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Wann kommt Pirnas neue Grundschule?

Die Bildungsstätte im Ortsteil Zehista soll neu gebaut werden, das steht fest. Nur der Zeitpunkt ist noch völlig offen - trotz eines Wunsches.

In die Jahre gekommene Grundschule in Pirna-Zehista: Sie taugt nicht mehr lange als Bildungsstätte.
In die Jahre gekommene Grundschule in Pirna-Zehista: Sie taugt nicht mehr lange als Bildungsstätte. © Norbert Millauer

Um die Grundschule im Pirnaer Ortsteil Zehista ist es schon seit langer Zeit nicht zum Besten bestellt. Die beiden Gebäude, aus denen die Bildungsstätte besteht, wurden um das Jahr 1900 herum errichtet. Inzwischen sind die mächtig in die Jahre gekommen, die Bausubstanz ist schlecht. 

Die Stadt konstatierte schon 2018, dass die beiden Häuser nicht mehr allzu lange als Bildungsstätte taugen. Damit der Schulbetrieb überhaupt weiterlaufen konnte, ließ Pirna bereits vor geraumer Zeit den Brandschutz provisorisch verbessern. 

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Aufgrund gestiegener und weiter steigender Kinderzahlen ist Pirna jedoch langfristig auf diesen Schulstandort angewiesen. Längst schon kann die Bildungsstätte nicht mehr alle Kinder aus ihrem ursprünglichen Einzugsgebiet aufnehmen, Pirna ließ daher schon die Grundschulbezirke neu aufteilen. 

Doch um den Zehistaer Standort auf Dauer zu erhalten, gibt es nur eine Möglichkeit: Die Grundschule muss entweder saniert oder neu gebaut werden. 

Der Stadtrat entschied sich für Letzteres, die Arbeiten waren zunächst für die Jahre 2019 und 2020 avisiert. Doch die seinerzeit angespannte Haushaltslage ließ einen raschen Baubeginn nicht zu. Immerhin sind im Doppelhaushalt 150.000 Euro für die Planung eingeplant, nicht aber das Geld für den Neubau. 

Gebäude werden jetzt geplant

Nun aber treibt Pirna das Vorhaben weiter voran - zumindest ein Stückchen. Der Stadtentwicklungsausschuss hat im September den Auftrag an ein Planungsbüro aus Pirna vergeben, die Schulgebäude zu planen. 

Damit folgen Stadt und Ausschuss einem Beschluss des Stadtrates. Das Kommunalparlament hatte bereits im Juli 2019 die von der Stadt bevorzugte Schul-Variante bestätigt und zugleich festgelegt, diese Variante planerisch zu vertiefen und die damit verbundenen Aufwendungen bei der Planung künftiger Doppelhaushalte zu berücksichtigen.

Pirna hatte im Vorfeld fünf mögliche Alternativen prüfen lassen, wie sich der Schulstandort auf Dauer erhalten lässt. Die Varianten reichten von einer Komplexsanierung der bestehenden Gebäude über Neubauten auf einem Grundstück gegenüber der bisherigen Bildungsstätte  bis hin zu einem Neubau auf einem etwas weiter entfernt liegenden Areal. Die Kostenspanne reichte von 5,6 bis 7,6 Millionen Euro. 

Mehrere Varianten hielt die Stadt für wenig praktikabel. Mal waren die Kosten für den Flutschutz nicht kalkulierbar, mal erwiesen sich die Vorhaben als unwirtschaftlich, mal gab es erhebliche Probleme mit den Interimsquartieren für die Schüler.

Neubau ist die beste Variante

Wegen dieser Einschränkungen  geriet eine einzige Variante schnell in den Fokus der Stadt: ein Schulneubau auf einem 7.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Berggießhübeler Straße, gleich hinter dem Schloss Zehista. Die Variante beinhaltet den Neubau eines Schulkomplexes, bestehend aus einem zweigeschossigen Schulgebäude in Modulbauweise und einer Einfeld-Sporthalle. Dazu kommt noch eine rund 1.500 Quadratmeter große Freifläche sowie eine Laufbahn und eine Weitsprunganlage für den Sportunterricht. 

Für dieses Vorhaben spricht aus Sicht der Stadt, dass diese Variante - wirtschaftlich und nachhaltig betrachtet - die beste sei, da der geplante Neubau mit der neuen Sporthalle einen funktionellen und gut strukturierten Grundschulstandort sicherstelle. 

Und falls das Geld knapp sein sollte, lässt sich das Projekt auch finanziell entzerren: So könnten die Schüler vorerst weiter in der alten Sporthalle unterrichtet werden, die neue könnte dann zu einem späteren Zeitpunkt gebaut werden.

Auf unbestimmte Zeit verschoben

Völlig offen ist jedoch, wie es mit dem geplanten Neubau weitergeht. In dem von der Stadt neu gefassten Investitionsplan für die Jahre 2021 bis 2025 ist der "Ersatzneubau Schulgebäude" nicht mit einer sonderlich hohen Priorität eingestuft. 

Als der Stadtrat kürzlich über diesen Investitionsplan debattierte, gab es im Vorfeld einen langen Fragenkatalog der Fraktion "Bündnis 90/Die Grünen/SPD". Sie wunderte sich unter anderem darüber, dass für das Zehistaer Projekt für 2021 lediglich 150.000 Euro im Plan stehen, aber keine Folgekosten für die Jahre danach. 

Aus der Antwort des Rathauses geht hervor, dass der Schulneubau - geschätzte Gesamtkosten knapp sechs Millionen Euro - gemäß der aktuellen Haushaltsplanung auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Vorbereitend sei jetzt die weitere Planung beschlossen worden, sie sei die Voraussetzung dafür, um das Projekt später zu realisieren - zu welchem Zeitpunkt auch immer. 

Aus diesem Grund gaben die Stadträte Tilo Kloß (Linke) und Sebastian Gilbert (Bündnis 90/Die Grünen) bei der Debatte zum Investitionsplan der Stadt folgenden Wunsch mit auf den Weg: der Grundschul-Neubau in Zehista sollte möglichst auf die Jahre 2023/24 vorgezogen werden. 

Das kann sich aber frühestens entscheiden, wenn der Stadtrat Ende 2022 dann über den Doppeletat für diesen Zeitraum diskutiert. 

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