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Wie der Mäuseborn zu seinem Namen kam

Die kleine Boofe bei Cunnersdorf/Gohrisch liegt versteckt im Wald. Was es mit ihr auf sich hat, wird in einem neuen Bilderbuch erklärt - von Kindern für Kinder.

Für Kinder erfunden, von Kindern gestaltet: das Buch mit der "Geschichte vom Mäuseborn" in Cunnersdorf.
Für Kinder erfunden, von Kindern gestaltet: das Buch mit der "Geschichte vom Mäuseborn" in Cunnersdorf. © Steffen Unger

Ein Bilderbuch mitten im Wald: Darüber stolpern Wanderer seit wenigen Tagen nahe dem Katzstein bei Cunnersdorf in der Sächsischen Schweiz. Unterhalb des Mäuseborns, einer kleinen Boofe am gleichnamigen Mäusebornweg, liegt auf glänzendem Edelstahl ein Bilderbuch - die "Geschichte vom Mäuseborn". Das Exemplar ist jedoch nicht klassisch aus Papier gemacht. Die Seiten sind stabile Tafeln, die dem Wetter trotzen können. 

Denn die Geschichte, die in dem Buch steckt, soll möglichst viele Wanderer lange erfreuen. Das jedenfalls hoffen die Kinder und Erzieherinnen der Kita "Wald und Wiese" in Cunnersdorf bei Gohrisch. Ohne sie würde es die "Geschichte vom Mäuseborn" und damit auch das Buch gar nicht geben. 

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Erfunden auf einer Wanderung

Ausgedacht hat sie sich Rainer Huhn. Neun Jahre ist das inzwischen her. Damals war er noch als Waldwächter beim Sachsenforst tätig. Gemeinsam mit den Cunnersdorfer Kitakindern war Rainer Huhn regelmäßig im Wald unterwegs. Denn die Kita "Wald und Wiese" kooperiert mit dem Sachsenforst und dem Walderlebniszentrum in Leupoldishain. Bei den Ausflügen werden die Kinder spielerisch für den Natur- und Landschaftsschutz sensibilisiert. Einmal pro Jahr übernachten die Kindergartenkinder sogar unter freiem Himmel und gehen boofen. "Das ist der Höhepunkt in unserem Kitajahr", sagt Kitaleiterin Ulrike Nickl. Draußen sein, die Natur erleben, das gehört zum Kitakonzept, genauso wie die Touren mit den Waldwächtern.

Als die Kinder eines Tages mit Rainer Huhn zum "Mäuseborn" unterwegs sind, will er sie mit einer Geschichte bei Laune halten - es ist die Geburtsstunde der "Geschichte vom Mäuseborn".

Die handelt von einem Mäusekönig, der liebend gern in der Badewanne planscht. Eines Tages gab es in der Wanne nur noch eine kleine Pfütze, denn sie hatte ein Loch. Die Diener des Königs versuchten, das Loch zu stopfen: mit einem Zeh und einem Stock. Doch nichts half. Die Mäuse hatten schließlich die Idee, eine neue Wanne zu bauen - aus Sandstein. Also zogen sie mit kleinen Hämmern los und pickten aus dem Felsen an der "Dicken Berta" eine Wanne. Entstanden war der Mäuseborn. 

In Wirklichkeit handelt es sich dabei zwar um eine kleine Boofe am Katzstein. Diese erinnert aber  tatsächlich an eine Wanne. Und auch das Thema Wasser passt zum Mäuseborn. Denn der Begriff "Born" bezeichnet häufig ein Gewässer oder einen Brunnen.

Kinder malen Bilder zur Geschichte

"Obwohl die Geschichte frei erfunden ist, wird sie den Kitakindern immer wieder erzählt", sagt Ulrike Nickl. Gemeinsam mit dem Ortschaftsrat entstand schließlich die Idee, die Geschichte auf Papier zu bringen. Am besten als Bilderbuch. Die Kinder malten deshalb passend zur Geschichte Bilder: vom badenden Mäusekönig, von seinen Dienern und den Hämmern. Die Bilder wurden zusammen mit dem Text von Jana Hatzerakleos, die eine Werbeagentur in Pirna betreibt, als Buch gestaltet und auf wetterfeste Tafeln gedruckt. Der Edelstahlbuchständer wurde passend dafür von René Felber von der Dresdner Metallbaufirma Otto & Schneider angefertigt. Felber stammt aus Cunnersdorf und wollte das Projekt damit unterstützen. 

Seit wenigen Tagen steht das fertige Bilderbuch mit der "Geschichte vom Mäuseborn" nun im Cunnersdorfer Wald. "Die Kinder sind sehr stolz darauf", erzählt Kita-Leiterin Ulrike Nickl. Das Buch soll den Rundwanderweg, der um Cunnersdorf verläuft, aufwerten. Und vor allem andere Kinder für die versteckten Schönheiten in der Sächsischen Schweiz begeistern - mit Geschichten wie dieser.


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