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Südumfahrung: Kommt der Kreisverkehr?

Zwei Bürgerinitiativen kämpfen gegen eine Ampelkreuzung am Knotenpunkt zur B 172. Auch Pirna favorisiert eine andere Lösung.

Treffpunkt Südumfahrung/B 172 auf dem Pirnaer Sonnenstein: Widerstand gegen die geplante Ampelkreuzung.
Treffpunkt Südumfahrung/B 172 auf dem Pirnaer Sonnenstein: Widerstand gegen die geplante Ampelkreuzung. © René Legrand

Die geladenen Gäste waren gerade in kollektiver Feierlaune, dass nun der Bau des Kohlbergtunnels für die neue Pirnaer Südumfahrung begann, als Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos) in seiner Ansprache zu einem ganz anderen, derzeit sehr umstrittenen Thema ausholte. Es ging um die künftige Anbindung der Südumfahrung an die B 172 auf dem Sonnenstein. 

Nach dem derzeit geltenden Planfeststellungsbeschluss ist an diesem Knotenpunkt eine Ampelkreuzung vorgesehen, gegen die sich schon, seit geraumer Zeit mächtig Widerstand regt. 

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Vor acht Jahren, sagt Hanke, habe man an besagter Stelle 15.000 Unterschriften an den damaligen sächsischen Wirtschaftsminister Sven Morlock (FDP) übergeben - ein Votum dafür, dass die Umgehungsstraße endlich gebaut wird. "Leider haben wir im Nachgang die bittere Pille mit der Ampelkreuzung schlucken müssen", so der Rathauschef. 

Nun aber müsse man sehen, wie man gemeinsam eine zukunftsfähige Lösung finde, sagte Hanke beim Tunnelanstich, gerichtet an das sächsische Wirtschaftsministerium. Gespräche mit der Behörde liefen bereits, die Grundstücksfragen seien geklärt. 

Die Forderungen: Kreisel oder kreuzungsfrei

Der Hintergrund: ursprünglich war am Treffpunkt von Südumfahrung und B 172 ein kreuzungsfreier Knotenpunkt vorgesehen. Morlock strich allerdings diese Variante aus dem Plan und ließ sie durch eine Ampelkreuzung ersetzen, weil sie drei Millionen Euro preiswerter sei. 

Doch kaum war die Trasse im Bau, kamen die alten Forderungen wieder hoch. Eine Bürgerinitiative um den Königsteiner Gottfried Gäbel kämpft seit Jahren dafür, dass an dieser Stelle ein Kreisverkehr entsteht. Aus seiner Sicht fließe der Verkehr in einem Kreisel flüssiger, außerdem füge sich ein solches Rondell wesentlich harmonischer in die Landschaft ein als hoch aufragende Ampelmasten. 

Wesentlich länger schon drängt die Bürgerinitiative "B 172 - Südumfahrung Pirna jetzt" darauf, zu den Ursprungsplänen zurückzukehren - und einen kreuzungsfreien Knotenpunkt zu bauen. 

Das sächsische Wirtschaftsministerium beharrt bislang allerdings auf seinem Standpunkt: planfestgestellt sei nun mal eine Ampelkreuzung, die - ausgerüstet mit einem Linksabbiegerschutz - verkehrssicherer sei als ein Kreisel. 

Zudem, so das Ministerium, könne ein konkreter Zeithorizont, wie lange eine Änderung des Planfeststellungsbeschlusses dauern könnte, nicht seriös angegeben werden. Werde eine solche Änderung bezüglich der Kreuzungsform beantragt, müsste der gesamte bereits abgeschlossene Abstimmungs-, Planungs- und Baurechtsprozess erneut von vorn beginnen. Der Ausgang sei völlig ungewiss, weil sich zwischenzeitlich Vorschriften zum Teil geändert hätten. Die Anbindung der Südumfahrung würde sich dadurch um Jahre verzögern und erhebliche Mehrkosten mit sich bringen. Das sei niemandem vermittelbar. 

Suche nach dem besten Weg

Pirna indes unterstützt ebenfalls seit geraumer Zeit den Vorstoß der Bürgerinitiative und plädiert auch für einen kreuzungsfreien Knotenpunkt auf dem Sonnenstein - vor allem deswegen, weil sich die Stadt davon einen reibungslosen Verkehrsfluss verspricht. 

Das Rathaus versucht nun schon seit längerem zu klären, in welcher Form die angestrebte Änderung in die Pläne eingearbeitet und schließlich umgesetzt werden kann. Möglicherweise gibt es eine einfachere Variante, ohne den gesamten Planfeststellungsbeschluss ändern zu müssen. "Ich bin optimistisch", sagt Hanke, "dass wir einen Weg finden werden."

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