merken
PLUS Pirna

Verfallene Bastion im Schlosspark gerettet

Das Schloss Thürmsdorf hat einen neuen Hingucker erhalten - dank einer privaten Spende.

Haben die Bastion am Schloss Thürmsdorf wieder aufgebaut: Bauunternehmer Jürgen Krumpolt (li.) und Schlosser Holger Jacob.
Haben die Bastion am Schloss Thürmsdorf wieder aufgebaut: Bauunternehmer Jürgen Krumpolt (li.) und Schlosser Holger Jacob. © Karl-Ludwig Oberthür

Über einhundert Jahre ist sie alt: die Terrasse neben dem Schloss in Thürmsdorf. Bunte Azaleen und Rhododendren blühen hier im Sommer. So schön der Anblick der Blüten auch ist, sie konnten nicht von einer Schwachstelle ablenken. Diese betraf einen Teil der Terrasse. Im Vorderen Bereich gibt es zwei sogenannte Bastionen - Ausbuchtungen, von denen der Schlossherr und seine Besucher einen besonders schönen Blick in den unteren Teil des Gartens genießen können. 

Mehr als 100 Jahre alt sind auch diese Bastionen. Einer sah man diese Zeitspanne zuletzt besonders an. Mehr noch, sie war als solche gar nicht mehr zu erkennen. Denn die Mauer, auf der die Bastion erreichtet war, war komplett eingefallen. Statt einem gemauerten Ausguck klaffte ein tiefes Loch. 

Autohaus Dresden
Eines der besten Autohäuser in Deutschland
Eines der besten Autohäuser in Deutschland

Dresden braucht starke und innovative Unternehmen, wie das Autohaus Dresden. Der Opelhändler ist seit über 25 Jahren tief mit der Region verwurzelt.

Pirnaer Ehepaar finanziert Baukosten

Unternehmer Sven-Erik Hitzer, der das Thürmsdorfer Schloss nach der Wende gekauft hat, konnte die verfallene Bastion nun retten. Und zwar dank einer privaten Spende. Ein Ehepaar aus Pirna, das gern anonym bleiben will, hat den Großteil der Kosten für die Reparatur übernommen. Insgesamt 6.000 Euro haben die Privatleute gespendet. Knapp 8.000 Euro wurden in die Bauarbeiten investiert. Die Differenz hat der Schlossherr beglichen. Hitzer ist froh, dass es eine private Initiative gibt, die den Bau finanziell unterstützt. "Das ist nicht selbstverständlich", sagt er. 

Über den Sommer wurde die Bastion wieder aufgebaut. Mitarbeiter des Montagebetriebs von Jürgen Krumpolt aus Stadt Wehlen haben die eingestürzte Mauer neu gesetzt. Zuvor wurde der Unterbau stabilisiert. Dann übernahm die Schlosserei von Holger Jacob aus Pfaffendorf. Er und sein Team hat das historische Geländer, das um 1900 herum gebaut wurde, aufgearbeitet. "Es war stark verrostet", sagt Jacob. Das Metall wurde gestrahlt und neu gestrichen. Das Eisengeländer wurde dann auf die neue Bastion gesetzt. Allerdings nicht einfach nur einbetoniert, sondern verbleit, wie der Fachmann erklärt. Zwischen Metall und Sandstein gibt es eine Schicht aus Blei. "Wäre es nur einbetoniert worden, hätten wir schnell Haarrisse im Stein gehabt", sagt er. Der Grund: Eisen dehnt sich bei Wärme aus und zieht sich bei Kälte zusammen. Das Gestein hätte unter dem Druck nachgegeben und wäre gerissen. Das Blei gleicht diese Spannungen aus. 

Mehr Nachrichten aus Pirna lesen Sie hier. 

Den täglichen kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen.

Mehr zum Thema Pirna