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Pirna: CSD im Feuer der sozialen Medien

Immer wieder werden Hasskommentare über den Verein geschrieben. Der Vorsitzende stellt jetzt etwas klar.

Teilnehmer der CSD-Themenwoche sprühen die Gedenkkreuze auf dem Markt in Pirna nach
Teilnehmer der CSD-Themenwoche sprühen die Gedenkkreuze auf dem Markt in Pirna nach © Daniel Förster

Auch wenn es Einige nicht wahrhaben wollen: Der queere Verein Christopher Street Day (CSD) Pirna gehört mit zum Stadtleben. Vor Kurzem luden die Mitglieder gemeinsam mit anderen Vereinen aus Pirna zu einer CSD-Themenwoche ein. Zahlreiche Veranstaltungen fanden statt, darunter ein Lagerfeuer an der Elbe, Ausstellungen an verschiedenen Standorten in der Pirnaer Innenstadt sowie Vorträge und Gesprächsrunden.

Gedenken an NS-Opfer

Die Themenwoche, die sich über einen Zeitraum von zwei Wochen streckte, fand Anklang. "Die Veranstaltungen wurden gut besucht und wahrgenommen", freut sich Christian Hesse. Er ist der Vereinsvorsitzende. Für ihn persönlich war die Veranstaltung in der Gedenkstätte Sonnenstein besonders eindrücklich. Es wurde der homosexuellen Häftlinge gedacht, die während der NS-Zeit diskriminiert und getötet wurden. Anschließend an den Vortrag sprühten die Teilnehmer die Gedenkkreuze nach, die von der Altstadt auf den Sonnenstein zur Gedenkstätte führen. Die Themenwoche fand als Ersatz zu dem ausgefallenen Christopher Street Day statt, der normalerweise im Sommer schrill und bunt auf dem Markt in Pirna gefeiert wird. Auch in diesem Jahr musste die Veranstaltung infolge der Pandemie abgesagt werden.

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Allerdings plant der Verein Christopher Street Day Pirna kleinere Aktionen auf dem Markt und in der Innenstadt.

Aber ganz offenbar können sich nicht alle mit der queeren Bewegung und deren Ansichten anfreunden. Immer wieder kommt es zu Hasskommentaren in den sozialen Medien. Was Hesse besonders ärgert: "Uns wird unterstellt, wir werden von der Stadt finanziell unterstützt und würden folglich Steuergelder ziehen. Das stimmt nicht. Wir finanzieren uns ausschließlich von Mitgliedsbeiträgen und Spenden, für die wir sehr dankbar sind." Bestätigung kommt umgehend vom Rathaus. "Der CSD Pirna e. V. erhält von der Stadtverwaltung bereits seit mehreren Jahren keinerlei Fördermittel mehr. Der Verein beantragt auch keine Mittel bei der Stadt Pirna", sagt Pirnas Rathaussprecherin Jekaterina Nikitin.

Zum Verein gehören 20 Mitglieder, die aus dem Landkreis und Dresden kommen. "Über Zuwachs freuen wir uns immer, denn nur zusammen können wir etwas bewegen und erreichen", betont Hesse.

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