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Dohnaer haben den Bogen raus

Die Bräunigs werden nicht nur gelobt, sondern auch kritisch beäugt. Seit vier Jahren sanieren sie die Scheune am Markt. Jetzt ist eine wichtige Etappe geschafft.

Für jeden Spaß zu haben: Corinna und Jörg Bräunig sind aufs Baugerüst für den Torbogen geklettert, der nun wieder den Eingang zu ihrer Scheune Markt 17 bildet.
Für jeden Spaß zu haben: Corinna und Jörg Bräunig sind aufs Baugerüst für den Torbogen geklettert, der nun wieder den Eingang zu ihrer Scheune Markt 17 bildet. © Daniel Schäfer

Wenn sie einen schlechten Tag haben, ist ihnen das, was sie geschafft haben, zu wenig. Wenn sie einen guten Tag haben, staunen sie. Meist haben  Corinna und Jörg Bräunig einen guten. Sie sanieren seit vier Jahren die Scheune am Markt 17 in Dohna. Vor drei Jahren ließen sie den markanten Torbogen an der Einfahrt abtragen. Das hatte für etliche Aufregung gesorgt. Doch die  Alternative wäre gewesen, dass Baufahrzeuge den ohnehin einsturzgefährdeten Bogen beschädigen. Seither gab es immer wieder kritische Nachfragen, wenn denn der Bogen zurückkommt. Jetzt ist es so weit. 

Die Steine, die an der einen Innenseite gesetzt worden, stammen aus dem Mittelalter. Die Bräunigs haben jeden in der Hand gehabt. Als Corinna Bräunig einen herzförmigen fand, sagte sie: Wir sind zwar nicht steinreich, dafür haben wir Herz. Ohne das hätten sie es mit der Scheune nicht so weit gebracht. Sie kostet viel mehr Herz und Geld und Zeit wie sie am Anfang dachten. Jede Etappe ist ein Schritt zur Erfüllung ihres Traumes.

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Klöntür statt Veranstaltungen

Manchmal sind es große Etappen, so wie das Dach, manchmal kleinere wie jetzt ein Glaselement in der Front zum Markt, das als Schutz eine Tür erhält, deren obere Hälfte geöffnet werden kann. Eine solche Klöntür haben die Bräunigs im Urlaub gesehen und dachten, das passt perfekt. Gegenüber der Klöntür sind die beiden großen Glasfronten mit den Türen zur Wiese eingebaut. Als Nächstes werden die Bänke, die im großen Hauptraum stehen, geölt. 

Die Scheune soll auch zum Treff- und Veranstaltungsort werden. So wie es voriges Jahr zum Tag des offenen Denkmals, als es eine Lesung mit Friedrich-Wilhelm Junge gab. Solche Veranstaltungen sind in diesem Jahr undenkbar. Keine Hofnacht, kein Denkmalstag, was mit Halloween und Weihnachten wird, ist ein Fragezeichen. Die Bräunigs machen wie immer das Beste draus und nutzen die Zeit zum Bauen. Der Putz rundherum ist fast fertig, im Winter sollen die Holzdecken im Inneren folgen, dann der Fußboden und die Heizung. Die oben unterm Dach geplanten Ferienwohnungen wären in diesem Corona-Urlaubsjahr der Renner gewesen, sagen die Bräunigs. Doch so weit sind sie noch  nicht. Dafür läuft der Weinhandel schon. 

Eine Feier, ein Baum

Dennoch gibt es schon erste Anfragen für Feierwünsche im nächsten Jahr. Eine Hochzeit, eine Jugendweihe und eine Diamantene Hochzeit. Wer eine Hochzeit feiert, pflanzt einen Baum auf der Streuobstwiese. Dort, wo jetzt noch Platz ist und im Sommer die Museumsleiterin als erste ihre Mittelalter-Hochzeit feierte.

Steine haben die Bräunigs übrigens noch genug. Einen ganzen großen Haufen. Aussortiert aus dem Schutt der Scheune, der in elf siebeneinhalb Tonnen schweren Containern abtransportiert wurde. Die Steine machen die Bräunigs zwar nicht reich, aber irgendwas wird ihnen damit auch wieder einfallen. An einem der guten Tage...

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