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SOE: Tanzschulen legen wieder los

Es darf wieder getanzt werden im Landkreis. Die Unternehmen starten nach dem Lockdown jetzt durch. Der finanzielle Schaden ist allerdings enorm.

Der Tanzunterricht in den Tanzschulen, wie hier in der ADTV Tanzschule Pötschke-Nebl in Pirna findet wieder statt. Darüber freuen sich Janine Pötschke und Jens Pötschke.
Der Tanzunterricht in den Tanzschulen, wie hier in der ADTV Tanzschule Pötschke-Nebl in Pirna findet wieder statt. Darüber freuen sich Janine Pötschke und Jens Pötschke. © Daniel Schäfer

Tango, Walzer Rumba und Foxtrott sind angesagt. Nach dem Lockdown darf jetzt wieder getanzt werden. Darüber freuen sich nicht nur jüngere und ältere Tanzwillige, die die Schritte erlernen beziehungsweise auffrischen möchten, sondern vor allem Jens Pötschke. Er ist Gründer und Inhaber der ADTV Tanzschule Pötschke-Nebel, die er 2003 in Pirna eröffnet hat.

Angst vor einem nächsten Lockdown

Seit Mitte Juni werden wieder Tanzkurse für Kinder und Erwachsene in dem Saal an der Königsteiner Straße in Pirna durchgeführt, darunter unter anderem auch Solotanzkurse und Sonderkurse für Discofox. "Wir sind sehr froh, dass der Tanzbetrieb jetzt wieder starten darf", sagt Pötschke und spricht damit vermutlich für die gesamte Branche. Allerdings schaut er mit Argwohn auf die Inzidenz-Zahlen, die wieder steigen. "Hoffentlich müssen wir im Herbst nicht wieder alles schließen", sagt Pötschke

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Hygienekonzept greift nach wie vor

Trotz der aktuellen Lockerungen, greift nach wie vor ein Hygienekonzept in der Pirnaer Tanzschule. In der Garderobe sowie im Foyer gelten Abstandsregelungen und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Beim Tanzen selber besteht keine Maskenpflicht. Überall wurde Desinfektionsspender aufgestellt. Es gibt eine Be- und Entlüfungs- beziehungsweise ein Klimatisierungsanlage in der Tanzschule. Zusätzlich ließ Jens Pötschke noch einen Extra-Luftreiniger aufstellen. Die Kontaktverfolgung läuft über die Kundennummer mit einem persönlichen QR-Code.

Hinter der Pirnaer Tanzschule liegt eine harte Zeit. "Am 2. November 2020 mussten wir schließen. Aber auch schon während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 ruhte der Tanzbetrieb über einen Zeitraum von zirka drei Monaten", fasst Pötschke zusammen. Die finanziellen Einbußen sind enorm. Der Unternehmer rechnet mit einem Schaden von mehreren 100.000 Euro. Denn er muss auch an die Folgeschäden denken. "Wir konnte ja im Lockdown keine neuen Tanzkurse anbieten", erklärt er. Hilfe kam vom Staat. Ohne die Soforthilfe und Überbrückungsgelder wäre es ganz schwierig geworden, sagt Pötschke. Die Tanzschule zählt 22 Angestellte, Kündigungen konnten mithilfe von Kurzarbeitergeld vermieden werden.

Überhaupt kam Aufgeben für das Tanzteam Pötschke nie infrage. Neue Formate wurden entwickelt: Die Tanzkunden habe die Online-Tanzkurse gut angenommen. Dafür wurde extra eine Leinwand in der Tanzschule aufgebaut, um die Schritte zu zeigen, die dann am Computer per Videokonferenz übermittelt wurden. "Wir sind wirklich sehr dankbar, dass uns die Kunden in dieser schwierigen Zeit treu geblieben sind. Viele machten uns Mut und überwiesen sogar Spenden. Man merkte ganz deutlich, dass sie hinter unserer Tanzschule stehen", betont Jens Pötschke.

Abschlussveranstaltungen in Herderhalle

Jetzt gelte es, nach vorne zu schauen. "Wir hoffen, dass wir in den nächsten Jahren wieder unseren Galaball im Kongresszentrum Dresden durchführen können, der jetzt aufgrund der Pandemie zweimal in Folge abgesagt werden musste. Der Ball ist eine feste Marke unserer Tanzschule", sagt der Unternehmer. In diesem Jahr stehen die Abschlussveranstaltungen der Kurse auf dem Plan, die traditionell in der Herderhalle stattfinden.

Auch Tanzschule Richter in Freital startet wieder durch

Nicht nur in Pirna wird wieder Walzer getanzt. Auch die Tanzschule Richter startet nach dem Lockdown mit ihren Tanzkursen. "Darüber sind wir sehr froh", sagt Inhaber Lutz Richter und fragt rhetorisch: "Wer ist das nicht?"Ebenso wie in Pirna hat die Tanzschule Richter die Kurzarbeiter-Regelung genutzt und staatliche Unterstützung bekommen. "Die Kunden haben uns nicht verlassen, da sind wir sehr dankbar", erklärt Richter. Jetzt mache man dort weiter, wo man im November aufgehört habe. Im Herbst sollen neue Kurse in Freital starten. In den Sälen wird ein striktes Lüftungskonzept eingehalten. Richter schaut zurück." Es war eine harte Zeit. Wir hatten ja quasi ein Berufsverbot", sagt der Unternehmer, der während des Lockdowns seine persönlichen Rücklagen angreifen musste.

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