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Ab Donnerstag kein Durchkommen mehr

Obwohl für den Straßenbau an der B 169 bei Gröditz eine Umleitung über Großenhain ausgeschildert ist, nutzen Kraftfahrer kurze Wege über die Dörfer.

Vorm Bahnübergang bei Tiefenau steht diese Straßensperre. Von hier bis Gröditz soll die Bundesstraße 169 saniert werden.
Vorm Bahnübergang bei Tiefenau steht diese Straßensperre. Von hier bis Gröditz soll die Bundesstraße 169 saniert werden. © Lutz Weidler

Gröditz/Tiefenau. Mal schnell Richtung Riesa fahren, ist von Gröditz aus in den nächsten Wochen nicht möglich. Die Strabag Meißen saniert im Auftrag des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr bis zum 14. August die B 169 vom hiesigen Gewerbering bis zum Bahnübergang bei Tiefenau. Seit Montag ist diese Strecke gesperrt und eine offizielle Umleitung über Großenhain entlang der B 101 und der B 98 ausgeschildert. 

Aber wie ein Mitarbeiter der Strabag berichtet, hätten mehrere Kraftfahrer an den ersten drei Tagen das Durchfahrtsverbot ignoriert bzw. um eine Ausnahme gebeten. Meist habe es sich um ortsunkundige Lkw-Fahrer gehandelt, die mit ihren langen Sattelschleppern nicht wenden konnten. Die Bauleute ließen sie passieren. "Doch ab Donnerstag geht das nicht mehr", sagt der Strabag-Mitarbeiter. Dann wird damit begonnen, die Straße aufzufräsen, um den alten Asphalt, der an vielen Stellen gerissen ist, abzutragen. 

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Bis kommenden Dienstag ist die Strabag mit dem Fräsen beschäftigt. Während auf der B 169 vom Tiefenauer Bahnübergang bis zur Geißlitz-Brücke lediglich elf Zentimeter Asphalt herunter sollen, muss die Straße zwischen Brücke und Tankstelle tiefer ausgehoben werden. Denn der Unterbau sei schlecht. Dann dürfen hier nur noch Baufahrzeuge verkehren. Lediglich die Laster der Firma Bothur, die zum benachbarten Recyclinghof wollen, dürfen die Kreuzung am Gewerbering überqueren.

So verläuft die offizielle Umleitung für die Straßenbaustelle zwischen Gröditz und Tiefenau.
So verläuft die offizielle Umleitung für die Straßenbaustelle zwischen Gröditz und Tiefenau. © SZ Grafik

Die Firmen im Gröditzer Gewerbering und andere Anwohner sind über die Baumaßnahme informiert worden, damit sie sich auf die Straßensperrung und die damit verbundenen Umwege einstellen können. Immerhin befinden sich hier neben der Tankstelle und dem Wressmann-Markt auch mehrere Betriebe, die auf kurze Straßenverbindungen angewiesen sind, wie z. B. die Großbäckerei Raddatz.

Bei der hier ebenfalls ansässigen Stabau Tiefbauservice GmbH gibt es durchaus Verständnis für die Sanierung der B 169. "Der Straßenbau ist keine größere Belastung für uns. Wir leben ja vom Baugewerbe", sagt der stellvertretende Geschäftsführer Volkmar Mißbach. 

Allerdings hofft er, dass die Strabag ihren Fertigstellungstermin halten wird. Denn die Gröditzer Stahlbau-Firma ist spezialisiert auf die Herstellung von großen Stahlbauteilen, die u. a. durch Sondertransport-Fahrzeuge mit Überlänge ausgeliefert werden. Da sind Transporte durch das Stadtgebiet von Gröditz oder über Landstraßen eher schwierig. Mißbach bereitet zudem Sorge, dass die Zufahrt zum Gewerbering vom 24. Juli bis zum 7. August voll gesperrt sein soll. So hat es die Strabag angekündigt.  

Vorm gesperrten Bahnübergang bei Tiefenau biegen viele Fahrzeuge in Richtung Nauwalde ab, um nach Gröditz zu gelangen.
Vorm gesperrten Bahnübergang bei Tiefenau biegen viele Fahrzeuge in Richtung Nauwalde ab, um nach Gröditz zu gelangen. © Lutz Weidler

Volkmar Mißbach ist von der Straßenbaumaßnahme auch privat betroffen. Er wohnt in Nauwalde. Seit Montag fahren spürbar mehr Autos durch den kleinen Ort bei Gröditz. "Wir haben 60 Prozent mehr Verkehr als sonst", schätzt er. Das sei kein Problem, so lange nur Pkw durch das Dorf fahren. Für größere Lkw sind die hiesigen Straßen eher ungeeignet.

Der nördliche Teil Nauwaldes, dessen Straßen nach Spansberg bzw. Schweinfurth führen, scheint vom zusätzlichen Verkehr weniger betroffen zu sein. Das bestätigt der ehemalige SPD-Ortschaftsrat Joachim Schönitz auf Anfrage der SZ. 

Dagegen wird der südliche Teil des Dorfes deutlich mehr genutzt. Hier führt die kürzeste Verbindung zwischen Gröditz und Tiefenau entlang. Direkt auch am Haus von Dirk Wartenberg vorbei. "Man merkt es schon, dass es mehr Verkehr geworden ist", sagt der AfD-Fraktionsvorsitzende im Gröditzer Stadtrat. Besonders spürbar sei das in den Stoßzeiten des Berufsverkehrs, wenn viele Gröditzer nach Riesa oder zu Mannesmann nach Zeithain wollen. Wer ortskundig sei, würde über Nauwalde fahren und den riesigen Umweg über Großenhain meiden.   

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