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Pirna

Freie Stellen in drei Branchen

Zahl der Arbeitslosen im Landkreis steigt zwar, liegt aber noch unter dem Wert vom Frühjahr.

Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter in Pirna haben aktuelle Zahlen veröffentlicht.
Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter in Pirna haben aktuelle Zahlen veröffentlicht. © Egbert Kamprath

Wie erwartet ist zum Jahresende die Arbeitslosigkeit im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge weiter gestiegen. Im Dezember waren 6.237 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, teilt die Agentur für Arbeit Pirna mit. Das waren 186 Personen mehr als im November und 808 Personen mehr als im Dezember 2019.

Zieht man allerdings die Personen hinzu, die sich aktuell in einer Weiterbildung oder sonstigen Maßnahme der Arbeitsagentur befinden, ist der Abstand zum Vorjahr jedoch geringer. Das wird in der sogenannten Unterbeschäftigung dargestellt, die jetzt insgesamt um 265 Personen höher liegt als 2019.

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Auch im Vergleich zum Frühjahr dieses Jahres gibt es jetzt weniger Arbeitslosigkeit. Im Mai waren davon 6.701 Personen im Landkreis betroffen.

Noch keine Auswirkungen des erneuten Lockdowns

Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 4,9 Prozent. Vor einem Jahr lag sie um 0,7 Prozentpunkte niedriger. „Die Arbeitsmarktzahlen vom Dezember entsprachen in etwa der Entwicklung des Vorjahres, wobei sich noch keine Auswirkungen des Lockdowns vom Dezember erkennen lassen", erklärt die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Pirna, Gerlinde Hildebrand. Das liegt daran, dass der Stichtag für die Arbeitsmarktstatistik Mitte Dezember war, als der harte Lockdown erst begann.

Die Folgen könnten erst in den kommenden Wochen eingeschätzt werden. "Wir sind weiterhin als Partner für die Betriebe und die Menschen in der Region da und wollen sie zuverlässig unterstützen und begleiten“, erklärt Hildebrand. Männer sind häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als Frauen. Das Verhältnis liegt bei 58,9 Prozent zu 41,1 Prozent.

Viele neue Stellen in Zeitarbeit

Das kontinuierliche Beschäftigungswachstum der letzten Jahre im Landkreis wurde 2020 unterbrochen. Für Juni wurden erstmals seit Langem 0,7 Prozent weniger Beschäftigte gezählt. Der Wert liegt aber noch über dem von 2018.

Trotzdem gibt es eine positive Tendenz bei der Arbeitskräftenachfrage. Die konnte im Dezember mit 422 neue Stellenangeboten wieder etwas zulegen. "Es wurden mehr freie Stellen gemeldet als im November und im Dezember des Vorjahres", teilt die Arbeitsagentur mit. Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen stieg ebenfalls.

Allerdings ist das nicht über alle Branchen hinweg der Fall. Bedarf meldeten Unternehmen insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe (63), im Bereich Dienstleistungen (41) und im Gesundheits- und Sozialwesen (39) an. Für Zeitarbeit (134) wurden die meisten Stellen gemeldet. Im Handel gab es dagegen viele Menschen, die sich arbeitslos melden mussten.

Kurzarbeit hilft Firmen und Angestellten

Kurzarbeit bei der Arbeitsagentur anzumelden, ist weiterhin ein wichtiges Mittel für Stabilität am Arbeitsmarkt. Im Sommer sank zwar die Zahl der Betriebe wieder stark, die Kurzarbeit angemeldet haben. In den vergangenen Wochen sind jedoch wieder 289 regionale Betriebe hinzugekommen. Hinter diesen Anzeigen standen laut Arbeitsagentur 2.357 Beschäftigte im Landkreis.

Den Höchststand gab es 2020 im April. Damals hatten 1.972 Betriebe für 15.276 Beschäftigte Kurzarbeitergeld beantragt. Zwischen der Zahl der Beschäftigten, für die vorsorglich Kurzarbeit bei der Arbeitsagentur beantragt wird, und den Beschäftigten, für die dann nachträglich tatsächlich Kurzarbeit abgerechnet wurde, besteht ein größerer Unterschied. Zur Abrechnung haben Firmen drei Monate Zeit.

Arbeitsmarkt in Sebnitz am stabilsten

Im Vergleich der Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Landkreis steht weiterhin Dippoldiswalde mit einer Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent der Erwerbstätigen am besten da. In Freital lieg sie bei 4,8 Prozent, in Sebnitz bei 5,0 und in Pirna bei 5,5 Prozent.

Das wird auf die vielen Arbeitsplätze im Tourismus und im Gastgewerbe zurückgeführt, deren Saison im Sommer traditionell viel stärker ist als im Winter. Am stabilsten präsentierte sich der Arbeitsmarkt dennoch in Sebnitz. Dort gab es zuletzt lediglich zehn Arbeitslose mehr als im Dezember 2019.

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