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Doppelerfolg für die Rettungsschwimmer aus Pirna

Vincent Wende holt Silber im Einzel, für die Mannschaft gibt es Gold – trotz erschwerter Trainingsbedingungen.

Von Daniel Förster
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Vincent Wende hat bei den Deutschen Meisterschaften im Rettungsschwimmen Silber geholt - nicht zum ersten Mal.
Vincent Wende hat bei den Deutschen Meisterschaften im Rettungsschwimmen Silber geholt - nicht zum ersten Mal. © Daniel Förster

Überraschung bei den 48. Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften im Rettungsschwimmen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG): Vincent Wende aus Gohrisch hat unter den Einzelstartern die Silbermedaille an Land gezogen.

Zwei Jahre nach seinem ersten Deutschen Vizemeistertitel, den er im westfälischen Hagen errang, konnte der 16-Jährige nun seinen Erfolg in Freiburg im Breisgau wiederholen. Von den drei zu absolvierenden Disziplinen gewann Wende – wie schon 2019 - über 50 Meter Retten mit Flossen mit deutlichem Vorsprung.

Vor allem beim DLRG-Bezirk „Obere Elbe“ in Pirna, bei dem Vincent Wende trainiert, ist der Jubel über den Medaillenplatz groß. Wegen der Corona-Pandemie treten die Sportler dieses Mal unter völlig anderen Voraussetzungen und Bedingungen gegeneinander an. Der Trainingszustand der Konkurrenz sei nur schwer zu beurteilen, sagt Landestrainerin Imke Odrich.

Schwimmhallen wegen Corona über Monate zu

Wegen der verschärften Corona-Einschränkungen konnten Rettungssportler monatelang nicht trainieren. Sportstätten, darunter auch wie die Sportschwimmhalle in Pirna, waren geschlossen. Außerdem wurden seitdem Frühjahr 2020 sämtliche Wettkämpfe abgesagt. Vincent Wende selbst hatte sein Trainingspensum außerdem aus beruflichen Gründen etwas einschränken müssen. Nach seinem Schulabschluss hat er Ende August dieses Jahres beim Forstbezirk Neustadt eine Ausbildung zum Forstwirt begonnen.

Vincent Wende nach seinem Triumph: "Ich wollte eigentlich nur mitschwimmen, da mein Training tatsächlich mager war." Er wisse selbst nicht, wie er doch aufs Podium gekommen sei. Bei den Mannschaftswettbewerben gelang es Vincent Wende mit seinen Mitstreitern Magnus Bergmann (15), Per Odrich (15) und Lucas Hagedorn Hansen (16) zwei Jahre nach ihrem Deutschen Meisterschaftstitel bei den 13- und 14-Jährigen und einer Bestzeit die Konkurrenz auf Abstand zu halten und den Sieg in der nächsthöheren Altersklasse der 15- und 16-Jährigen zu verteidigen.

„Die Jungs wollten ihren Titel unbedingt verteidigen“, so Landestrainerin Odrich.Da sie nur wenig gemeinsam trainiert hatten, fuhr das Team nach den Einzelwettkämpfen ins etwa 40 Kilometer entfernte Neuenburg am Rhein und legte im dortigen Hallenbad eine Extra-Einheit ein. „Das war wichtig. Dadurch konnten sie noch an einigen Feinheiten arbeiten“, berichtet Imke Odrich. Und das fruchtete. Vor allem, um sich gegenüber der Mannschaft aus dem Halle-Saalekreis zu behaupten, mit Athleten, die die Sportschule besuchen und nahezu täglich trainieren können.

Während Einzelstarter vom Pirnaer DLRG-Bezirk "Obere Elbe" schon mehrfach und teilweise recht erfolgreich bei Deutschen DLRG-Meisterschaften auf Medaillenjagd gingen, haben sich Rettungsschwimmer von der DLRG-Ortsgruppe Heidenau erstmals seit Jahren überhaupt für die bundesdeutschen Einzelwettbewerbe einen Startplatz gesichert. Schon allein dies sei für die Heidenauer "ein großer Erfolg" gewesen, so Vereinskoordinator Lars Franke. „Abgesehen von der langen Anreise, hat dieser Umstand den Wettbewerb mit den besten Rettungsschwimmern Deutschlands für die Betreffenden zu einem aufregenden Erlebnis gemacht.“ In den Einzelwertungen belegte die zwölfjährige Sara Bitterlich schließlich den 16. Platz. Bei den zwölfjährigen Jungs schaffte es Anton Reinhard sogar auf den sechsten Platz. „Anton hatte sich im Vorfeld mit der deutschlandweit siebtbesten Punktwertung qualifiziert“, berichtet Lars Franke. Am morgigen Sonnabend wollen dann die 13- und 14-jährigen Heidenauer Mädchen im Team zeigen, was sie draufhaben.

In Freiburg im Breisgau kämpft nach einem Jahr Zwangspause etwa 1.000 Rettungsschwimmer aus ganz Deutschland um die Titel. Angelehnt an die Realität, geht es den Sportlern bei den Disziplinen darum, das Leben von Menschen, die zu Ertrinken drohen, zu retten. Die Teilnehmer ziehen - je nach Altersklasse - unter anderem mit Wasser gefüllte Puppen durchs Schwimmbecken oder haben als Rettungsmittel einen sogenannten Gurtretter im Einsatz.