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Sächsische Schweiz: Weniger Unfälle, aber mehr Verkehrstote

Corona und Lockdowns wirken sich insgesamt positiv auf die Unfallzahlen 2020 aus. Doch es kommen mehr Menschen zu Schaden.

Tödlicher Unfall im Frühjahr 2020 in Hellendorf: Die Zahl der Verkehrstoten hat sich im Vergleich zu 2019 generell erhöht.
Tödlicher Unfall im Frühjahr 2020 in Hellendorf: Die Zahl der Verkehrstoten hat sich im Vergleich zu 2019 generell erhöht. © Archiv: Marko Förster

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Vergleich von 2020 zu 2019 erheblich gesunken. Wie sich aus der Unfallstatistik der Polizei ergibt, starben aber im vergangenen Jahr mehr Menschen bei Verkehrsunfällen als im Jahr zuvor, auch wurden mehr Menschen verletzt.

Im gesamten Landkreis registrierte die Polizei im zurückliegenden Jahr 5.440 Verkehrsunfälle, 2019 waren es 6.112, 2018 sogar 6.144. 2020 starben bei diesen Unfällen insgesamt elf Menschen, im Jahr zuvor waren es sieben, 2018 waren es ebenfalls elf Verkehrstote. Kinder kamen im vergangenen Jahr nicht bei Verkehrsunfällen ums Leben. Auch die Zahl der Verletzten stieg an. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei im Landkreis 974 Verletzte, darunter 240 Schwerverletzte.

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Zahl der Verkehrsunfälle sinkt

Diese Tendenz spiegelt sich weitgehend auch im Gebiet des Altkreises Sächsische Schweiz wider, in dem das Revier Pirna größtenteils für das linkselbische Gebiet, das Polizeirevier Sebnitz für das rechtselbische Gebiet zuständig ist. Im Revierbereich Pirna ging die Zahl der Verkehrsunfälle 2020 laut Revierleiter Candy Sommer um sechs Prozent zurück. Im vergangenen Jahr nahmen die Beamten 2.124 Unfälle auf, 2019 waren es noch 2.263. Eine der Ursachen dafür ist die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen. "Auf den Straßen war insgesamt weniger Verkehr, daher gab es weniger Unfälle", sagt Candy Sommer.

Ganz ähnlich ist das Bild im Bereich des Sebnitzer Reviers. In ihrem Zuständigkeitsbereich nahmen die Beamten 2020 insgesamt 981 Unfälle auf, 2019 waren es 1.067. Das ist laut Revierleiter Uwe Lottermoser ein Rückgang von 8,1 Prozent. Auch seiner Aussage nach sei das eine Folge der coronabedingten Lockdowns. "Das hat sich schon spürbar auf die Unfallzahlen ausgewirkt", sagt der Revierleiter.

Mehr Tote in beiden Revierbereichen

Unterschiede gibt es hingegen bei der Zahl der Verletzten. Im Revierbereich Pirna sind diese Zahlen leicht rückläufig. 2020 registrierten die Beamten 311 Unfälle mit Personenschaden, dabei verunglückten insgesamt 377 Menschen. 2019 waren es 392.

Im Bereich des Sebnitzer Reviers stieg diese Zahl hingegen. 2020 nahmen die Beamten 146 Unfälle mit Personenschaden auf, dabei wurden 188 Menschen verletzt, 56 von ihnen schwer. 2019 waren es 113 Unfälle mit Personenschaden, dabei wurden 140 Menschen verletzt.

Was wiederum auf beide Reviere zutrifft: Die Zahl der Verkehrstoten stieg an. Im Bereich des Pirnaer Reviers starben 2019 zwei Menschen bei Verkehrsunfällen, 2020 hingegen waren es vier. Dieser Anstieg lässt aber keine Rückschlüsse zu, warum sich die Zahl der Todesopfer erhöht hat. "Diese Unfälle sind nicht miteinander vergleichbar und auf ganz individuelle Fehler beim Fahren zurückzuführen", sagt Candy Sommer.

Im Bereich des Polizeireviers Sebnitz starben 2020 zwei Menschen bei Verkehrsunfällen, 2019 keiner, 2018 waren es vier. Aber auch hier lasse sich laut Revierleiter Uwe Lottermoser kein allgemeiner Trend ableiten, dass die Zahl der Unfalltoten generell steige.

Ursachen: Parkplatzrempler und Spiegelklatscher

Die Hauptunfallursachen sind sogenannte "Fehler beim Wenden oder Rückwärtsfahren", dahinter verbergen sich die typischen Parkplatzrempler, die in beiden Revierbereich gehäuft auftreten. Weitere Unfallursachen sind ungenügender Sicherheitsabstand, unangepasste Geschwindigkeit, Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot - sogenannte Spiegelklatscher - sowie das Missachten der Vorfahrt. Darüber hinaus bewegt sich auch die Zahl der Wildunfälle auf einem anhaltend hohen Niveau.

Sächsische.de wird in Folgebeiträgen noch ausführlich die Unfallstatistik, aufgeschlüsselt auf die beiden Revierbereiche, erläutern.

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