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Wie Wald auf Dürre und Schädlinge reagiert

Im Nationalpark Sächsische Schweiz starten Forscher ein Experiment. Sie beobachten, was auf kahlen Flächen passiert. Davon gibt es mehr als genug.

Forscherin Jana Chmieleski (2. v. r.) und ihr Team auf der Testfläche am Großen Zschand.
Forscherin Jana Chmieleski (2. v. r.) und ihr Team auf der Testfläche am Großen Zschand. © Ronny Goldberg

Der Wald in der Sächsischen Schweiz hat gelitten. Zwei Dürrejahre haben zu extrem trockenen Böden geführt. Viele Bäume wurden dadurch geschwächt. Dann übernahm der Borkenkäfer. Der Schädling konnte sich massenweise vermehren und Bäume befallen. Das Ergebnis: Viele Fichtenbestände sind großflächig abgestorben. Das belegen Zahlen des Sachsenforstes. Zwischen März 2018 und Mai dieses Jahres sind nunmehr 1.650 Hektar Wald tot. 

Die dramatische Lage, die auch den Nationalpark Sächsische Schweiz betrifft, machen sich nun Forscher zunutze. Sie bereiten ein umfangreiches Waldmonitoring vor, um zu beobachten, wie sich der Wald auf natürliche Weise weiterentwickelt. Beteiligt daran sind Forscher des Kompetenzzentrums für Wald und Forstwirtschaft vom Sachsenforst und Jana Chmieleski von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde.

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Testfläche am Großen Zschand

Sie haben im Gebiet zwischen dem Großen Zschand und dem Kirnitzschtal eine Testfläche angelegt. Hier erproben die Experten verschiedene Verfahren, wie künftig die Entwicklung der Waldstruktur in diesem anspruchsvollen Gelände erfasst und dokumentiert werden kann. Dabei geht es auch darum zu erfahren, wie sich Pflanzen auf auf dem Waldboden, auf Totholz und Gestein entwickeln. 

Der Zeitpunkt für das Monitoring ist laut Sachsenforst genau richtig. Viele Jahre hätten dicht geschlossene, schattige Fichtenbestände das Bild des Nationalparks geprägt. Dann kamen zwei Dürrejahre und der massenweise Befall durch den Borkenkäfer. 

Neue Bäume breiten sich auf toten Flächen aus

Der Wald wird sich dadurch nachhaltig verändern. Derzeit scheinen die Wälder im Nationalpark wie abgestorben. Es gibt etliche kahle Stellen. Doch das sehe nur auf den ersten Blick so aus. Denn wer genau hinschaut, kann neues Leben entdecken. Laut Sachsenforst hätten sich junge Birken, Kiefern, Aspen, Fichten und Vogelbeeren auf dem Waldboden ausgebreitet. Die kleinen Bäume seien nur wenige Zentimeter groß - aber da. Außerdem hätten auf vielen Teilflächen bereits Buchen und Tannen die Funktion eines neuen, jungen Waldes übernommen.

Der Nationalpark sei ideal, um zu beobachten, wie sich Flächen voller Totholz entwickeln und erholen. Vor allem, weil die abgestorbenen Bäume hier im Wald liegen bleiben. "Der Nationalpark besitzt für diese Untersuchungen aufgrund der hohen Totholzanteile und der ungestörten weiteren Entwicklung eine besondere Bedeutung“, sagt Ulf Zimmermann, Leiter des Nationalparks Sächsische Schweiz.

Um langfristig beobachten zu können, wie sich bestimmte Flächen entwickeln, setzt der Sachsenforst künftig auch auf Luftbilder. Sachsenweit sollen diese künftig alle zwei Jahre zur Verfügung stehen. Außerdem werden die Daten der regelmäßigen Waldinventuren als Grundlage verwendet – aktuell läuft diese Inventur im Nationalpark.

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