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Pirna: Schwerer Arbeitsunfall unter Tage

Ein Teilstück einer alten Gashauptleitung zertrümmert den Fuß eines 53-jährigen Montagearbeiters. Dennoch hatte er wohl Glück.

Von Daniel Förster
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Ein Montagearbeiter ist am Dienstagvormittag auf dem Pirnaer Sonnenstein schwer verletzt worden.
Ein Montagearbeiter ist am Dienstagvormittag auf dem Pirnaer Sonnenstein schwer verletzt worden. © Daniel Förster

In einem unterirdischen Kanal mit Versorgungsleitungen auf dem Pirnaer Sonnenstein hat sich am Dienstag ein schwerer Arbeitsunfall ereignet. Dabei erlitt ein 53 Jahre alter Montagearbeiter schwere Verletzungen. Auf den Fuß des Mannes war ein tonnenschweres zuvor abgetrenntes Teilstück einer alten Gashauptleitung gefallen und hatte diesen zertrümmert. Erst nach über einer Stunde gelangte der Mann mithilfe von Feuerwehrleuten aus dem etwa einen Kilometer langen, engen Kollektorgang, damit er auf dem schnellsten Weg in eine Klinik gebracht werden konnte.

In dem Schacht unter dem Plattenbaugebiet, den die Stadtwerke Pirna betreiben, baut eine externe Dienstleitungsfirma seit Längerem eine still gelegte Gashauptleitung zurück. Der Unfall war gegen 10 Uhr etwa 250 Meter vom Eingang zu dem Schacht an der Remscheider Straße passiert. Aus bislang unbekannter Ursache hatte sich ein bereits von den letzten zwölf Metern der Leitung abgetrenntes, rund 1.000 Kilogramm schweres Heizungsrohrstück plötzlich unbeabsichtigt in Bewegung gesetzt. Das 1,20 Meter lange, teilweise ummantelte Rohrteil aus Vollstahl mit einem Durchmesser von etwa 30 Zentimeter stürzte auf das rechte Bein des Arbeiters und trennte ihm unterhalb des Unterschenkels nahezu seinen Fuß ab.

In dem Trassensystem unter der Erdoberfläche gibt es weder Mobilfunk noch Sprechfunkempfang, berichten Einsatzkräfte. Deshalb musste ein Kollege, erst ins Freie laufen, um überhaupt den Notruf absetzen zu können, berichten Einsatzkräfte. Der Unfall war etwa 250 Meter von einem der wenigen Zugänge zu der Untertagetrasse passiert. Die Feuerwehr musste zu Hilfe eilen, um den Verunfallten durch den engen Kanal, durch den sich vom Durchmesser maximal eine Person vor und zurück bewegen kann, mit einer Schleifkorbtrage ins Freie zu bringen. Mit einer herkömmlichen Trage sei die Rettung nicht möglich gewesen, berichten die Helfer. „Es konnte immer nur einer vorn und einer hinten die Trage anfassen“, so Udo Müller, Einsatzleiter der Feuerwehr. Stahl-Halterungen und Verankerungen, die rechts und links aus Beton- bzw. Mauerwerk die zahlreichen Leitungen halten und herausragen, hätten das zügige Vorwärtskommen erschwert. „Wir mussten aufpassen, dass wir mit dem Patienten nicht anecken und wir schlimmstenfalls stürzen“, so der Feuerwehrmann. Vor dem schwierigen Abtransport an das Tageslicht hatten Notarzt und Rettungsdienst den Mann noch im Schacht erstversorgt. Der Verunglückte war, als er aus dem Kanal getragen wurde, bei vollem Bewusstsein.

Der Rettungsdienst brachte ihn umgehend in die Uniklinik nach Dresden, wo er von Ärzten zunächst notoperiert wurde. Der Montagearbeiter hätte trotz des Unglückes, das erhebliche Verletzungen seines Fußes zur Folge hatte, unwahrscheinliches Glück und offenbar gleich mehrere Schutzengel gehabt. So könne er froh sein, dass er von dem tonnenschweren Stahlteil nicht erschlagen worden sei. Zum anderen hätte sich seine Wunde verschlossen, anderenfalls hätte er womöglich viel Blut verloren.

Untersuchungen zum Unfallhergang und zur Ursache wurden von Arbeitsschutz-Experten der Landesdirektion Sachsen übernommen.