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Berggießhübels Geschichte ist viel älter

Ein Fund bringt Erstaunliches zutage. Gezeigt wird er mit anderen Exponaten, die über die Zeit vor dem Kurort erzählen.

Wasserrinne, Anzündbart und Markierungsstein: André Gierth (li.) und Christian Trachbrodt kennen sich damit aus und geben ihr Wissen gern an die Besucher der Berggießhübler Heimatstube weiter.
Wasserrinne, Anzündbart und Markierungsstein: André Gierth (li.) und Christian Trachbrodt kennen sich damit aus und geben ihr Wissen gern an die Besucher der Berggießhübler Heimatstube weiter. © Egbert Kamprath

Es ist eines dieser kleinen, oft zu unrecht unbeachteten Museen, das von Ehrenamtlichen betrieben wird und doch immer seine Besucher hat. Die der Berggießhübler Heimatstube haben nun noch einen Grund mehr, mal wieder vorbeizuschauen. Eine kleine Sonderausstellung zeigt Holz und Stein im Berggießhübler Bergbau. 

Gefunden wurden die Exemplare bei den umfangreichen Arbeiten der vergangenen Jahre im Bereich des unteren Kirchberges. Bei der Sicherung der Kirchbergstraße und der angrenzenden Wohngebäude konnten historische Funde aus der Zeit des Altbergbaus sichergestellt werden, sagt André Gierth vom Gebirgsverein, der die Stube seit acht Jahren betreibt. Ausstellungsleiter ist Christian Trachbrodt.

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Das gefundene Holz wurde wissenschaftlich untersucht. Dazu gehörte auch eine Bestimmung des Alters. Das Ergebnis überraschte die Berggießhübler. Die verwendeten Bäume wurden nämlich bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gefällt. "Dieser Zeitraum ist insoweit überraschend, da früheste gesicherte bergbauliche Tätigkeiten erst rund 200 Jahre später für unser Bergrevier nachweisbar waren", sagt Gierth. Damit muss die Bergbaugeschichte Berggießhübels umgeschrieben werden, die lange vor der als Kurort lag.

Eingriffe verboten

Christian Trachbrodt ist ein Kenner der Berggießhübler Bergbau-Geschichte. Er hat die verschiedenen Funde geborgen und konserviert, um sie der Nachwelt zu erhalten. Zu den neuen Exponaten gehören auch ein historischer Lochstein, der als Grubenfeld-Vermessungsstein diente, sowie eine alte steinerne Säule. Sie stammt von 1836 und weist in der Schrift auf drei Seiten darauf hin, dass man sich in einer herrschaftlichen Holzung befindet und jegliche Eingriffe in dieselbe verboten sind, sagt Trachbrodt. Er weiß viel und kennt zahlreiche Geschichten, die er Besuchern gern erzählt. Er ist einer von denen, die so scheinbar kleine Museen zu lebendigen Stätten der Geschichte machen. 

Die Heimatstube wurde im November 2012 im Haus des Gastes Berggießhübel, dem ehemaligen Georgenbad, wiedereröffnet. Sie widmet sich verschiedenen Themen der Stadtgeschichte, die immer auch eng mit der des Bergbaus verbunden sind und von Zeit zu Zeit um Sonderausstellungen ergänzt werden. 

Öffnungszeiten: jeden ersten und dritten Freitag im Monat von 15 bis 18 Uhr. Sonderöffnungszeiten können  telefonisch unter 0173 4053872 vereinbart werden. 

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