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Pirnas neuer Kreisel: Jetzt läuft's rund

Der Kreisverkehr an der Rottwerndorfer Straße ist nun endgültig fertig und freigegeben. Das Rondell löst gleich zwei Probleme auf einmal.

Neuer Kreisverkehr in Pirna: einen gefährlichen Knotenpunkt entschärft.
Neuer Kreisverkehr in Pirna: einen gefährlichen Knotenpunkt entschärft. © Daniel Schäfer

Seit einigen Monaten konnten Kraftfahrer in Pirna schon mal phasenweise testen, wie sich auf neuer Trasse eine Runde drehen lässt. Ende November 2020 gab die Stadt den neuen Kreisverkehr an der Kreuzung Rottwerndorfer/Zehistaer Straße frei, die monatelangen weiträumigen Umleitungen waren damit Geschichte.

Ganz flüssig rollte es in der Folgezeit aber noch nicht. Wegen ausstehender Restarbeiten mussten Kreisel und angrenzende Bereiche mehrfach partiell oder ganz gesperrt werden, so Mitte März, Anfang Mai und zuletzt Ende Juni, um Fahrbahn und Randbereiche final zu markieren. Doch nun, mit Beginn der zweiten Jahreshälfte, ist es vollbracht.

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Kreisel-Duo ist komplett

Nach reichlich einem Jahr Bauzeit ist der Kreisverkehr jetzt endgültig fertig und dauerhaft für den Verkehr freigegeben. Zwar werden einige Pflanzarbeiten erst im kommenden Herbst beendet, der Verkehrsfluss bleibt davon aber unberührt.

Die Stadt hatte Mitte Juni 2020 begonnen, den Knotenpunkt Rottwerndorfer/Zehistaer Straße zu einem Kreisverkehr umzubauen. Das Rondell komplettiert nun die wichtige Verkehrsachse von der Zehistaer Straße aus stadteinwärts.

Vor einigen Jahren war in Sichtweite schon der Kreisverkehr an der Ecke Zehistaer Straße/Einsteinstraße entstanden. Im Duett sollen die Kreisel nun dafür sorgen, dass der Verkehr weitgehend flüssig fließt.

Das Vorhaben erstreckte sich allerdings nicht nur auf den Kreiselbau. Im Zuge dessen wurde auch ein Teil der Rottwerndorfer Straße bis zur Clara-Zetkin-Straße saniert, ebenso ließ die Stadt die Einmündungen zur Mühlenstraße und zur Seminarstraße neu gestalten.

Spezielles Innenleben

Der neue Kreisverkehr hat einen Außendurchmesser von 35 Meter, die Fahrbahn ist fünf Meter breit. Für den Innenkreis wählte die Stadt eine spezielle Gestaltungsvariante. Die Grundidee war, die Gesteinsarten der beiden angrenzende Täler - Seidewitz- und Gottleubatal - aufzugreifen.

Der Kreisel Zehistaer Straße/Einsteinstraße wurde mit der Gesteinsart Grauwacke gestaltet, für den Kreisel Rottwerndorfer/Zehistaer Straße griffen die Planer das Thema Sandstein auf. In der Mitte fanden große Sandsteine, Sandsteinfindlinge und Sandsteinschotter in verschiedenen Korngrößen Platz.

Diese kombinierten die Gartenbauer mit Gehölzen, Stauden und Gräsern. Bei der Auswahl der Pflanzen achtete die Stadt darauf, dass die Flora übers Jahr verteilt zu unterschiedlichen Zeiten blüht und robust sowie hitze- und trockenheitsverträglich ist. Farblich spiegeln die Blüten die Farben Blau und Orange aus dem Logo der Stadt wider.

Linksabbiegen? Nö.

Einhergehend mit dem Kreuzungsumbau änderten sich auch einige Verkehrsregeln. So können Kraftfahrer von der Seminarstraße aus nicht mehr nach links auf die Rottwerndorfer Straße abbiegen. Wer von dort aus stadtauswärts fahren will, muss zunächst nach rechts abbiegen und eine Runde im Kreisel drehen.

Ebenso ist es nicht mehr möglich, von der Rottwerndorfer Straße - stadtauswärts gesehen - nach links in die Seminarstraße abzubiegen. Der Platz zwischen Kreisel und der Einmündung Seminarstraße reichte nicht mehr aus für eine separate Linksabbiegespur. Hätte die Stadt das Linksabbiegen an dieser Stelle ohne gesonderte Spur gestattet, würde sich der Verkehr in den Kreisel zurückstauen - was nicht gewollt ist.

Darüber hinaus gestalteten die Fachleute die Einmündung Mühlenstraße um. Die Trasse stößt nun nicht mehr spitzwinklig, sondern rechtwinklig auf die Rottwerndorfer Straße, was die Ein- und Ausfahrt zur Mühlenstraße erleichtert.

Zwei Probleme, eine Lösung

Pirna ließ die Kreuzung Rottwerndorfer/Zehistaer Straße hauptsächlich aus zwei Gründen umbauen. Zum einen entschärfte die Stadt einen bis dato unübersichtlichen und gefährlichen Knotenpunkt. Die Kreuzung hatte früher eine recht eigenwillige Form, die Straßen trafen in einer Art Dreieck aufeinander. Kraftfahrer verloren schnell mal den Überblick, wer Vorfahrt hat. Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu Unfällen.

Darüber hinaus befanden sich Kreuzung und angrenzende Straße laut einem Gutachten in schlechtem Zustand. Der Belag war deformiert, rissig und an mehreren Stellen ausgebrochen. Doch die holprigen Zeiten sind nun vorbei.

Gerüstet für veränderte Verkehrsströme

Zum anderen dient der Kreisel auf einer wichtigen Achse dazu, den Verkehrsfluss zu verbessern. Wenn 2023 die neue Südumfahrung fertig ist, wird einer Prognose zufolge ein Großteil des Verkehrs die Ortsumgehung an der Abfahrt Zehistaer Straße verlassen und weiter in Richtung Zentrum fahren. Über die beiden kombinierten Kreisel soll der Verkehr künftig weitgehend störungs- und staufrei fließen.

"Mit den beiden neuen Kreuzungslösungen ist die Stadt Pirna an dieser Stelle für die mit der Fertigstellung der Südumfahrung einhergehenden geänderten Verkehrsströme in die Innenstadt und in die Seitentäler bestens gerüstet", sagt Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos). Das Bauvorhaben kostete insgesamt rund 1,5 Millionen Euro und wurde vom Freistaat Sachsen zu 80 Prozent gefördert.

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