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Plakate gegen Ski-Weltcup aufgehängt

Ausgerechnet zum Wettkampf wettert die Dresdner Linke öffentlich gegen das Sportevent am Elbufer. Befürworter protestieren.

André Schollbach und Kerstin Wagner starteten am Freitag die Plakataktion. © Sandro Rahrisch

Auf dem Weg zum zweiten Dresdner Skiweltcup wird einigen Zuschauern vermutlich etwas auffallen. In der Stadt hängen überall Plakate mit dem Spruch: „Kein Steuergeld für Kunstschnee verpulvern.“ Zwar hatte die Linke in den letzten Wochen schon mehrfach beklagt, dass das Sportevent am Königsufer weder ökologisch noch finanziell gut für Dresden wäre. Mit ihrer Plakataktion hat die Stadtratsfraktion am Freitag aber noch einmal nachgelegt.

„Es ist grotesk“, sagte Fraktionschef André Schollbach. „Wir haben das Erzgebirge vor der Tür, und trotzdem wird Kunstschnee quer durch die Stadt gekarrt und auf den Elbwiesen ausgekippt.“ Beim letzten Weltcup im Januar 2018 hätten alle Schnee-Lkws zusammen etwa 8.600 Kilometer zurückgelegt. Das könne nicht gut für die Umwelt sein. Schollbach vergleicht den Skilanglauf-Wettkampf mit der nächsten Fußballweltmeisterschaft in Katar. Hier werde etwas Künstliches erfunden, wofür Geld der Steuerzahler ausgegeben wird. Das Argument, der Weltcup bringe Touristen in die Stadt, wolle er nicht gelten lassen. Dafür gebe es andere Möglichkeiten. „Wenn man das will, sollte man in die Stärken Dresdens investieren – in Kunst und Kultur –, aber nicht irgendetwas erfinden, das keine Tradition hat.“ Die 100 Plakate seien sowohl im Umfeld des Weltcups als auch an anderen zentralen Plätzen aufgehängt worden.

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Die CDU konterte: „Natürlich kann die Frage gestellt werden, warum gerade in Dresden“, sagte Stadtrat Steffen Kade. „Wir wollen dem Stadtmarketing Impulse verleihen und Dresden präsentieren. Nörgeln und Blockieren bringen uns nicht weiter.“ Das Königsufer sei letztes Mal tagelang in der internationalen Presse gewesen. Millionen Menschen hätten das Sportereignis verfolgt und Dresden von seiner schönsten Seite erleben dürfen. Etwa 35 Prozent mehr ausländische Touristen seien gezählt worden. All dies spreche eine eindeutige Sprache, so Kaden.

Erst vor einer guten Woche diskutierte Weltcup-Organisator René Kindermann im Dresdner Haus der Presse mit seinem Kritiker André Schollbach. Einen Zusammenschnitt des etwas länger als eine Stunde geführten Gesprächs sehen Sie in diesem Video: