerdem gibt es auf die ohnehin schon geringen Preise noch einmal einen Nachlass. 

Würde statt Ramsch

Der Möbeldienst ist keine Ramschbude oder gar Müllhalde, was manche, deren Angebote abgelehnt werden, nicht verstehen. DDR-Schrankwände mag sich heute keiner mehr in die Wohnung stellen, auch nicht die, die auf den Euro schauen müssen. Wer beim Möbeldienst einkauft, ist nicht "sozial bedürftig", sagt Hupfer, der diesen Begriff nicht mag. Für ihn sind manche mit viel Geld mitunter sozial viel bedürftiger. Es sind eben Menschen, die nicht so viel Geld haben, was nichts über ihr soziales Verhalten aussagt. "Es hat auch etwas damit zu tun, hier mit  Würde einkaufen zu können."

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Deshalb gibt es beim Möbeldienst, der sich auch gern als Kaufhaus versteht, fast alles, was es woanders auch zu kaufen gibt. Nur dass es eben nicht neu und nicht immer alles im Angebot ist, weil das davon abhängt, was andere anbieten. Aktuell sind das zum Beispiel sehr viele schöne Möbel für Wohnstuben sowie Sofas und Bettgestelle, sagt Hupfer. 

Ohne Bestätigung und Missbrauch

Wer etwas zum kleinen Preis kaufen will, muss keinerlei Bestätigungen oder sonstige Papiere vorlegen. Er muss nur unterschreiben, dass es ihm eben finanziell nicht so gut geht. Das hat steuerliche Gründe. Bisher gibt es keinen Fall, bei dem bekannt wurde, dass jemand diese Möglichkeit ausgenutzt hat. 

Das Möbel- und Haushaltsangebot ist in den vergangenen Jahren immer mehr gewachsen. Damit einher geht  eine ansprechendere  Auslage. Nachdem im vergangenen Jahr die Heizung erneuert wurde, werden nun Zwischenwände eingezogen, um unter anderem die Küchen besser präsentieren zu können, sagt Hupfer. Auch was nicht neu ist, hat Niveau und wird so angeboten. 

Das nächste Kaufhaus

Die Idee der Diakonie, in Heidenau ebenfalls  einen Gebrauchtwaren-Laden zu eröffnen, ist im ersten Anlauf gescheitert.  An der Zeit und am Geld. Die Stadt konnte aufgrund der aktuellen Laufzeit des Förderprogrammes für Mügeln, wo man sich die alte Nord-Post als Standort ausgeguckt hatte, nur ein Jahr zusichern. Das war für die Diakonie zu wenig, um so ein Projekt auf feste Beine zu stellen. Zu gering war auch die Heidenauer Förderung, sagt Hupfer. 

Dennoch ist die Idee für Heidenau nicht ganz gestorben. Sobald sich eine Chance ergibt, werde man es noch einmal versuchen. Der Bedarf für solch einen Laden und den damit verbundenen Treff gibt es, wie das funktionierende Beispiel in Neustadt zeigt. 

Möbeldienst in Pirna, Rottwerndorfer Straße 45h, Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag 9 bis 12 und 13 bis 16 Uhr sowie Mittwoch 13 bis 16 Uhr,  Freitag geschlossen.

Mehr Nachrichten aus Pirna lesen Sie hier.

Den täglichen kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen. 

Mehr zum Thema Pirna